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Husumer Nachrichten

24. August 2017 | 09:09 Uhr

Geschmack aus dem eigenen Garten

vom

Husumer Familie baut seit Beginn des Sommers eigenes Obst und Gemüse an / Kinder profitieren durch Lerneffekte und gesunde Leckereien

husum | Eigentlich wollte sie nur ihren Garten anders gestalten. Einen Weg mit Steinplatten bestücken, einen Wasserbrunnen aufstellen und vielleicht noch einen kleinen Teich anlegen. Schon wäre aus der gut gebräunten Rasenfläche ein idyllisches Biotop geworden. Es kam aber anders: Denn eine zunächst unwesentliche Entscheidung bei der Planung führte die Familie Schulz aus Husum zu einem neuen Hobby, das nun die ganze Familie begeistert.

Es dreht sich alles um Obst und Gemüse: "Wir wollten eigentlich nur ein paar Kartoffeln pflanzen, um unseren Boden aufzulockern", sagt Britta Schulz. Mittlerweile wachsen daneben aber schon Karotten, Radieschen, Petersilie, Mangold, Bohnen, Erbsen, Schnittlauch und 22 Erdbeerpflanzen. "Von denen naschen wir am meisten", verrät die 43-jährige Mutter, die als Floristin arbeitet. Durch ihren Beruf bekam sie die Idee zum Gartenumbau. Eine große Inspiration war aber auch der BUND-Garten in der Kleingartengemeinde Ruhetal. "Dort habe ich mich von der Anordnung inspirieren lassen", erklärt die gebürtige Hamburgerin.

Ihre Familie ist nicht die Einzige, die auf den Geschmack gekommen ist. "Ich habe mir auch viele Tipps aus der Nachbarschaft geholt", berichtet Britta Schulz, die mit ihrer Familie in der Nähe des BUND-Gartens wohnt. Bei den Nachbarn werde der eigene Garten schon länger als kleine Obst- und Gemüseplantage genutzt. Die Rasenfläche der Schulz bietet noch weitere Möglichkeiten zur Verbreiterung der Aktivitäten, aber die Familie will jetzt nichts überstürzen.

"Der Garten ist mein Ausgleich, ich habe nicht vor, damit mal Geld zu verdienen", sagt sie. Außerdem erfülle der Garten schon jetzt mehr als nur einen Zweck. Sohn Lars bekomme so zum Beispiel ein besseres Verständnis für die Natur. "Es macht Spaß zu sehen, wie das Gemüse wächst", sagt der Neunjährige, der vieles im Garten mitgepflanzt hat. Auch im BUND-Garten engagiert er sich in einer Arbeitsgruppe.

Der elfjährige Nachbarssohn Nico kommt ebenfalls gerne in den Schulz-Garten, um die Erdbeersträuche zu begutachten. Durch diese Früchte wird der Floristin besonders bewusst, wie viel Geld sie und ihre Familie mit ihrem Hobby sparen. Teure Bio-Produkte will sie nicht mehr unbedingt kaufen, denn "auch da gab es ja schon einige Skandale, was die Herkunft betrifft". Von den großen um Dioxin in Bio-Eiern oder Ehec-Erregern auf Sprossen und Gurken ganz zu schweigen. Lokale Erzeuger solle man aber durchaus weiter unterstützen, meint Britta Schulz. "Es erscheint mir aber leider so, als ob immer mehr von denen von der Hauptstraße verschwinden", sagt sie.

Genauso schnell sprießen aber auch bei Familie Schulz neue Sachen aus dem Erdboden. " Für die Kinder ist es außerdem gut, dass sie auch lernen, die Natur für sich zu nutzen", findet die 43-Jährige. "Ich bin selbst gespannt zu sehen, wie die Sachen langsam heranwachsen", fügt sie hinzu.

Lars und Nico warten schon sehnsüchtig auf die Kartoffelernte im September. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen: "Die könnten wir dann an McDonalds verkaufen", schlägt Nico vor. Lars will sie lieber für sein Lieblingsessen nutzen, dass es nur zuhause und nicht im Schnellrestaurant gibt. Bis dahin muss er sich aber noch mit Erdbeeren begnügen. Es sei denn, die Familie pflanzt irgendwann doch noch weitere Leckereien im eigenen Garten an.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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