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Volkshochschule Husum : Geparkt wird einfach, wo Platz ist

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Parkplatz-Mangel an der Husumer Volkshochschule wird immer problematischer: Neben den Kursteilnehmern und Lehrkräften suchen Sportler abends nach Stellflächen – und jetzt gehen auch die Anwohner auf die Barrikaden.

Jeden Abend das gleiche Bild an der Schobüller Straße: Mitglieder von Sportvereinen, die abends in der Turnhalle der ehemaligen Rektor-Siemonsen-Schule trainieren, fallen mit ihren Autos auf den Parkplatz der Volkshochschule (VHS) ein. Dessen 50 Stellflächen sind aber eigentlich schon mehr oder weniger belegt – von den Fahrzeugen diverser Kursteilnehmer und Lehrkräfte. Bis zu 600 Lernwillige nehmen die Angebote der Bildungsstätte über den Tag verteilt wahr, rechnet VHS-Direktor Hans-Peter Schweger vor – dazu gesellten sich noch 60 Kursleiter. „Und mehr als die Hälfte aller Besucher und Dozenten kommen mit dem Auto.“ Allein aus diesen Zahlenverhältnissen ergibt sich für Schwegers Einrichtung ein Bedarf an 80 bis 90 Stellplätzen.

Kein Wunder, dass abends – wenn auch noch besagte Sportler dazustoßen – jeder Quadratzentimeter in unmittelbarer Nähe zugeparkt wird. Auf die 20 Parkplätze des nordöstlich an das Grundstück anschließenden Warthesteigs, der über die Straße Soltbargen zu erreichen ist, hat das ebensolche Auswirkungen wie auf den Bürgersteig der Schobüller Straße. Und auch auf dem VHS-Gelände selbst feiert die mobile Willkür fröhliche Urständ. Eine 50-jährige Husumerin, die jeden Mittwoch mit dem Fahrrad zum Body-Workout-Kurs fährt, „fasst sich immer nur an den Kopf“, wie sie sagt: „Da stehen die Autos doch tatsächlich auf dem Bürgersteig unmittelbar vor dem Notausgang der Turnhalle!“

Mit der verfahrenen Situation am peripheren Standort der VHS, die früher in der Theodor-Storm-Straße beheimatet war, hat sich die Politik schon des Öfteren befasst – zu einer annehmbaren Lösung war man bislang allerdings noch nicht gekommen. Schon gar nicht zu einer, die auch dem mittlerweile genervten Umfeld im Warthesteig entgegenkäme.

In der direkten Nachbarschaft herrscht nämlich durchaus großer Unmut, wie zum Beispiel in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung deutlich wurde. „An einigen Tagen haben wir noch um 22 Uhr keine Ruhe“, monierte Wolfgang Haucke und wies darauf hin, dass der schon immer von Anliegern genutzte Parkplatz neben seinem Grundstück einfach dem Schulgelände einverleibt worden sei. „Es handelt sich um ein Wohngebiet“, so Haucke: „Zur Wahrung des Rechtsfriedens machen wir unsere Rechte geltend!“ Sprach’s und forderte die Politiker auf, endlich einmal „zu Dingen Stellung zu nehmen, die für die Anwohner entlastend wirken“. Dem Hinweis von Ausschuss-Mitglied Hans Heydtmann (CDU), dass der Zugriff auf den städtischen Parkplatz im Warthesteig im Zuge eines rechtskräftigen Bebauungsplanes mit Bürgerbeteiligung erfolgt sei, entgegnete Haucke: „Der B-Plan 22 ist nie rechtskräftig gewesen!“

Unterdessen hatte sich Heydtmanns Fraktion bereits einmal einen Eindruck von der verfahrenen Lage verschafft – bei einem kurzfristig anberaumten Ortstermin zur Abendzeit. Die Erkenntnisse mündeten in einen Antrag, der jetzt im Bauausschuss vorgelegt wurde. Darin werden fünf Vorschläge „zur Lösung der Parkplatz-Problematik“ gemacht. So sollen die Parkflächen durch Markierungen optimiert werden. Direkt vor der VHS sei ein Schild mit dem Hinweis auf Parkplätze am Warthesteig und in der Straße Soltbargen anzubringen. Dazu kommt eine Öffnung des Weges auf dem Grundstück der VHS von der Schobüller Straße Richtung Warthesteig als Einbahnstraße. Links an diesem Weg ließen sich außerdem Bausteine auf der Rasenfläche verlegen. Und die vorhandene Aschenbahn könne man eventuell zu Parkflächen umfunktionieren.

VHS-Chef Schweger brachte ebenfalls die Idee, das Tor zu öffnen und damit die Durchfahrt zum Warthesteig zu erlauben, ins Spiel – als „kostengünstige Lösung, die für Entspannung sorgen würde“. Per Zeitsteuerung könnten die Hausmeister dann ermitteln, welche Belastung sich – über den Tag verteilt – ergebe. Der Bauausschuss genehmigte den CDU-Antrag mit einem Zusatz, den Dr. Ulf von Hielmcrone (SPD) einbrachte: „Nach rechtlicher und praktischer Prüfung!“ Derweil kündigte Christine Friedrichsen vom Gebäudemanagement auf Anfrage unserer Zeitung an, dass die Stadt in dieser Angelegenheit das Gespräch mit den Anwohnern suchen werde.

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erstellt am 24.Nov.2014 | 12:30 Uhr

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