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Schulprojekt mit Zukunft : Geschafft: Mildstedts Mensa ist fertig

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeinde hat 1,4 Millionen Euro in den Bau investiert. Der Bürgermeister beklagt bei der Einweihungsfeier die mangelnde finanzielle Unterstützung durch das Land.

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erstellt am 23.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Um es mit schulischer Notenvergabe zu bewerten: „Sehr gut“. Dies gilt gleichermaßen für die Fertigstellung der 1,4 Millionen Euro teuren Mensa an der Gemeinschaftsschule Mildstedt, als auch für das Programm anlässlich der Einweihung. Dazu waren zahlreiche Gäste in das neue Gebäude gekommen – sie staunten gleichermaßen über Bauwerk und Programmablauf. Zu Beginn ein grandioser Auftritt von „Drums alive“. Auf der ganz in Schwarz gehaltenen Bühne boten sieben Mädchen und fünf Jungen der Jahrgangsstufen sechs bis neun ein wahrhaft erstklassiges Intro.

Den Reigen der Ansprachen eröffnete Bürgermeister Bernd Heiber und freute sich, dass unter den vielen Gästen auch Ehrenbürgermeister Johannes Henkens Platz genommen hatte. „Die Mensa“, so machte er deutlich, „ist eine wichtige, notwendige und verpflichtende Erweiterung unserer Schule. Hauptsächlich natürlich für unsere Schüler – aber auch für andere Personengruppen. Zugleich ist die Mensa angesichts einer fehlenden Aula etwas großzügiger ausgefallen und viele Veranstaltungen können nun hier – statt in der kleinen Sporthalle – stattfinden.“ Zudem müsse das Projekt ja auch finanziell für die Gemeinde tragbar sein, denn als Schulträger sei die Kommune allein für die Finanzierung verantwortlich. Dann fielen scharfe Worte in Richtung Landesregierung: „Ich habe es schon des Öfteren berichtet, aber vom Land sind wir bei der Vergabe der Fördermittel über den Tisch gezogen worden und leer ausgegangen. Trotz der hohen finanziellen Belastung waren wir uns im Gemeinderat aber der Verantwortung unserer Jugend gegenüber bewusst und haben uns für dieses Projekt und auch in dieser Größe entschieden.“ Er dankte allen am Bau beteiligten, aber besonders Hausmeister Jörg Markussen.

Architekt Jürgen Dethlefsen vom Bredstedter Büro Dethlefsen-Lundelius blickte zurück: „Im November 2014 haben wir den Auftrag erhalten, aus dem Konzept einen Entwurf zu machen. Am 9. Juni 2015 war die erste Baubegehung. Am Bau waren ausschließlich Firmen aus der Region beteiligt.“

Schulsprecherinnen Nele Sörensen und Hanna Wolf sagten: „Als Vertreter der gesamten Schülerschaft freuen wir uns sehr, dass der Bau nun endlich abgeschlossen ist. Wir finden, dass sich das lange Warten gelohnt hat. Von so einer Mensa können andere Schulen nur träumen. Und immerhin kann ja nicht jeder behaupten, dass er sein Essen nur noch mit Fingerscan oder Karte bezahlen kann. Wir Schüler danken unserem Schulleiter, der seit Jahren für diesen Moment gekämpft hat.“

Dann trat Rektor Stefan Knoll ans Mikrofon und übertraf die drei Minuten Redezeit des Bürgermeisters locker um ein Mehrfaches: Mit dem Zitat von Immanuel Kant „Allein zu essen ist für einen philosophierenden Gelehrten ungesund“ verwies er auf dieses Gemeinschaftserlebnis. „Für mich persönlich endet heute ein fast achtjähriges Ringen. Begonnen hatte alles mit dem sogenannten Konjunkturpaket II, das im Januar 2008 von der Bundesregierung beschlossen wurde. Damals sind wir als Regionalschule gestartet – und weit vor meiner Amtszeit wurde es versäumt, bei der Umwandlung zur Regionalschule ein Stück von diesem Kuchen abzubekommen.“ Die vom Bildungsministerium 2012 verfügte Umwandlung von Regional- in Gemeinschaftsschulen bot ein neues Konjunkturprogramm. „Doch Mildstedt – denkste – wir gingen leer aus.“ Aber alle an der Planung, Gestaltung und Ausführung Beteiligten hätten einen klaren Konsens gefunden: Diese Mensa sei nicht als Futterkrippe und Kantine konzipiert worden, sondern als ein vielfältig funktionaler Raum – auf einem technisch hochwertigen Stand. „Mit der Fachklinik Riddorf haben wir seit gut einem Jahr einen starken Partner für die Versorgung unserer Schüler mit leckerem, gesunden Essen an unserer Seite.“

Abschließend erfreute der Pop-Chor der Schule (Schüler der fünften bis siebten Klassen) und erntete viel Beifall. Vor dem gemeinsamen Essen – das Catering hatten die Zehntklässlerinnen übernommen – übergab Architekt Jürgen Dethlefsen einen symbolischen Schlüssel an Bürgermeister Bernd Heiber, der ihn sogleich an Schulleiter Stefan Knoll. weiterreichte.

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