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Neues Buch : Geschichten aus Bredstedts Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Band 3 der „Streifzüge“ ist erschienen – und beschäftigt sich unter anderem mit der Familie Andritter, einer Tischler-Lehre im Jahre 1935, der Lebenserwartung von Mädchen im Jahre 1800 und jetzt, dem Marinesoldaten Fritz Fischer und dem Motorclub.

Schon gewusst? Ein Mädchen, das im Jahr 1800 in Bredstedt das Licht der Welt erblickte, wurde statistisch gesehen nur wenig älter als 30 Jahre. In ihrem Leben besuchte es – wenn überhaupt – bis zur Konfirmation nur die Elementarschule. Eine höhere Bildung für Mädchen gab es seinerzeit nicht, ebenso wenig eine Berufsausbildung. Dafür brachte es durchschnittlich sieben Kinder zur Welt.

Wird heutzutage ein Mädchen in Bredstedt geboren, hat es eine Lebenserwartung von 83 Jahren und mehr. Für ihre Bildung stehen ihr alle Wege offen, die wiederum von der eigenen Intelligenz, der sozialen Kompetenz und der Stellung der Eltern beeinflusst werden. Rein statistisch wird es nur 1,36 Kinder zur Welt bringen.

So detailliert beschreibt Prof. Dr. Thomas Steensen, Leiter des Nordfriisk Instituut, in dem gerade frisch aus dem Druck gekommenen Buch „Bredstedter Erinnerungen – Streifzüge durch die Bredstedter Geschichte 3“ den Wandel der Zeit. Das macht er allerdings nicht nur an dem Beispiel eines Mädchens fest, sondern an zahlreichen weiteren Ereignissen. Diese lassen den Leser mit in die Vergangenheit reisen, um letztlich in der Gegenwart zu landen.

An dem Buch haben viele Autoren mitgewirkt. Die beiden Vorläufer – „Streifzüge“ 1 und 2 – wurden von Steensen herausgegeben, der dritte Band nun vom Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege. Was die Schriften eint: Geschichten über die Geschichte der Stadt und dessen Bewohner sowie der Verlag Nordfriisk Instituut.

Der dritte Band ist sehr abwechslungsreich. So stellen beispielsweise Hans-Jakob Andritter und seine Tochter Christiane Andritter-Franz ihre Familie und Firma vor, die am 1. Mai 1865 mit der Gründung einer Klempnerei ihren Anfang nahm. Quer durch die Generationen nehmen sie die Leser mit und zeigen den Wandel der Zeit von Menschen und Maschinen auf.

Einblicke in die Stadt, allerdings auf eine andere Art, hat Frank-Uwe Brüns anhand von diversen Farbfotos sichtbar gemacht. Detailaufnahmen von Fassaden, Türen und Fenstern älterer Gebäude laden dazu ein, selbst einen Streifzug durch Bredstedt zu unternehmen, um sie zu entdecken.

„Lehrjohrn sind keen Herrenjohrn“ ist die plattdeutsche Geschichte von Paul Hansen über seine Lehrzeit bei Tischlermeister Knudt Nordbeck betitelt, die er 1935 begann. Gespickt mit so mancher Anekdote beschreibt der inzwischen 93-Jährige seine Arbeit und Freizeit bei Familie Nordbeck, bei der er als Halligjung während seiner Lehre auch wohnte. Eine weitere Geschichte erzählt über den Wandel des Marthaplatzes. Zeitzeuge aus Kindheit und Jugend ist Heinz-Martin Magnussen. Um den Text komplett zu machen, hat er einige der damaligen Anwohner aufgesucht.

Weiterer Inhalt des Buches: Hans Otto Boysen arbeitet das Leben des verstorbenen Fritz Fischer als Marinesoldat auf und komplettiert die Zeittafel für Bredstedt. Außerdem steigt Karl-Heinz Dietzschold in die Geschichte des Motorclubs Bredstedt ein und erzählt über das kleine Stadtmuseum. Dietzschold, Vorsitzender des Vereins für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege, bedankte sich bei allen Beteiligten für die Mitarbeit an dem Buch, das im Nordfriisk Instituut, im Buchhandel und beim Verein (dienstags und donnerstags, 10 bis 12 Uhr, Bürgerhaus) erhältlich ist.

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erstellt am 26.Okt.2013 | 07:00 Uhr

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