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14 Tote Lämmer seit Mai : Gerissene Lämmer in Nordfriesland – Es war ein Hund

vom

Ein Deichschäfer hat seit Mai 14 Lämmer verloren. Ein Wolf hat die Tiere nicht getötet, ergab eine Untersuchung.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2015 | 16:47 Uhr

Kiel | Nach mehreren Lammrissen in Nordfriesland nahe Husum haben genetische Untersuchungen einen Hund als Verursacher nachgewiesen. Wie das Umweltministerium am Montagnachmittag mitteilte, waren zwei der fünf untersuchten Proben eindeutig einem Hund zuzuordnen. Die anderen drei ließen keine sichere Aussage zu. Welcher Hund es war, ist unbekannt. Ein Deichschäfer aus Nordfriesland hatte seit dem 14. Mai durch Tierangriffe 14 Lämmer verloren. Ein Wolfsbetreuer beriet den Schäfer und nahm an den Wundrändern der getöteten Lämmer Abstriche. Diese wurden zum deutschen Referenzlabor, dem Senckenberg Institut, geschickt um zu klären, ob die Tiere von einem Wolf oder einem Hund angegriffen wurden.

Seit Monaten gibt es immer wieder Fälle von gerissenen Schafen im Land - und Streit, ob der Wolf nach SH passt. In Folge eines Angriffs Mitte April waren insgesamt 20 Schafe und 32 Lämmer gestorben. Ein Teil wurde direkt beim Angriff getötet, andere mussten wegen ihrer schweren Verletzungen eingeschläfert werden, weitere starben in den Folgetagen. Bei Mölln hatte im Februar ein Wolf Schafe gerissen, der sich nur schwer vertreiben ließ. Noch treten Wölfe im Norden nur vereinzelt auf, doch ihre Population wächst.

Der Nachweis, dass es sich um einen Hund handelte, ist nicht selten. In den vergangenen fünf Jahren gab es 77 gemeldete Schadensfälle, die zunächst einem Wolf zugeschrieben wurden. Nach Auswertung der genetischen Untersuchungen waren die Risse aber nur bei acht Fällen (10 Prozent) eindeutig einem Wolf zuzurechnen. 34 Prozent waren jedoch eindeutig auf Hunde zurückzuführen. Bei drei bzw. sechs Prozent handelte es sich um ohne Fremdeinwirkung gestorbene Tiere (Totgeburten oder Krankheiten) bei 29 Prozent blieb die Todesursache unbekannt und bei 18 Prozent war nicht eindeutig zu klären, ob das Tier durch den Angriff eines Wolfes oder eines Hundes gestorben war. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von getöteten Nutztieren, bei denen der Wolf von Beginn an auszuschließen war. 

In diesem Zusammenhang appelliert Minister Robert Habeck an Hundehalter, die Tiere immer unter Aufsicht und Kontrolle zu haben. Schafe, aber auch Rehe werden immer wieder zu Opfern wildernder Hunde.

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