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Vollalarm in St. Peter-Ording : Geschminkte Schüler als Unfallopfer

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei einer kreisübergreifenden Rettungsübung mussten Helfer 29 „Verletzte“ aus dem Chemieraum der Utholm-Schule bergen. In drei großen Zelten wurden die Kinder und Jugendlichen umsichtig versorgt.

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erstellt am 09.Sep.2013 | 17:00 Uhr

Beobachter können sich nicht erinnern, dass es in der Region jemals eine Übung in dieser Größenordnung gegeben hat. Zwar gebe es regelmäßig größere Übungen zum Herbst hin, so erklärt Gemeinde- und Amtswehrführer Norbert Bies, „aber das hier ist schon eine ganz gewaltige Sache“.

Und die begann am Sonnabend mit einem Vollalarm um 14.11 Uhr durch die Leitstelle Nord in Harrislee. Einsatzmeldung: „Unfall im Chemieraum der Utholm-Schule, nach ersten Meldungen 29 Verletzte.“ Innerhalb weniger Minuten fuhren viele Rettungswagen vor, folgten Feuerwehreinsatzwagen. Eine eigene Leitstelle sorgte für einen reibungslosen Funk- und Koordinierungsverkehr. Herausragend auch das: Erstmals nahmen viele Einsatzkräfte kreisübergreifend teil. Rund 200 Aktive hatten rund um das Schulgelände alle Hände voll zu tun. Immer wieder wurden schreiende Kinder und Jugendliche, die realistisch geschminkt waren, aus dem Schulgebäude getragen. Rettungstragen wurden nachgefordert, es piepsten Funkgeräte, laute Anweisungen schallten über den Schulhof. Auch zwei Notärzte waren vor Ort.

Die Verletzten wurden zunächst in den Fahrradunterstand verlegt und untersucht. Jeder wurde mit einer Nummer versehen und auf einem Aufnahmebogen registriert. In der Schule fand derweil eine umfangreiche Nachsuche statt. Die DRK-Übungsleiter Axel Schmidt und Thomas Lübke aus Itzehoe, die das Szenario gemeinsam mit der St. Peteraner Feuerwehr ausgearbeitet hatten, machten deutlich, dass es auf diese Weise möglich ist, den Weg eines jeden Verletzten bis zur Aufnahme in der jeweiligen Klinik zu verfolgen.

Noch während die Verletzten aus dem Gebäude getragen wurden, baute das DRK Steinburg auf dem Parkplatz vier große Behandlungszelte auf. Zuschauer staunten, wie fix das ging. Angeschlossen an Pressluftflaschen schossen die mehrwandigen Zelte wie aus dem Nichts in die Höhe. Sie waren mit unterschiedliche Farben gekennzeichnet. Im roten Zelt wurden Schwerstverletzte sofort auf OP-Tischen intensivmedizinisch behandelt. Ins gelbe Zelt wurden die mittelschwer bis leichter Verletzten gebracht, ins grüne Zelt die unverletzten Opfer. Auch ein Notfallseelsorger war im Einsatz.

Mehrere Notstromaggregate liefen, „denn“, so Katastrophenschutzbeauftragter des Kreises Steinburg, Thomas Lübke, „alle medizinischen Geräte müssen ja auch hier draußen mit der üblichen Stromversorgung arbeiten“.

Für das realistische Schminken der Darsteller zeichnete die Jugendrotkreuz-Leiterin Kathrin Bräuß verantwortlich. 14 aus ihrer Truppe stellten Unfallopfer dar, 14 kamen von der Jugendfeuerwehr hinzu.

Die Leitstelle war in einem separaten Fahrzeug stationiert. Sie wurde von einem neuen Gerätewagen mit Strom versorgt, der dort seine Premiere bestand. „Da ist alles drin“, verriet Lübke schmunzelnd, „und für den ganz wichtigen Fall haben wir sogar eine Kaffeemaschine parat.“

Alles lief diszipliniert ab. Dass das DRK Steinburg mit so vielen Leuten vertreten war, erklärt Lübke so: „Wir haben derzeit im Haus Steinburg in St. Peter unser großes Seminar. Da bot sich doch diese gemeinsame Übung direkt an.“

Norbert Bies über die kreisübergreifende Übung: „Es ist alles fantastisch gelaufen. Die Zusammenarbeit hat hervorragend geklappt.“

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