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KLage eingereicht : Gericht entscheidet über Lärmschutz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Anliegerin des Verkehrskreisels in Viöl beklagt sich über zu viel Krach, den auch eine Schutzwand nicht abhält. Nach mehreren gescheiterten Gesprächsanläufen reicht es ihr nun: Sie hat über ihren Anwalt Klage beim Landgericht in Flensburg eingereicht.

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erstellt am 24.Apr.2014 | 07:00 Uhr

„Bärbels Stoffecke“ liegt in Viöl etwas versteckt an der B 200 und direkt neben dem Kreisverkehr. Allerdings ist von dem Geschäft nicht viel zu sehen, denn Gebäude und Grundstück sind hinter einer 75 Meter langen und zwei Meter hohen Lärmschutzwand versteckt. Und auch die über die Wand hinausragende Werbung auf dem Dach ist mittlerweile entfernt, denn unmittelbar an einer Bundesstraße bedarf so etwas einer Sondergenehmigung. Die Lärmschutzwand schützt vor Blicken, aber nicht vor dem Straßenlärm, beklagt Bärbel Epple-Schröder. Ganz im Gegenteil, durch den Kreisel habe der Krach zugenommen, da vor allem die vielen schweren Lkw abstoppen und dann wieder Gas geben.

Bärbel Epple-Schröder, besser Henrik Osmers, Fachanwalt für Verwaltungs- Bau- und Architektenrecht, hat für sie Klage beim Landgericht Flensburg gegen die Gemeinde eingereicht. Sie möchte das von ihr an die Gemeinde Viöl übertragene Grundstück in dem ursprünglichen und nicht mit einem Verkehrskreisel überbauten Zustand zurück erhalten.

Die Viölerin hatte von ihrem Areal nämlich 345 Quadratmeter an die Gemeinde verkauft. Damit machte sie den Weg für den Bau des Kreisels frei. Zur Bedingung hatte sie aber damals gemacht, dass eine Lärmschutzwand aufgebaut wird. Die Wand steht mittlerweile, ist 75 Meter lang und zwei Meter hoch, erfüllt aber nach Angaben von Bärbel Epple-Schröder nicht die an sie gestellten Anforderungen. „Ein von mir beauftragter Gutachter stellte fest, dass sie nicht ordnungsgemäß aufgebaut worden ist. Es gibt kleine Lücken, durch die der Schall quasi ungefiltert dringt. Das ist einfach nervig.“ Mehrfach habe sie die Gemeinde zur Nachbesserung aufgefordert, sei aber immer wieder abgeblitzt. „Außerdem ist mir eine Wand in Holzoptik versprochen worden. Von der Straßenseite her ist das auch so, doch von meinem Grundstück aus sieht es wie in einem Gefängnis aus, denn zwischen den massiven Stahlträgern laufen auch noch zusätzlich stählerne Querträger. „Ich fühle mich hier manchmal wie in einem Gehege.“ Dabei wäre eine Lösung recht einfach, ist sich Bärbel Epple-Schröder sicher. Von der Innenseite eine Holzverkleidung, schon wäre das Problem wahrscheinlich gelöst und vermutlich auch der Schallschutz wesentlich verbessert. Verwundert war sie nach eigenen Angaben auch darüber, dass im Dezember wie vereinbart Bäume gepflanzt werden sollten, „das ist doch aber keine Pflanzzeit, die habe ich wieder weggeschickt“, sagt sie.

Der Lärm habe zudem extrem zugenommen, da die in das Gewerbegebiet führende Straße neu gebaut wurde und nun auch von einem bekannten Kiesunternehmen genutzt werde. Da rollen täglich Dutzende Lkw, die früher rund 300 Meter entfernt auf die B 200 eingebogen sind.

Anwalt Osmers: „Das von meiner Mandantin eingeholte Lärmschutzgutachten hatte bekanntlich ergeben, dass die Lärmschutzwand untauglich ist. Trotz Aufforderung zur Nachbesserung hatte die Gemeinde eine Verbesserung der Lärmschutzwand abgelehnt, woraufhin unsere Mandantin vom Vertrag mit der Gemeinde zurückgetreten ist. Jetzt wurde die Klage eingereicht.“

Sollte die Viölerin vor dem Landgericht Recht erhalten, dann kann das für die Gemeinde sehr teuer werden, denn dies würde den Rückbau des rund 700 000 Euro teuren Kreisverkehrs bedeuten. Osmers: „Im Ergebnis hat daher die Gemeinde den Kreisel auf eigene Kosten wieder zurück zu bauen, so dass sich dann auch weitere Fragen im Zusammenhang mit der kostenträchtigen Unterhaltung dieses erledigen dürften.“

Viöls Bürgermeister Heinrich Jensen will sich zu dem Fall nicht in der Öffentlichkeit äußeren. „Wenn denn nun Klage erhoben worden ist, dann sehen wir dem entgegen“, ist sein einziger Kommentar und, „von der Klageerhebung erfahre ich durch die Zeitung.“

 

 

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