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Oldenswort : Geplantes Ladenprojekt in Oldenswort vor dem Aus?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kreisverwaltung will dafür keine Kredite mehr genehmigen. Die Gemeinde will aber noch nicht aufgeben.

Oldenswort | Einen Dämpfer hat die Kommunalaufsicht des Kreises Nordfriesland der Gemeinde Oldenswort versetzt. Im Zusammenhang mit der Finanzierung eines geplanten Nahversorgungszentrums in der Dorfstraße teilte die Husumer Behörde mit, dass sie sich nicht in der Lage sieht, weitere Kreditbeträge für das Vorhaben in den Haushalten 2017 beziehungsweise 2018 in Aussicht zu stellen. Darüber informierte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Dirk Althof (SPD), die Teilnehmer der Sitzung, in der es um den Etat für 2018 ging.

Bereits im Mai hatte der Kreis einen Einzelkredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Damals war noch ein geförderter Markttreff geplant, der jedoch am Veto eines Betreibers einer derartigen Einrichtung in Witzwort scheiterte (wir berichteten). Jetzt plant die Gemeinde als Trägerin des Projekts unter Mitwirkung externer Berater und einer Lenkungsgruppe eine Alternative. Sie besteht aus einem Neubau in der Dorfstraße, der hauptsächlich aus einem Lebensmittelmarkt, einem Bäckereigeschäft und Wohnungen im Obergeschoss besteht. Kostenpunkt: rund 1,8 Millionen Euro, die mit Kommunalkrediten finanziert werden sollen. Damit soll die Versorgungslücke geschlossen werden, die voraussichtlich 2019 entsteht, wenn die jetzige Inhaberin des Lebensmittelgeschäftes ihren Laden schließt.

In der zweiseitigen Mitteilung wird die Situation Oldensworts als Bedarfsempfänger mit „mittelfristig negativen Finanzspielräumen“ beschrieben. Das Projekt führe zu einer weiter steigenden Neuverschuldung und Belastungen durch zu tragende Defizite des Betriebs. Fraglich erscheint dem Verfasser der in einem Gutachten prognostizierte Umsatz und der Rohgewinn. Sein Vorschlag: Von dem Vorhaben Abstand nehmen oder über eine Realisierung in anderer Form nachdenken. Vier der fünf Stimmberechtigten waren dafür, den für 2018 veranschlagten Kreditbedarf in Höhe von 1,15 Millionen Euro für den Markt mit einem Sperrvermerk zu versehen. Der hat zur Folge, dass der Betrag nicht erneut beantragt werden muss, wenn das vereinbarte Gespräch mit der Kommunalaufsicht erfolgreich verläuft. Diese Möglichkeit besteht nicht für die bereits für dieses Jahr eingeplanten Beträge von insgesamt 640.000 Euro.

In der Aussprache bemerkte Bürgermeister Frank-Michael Tranzer (SPD), dass die Gemeinde in den kommenden zwölf Jahren für das Versorgungszentrum für Einwohner und Gäste jährlich den vergleichsweise geringen Betrag 35.000 Euro aufzubringen habe. Auch er plädierte für intensive Gespräche mit der Kreisverwaltung und will dabei auf seine Kontakte mit potenziellen Betreibern des Hauptgeschäftes hinweisen. Sein Vertreter, Wilfried Massow (CDU), sprach sich für eine kleinere Lösung aus und erwähnte die hohen Kosten für ein neues Feuerwehrgerätehaus, das ebenfalls geplant wird. „Wir können auch mit weniger auskommen.“ Martin Schlichting (CDU) schlug vor, auf den Ausbau von Wohnungen zu verzichten. Udo Bruhn von der Wirtschaftsgemeinschaft des Dorfes warb dafür, die Chance in Zeiten von niedrigen Zinsen zu nutzen. Von der Anziehungskraft eines Lebensmittelmarktes würden auch die anderen Geschäfte im Dorf profitieren und die Nachfrage nach Wohnraum sei anhaltend hoch. „Wir machen keine richtigen Schulden, weil wir als Gegenwert das Gebäude haben“, sagte er.

Das Projekt Nahversorgungszentrum wird heute in einer Einwohnerversammlung vorgestellt. Sie beginnt um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle im Königskampweg.



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