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39 Flüchtlinge aufgenommen : Genügend Wohnraum in der Stadt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Friedrichstadt gibt es bislang keinen Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende. Immer mehr Ferienhausbesitzer melden sich bei der Stadt, sie wollen ihr Domizil vermieten.

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erstellt am 01.Dez.2015 | 17:12 Uhr

Ohne Friedrichstadt wäre die Lage im Amt Nordsee-Treene sicherlich noch wesentlich dramatischer – zumindest was die Wohnraumbeschaffung für Flüchtlinge betrifft. Denn in dem Holländerstädtchen leben derzeit 39 Asylbewerber, obwohl gemessen an der Einwohnerzahl die Stadt nur zehn hätte aufnehmen müssen. Bürgermeister Eggert Vogt sieht jedoch auch in naher Zukunft keine größeren Probleme, „denn häufiger wenden sich jetzt auch Ferienwohnungsbesitzer an uns“. Der Vorteil für die Eigentümer liegt auf der Hand: Sie erhalten regelmäßig die Miete vom Amt und brauchen keinerlei Ausfälle befürchten.

Allerdings weist das Stadtoberhaupt auch darauf hin, dass nur die ortsübliche Miete gezahlt werde. „Mich hat neulich jemand angesprochen und gefragt, ob es wahr ist, dass pro Tag und Asylbewerber 50 Euro gezahlt werden“, berichtet Vogt. „Das ist natürlich absoluter Unsinn“, sagt er, das seien Gerüchte.

„Wir stehen ganz gut da, allerdings wird es trotz der recht komfortablen Wohnraumsituation doch manchmal ganz schön eng“, berichtet Vogt. So seien gerade am vergangenen Freitag vier neue Flüchtlinge nach Friedrichstadt gekommen. Unterrichtet wurde die Stadt darüber allerdings erst am Freitag-Vormittag. Angekommen sind die vier Neubürger dann bereits nachmittags. Da musste dann nicht nur die Stadt, sondern der ganze Unterstützerkreis schnell reagieren.

Friedrichstadt ist für die große ehrenamtliche Arbeit, die in der Stadt geleistet wird, sehr dankbar. Ohne sie würde es auch nicht funktionieren, unterstreicht der Bürgermeister. So gibt es alle drei Wochen einen runden Tisch mit den ehrenamtlichen Helfern, dort können Probleme erörtert und Erfahrungen ausgetauscht werden. „Mir ist aber bislang kein wirklich ernsthaftes Problem mit einem Flüchtling in unserer Stadt bekannt geworden.“

Ein Problem gibt es aber nach Überzeugung des Bürgermeisters doch: Die Flüchtlinge langweilen sich, sie wollen gern arbeiten. Daher soll noch vor Weihnachten eine Gesprächsrunde mit dem Sozialzentrum Tönning und der Ausländerbehörde stattfinden. Etwa fünf Mann könnten nämlich in der Stadt beim Bauhof unterstützend eingesetzt werden. „Das Aufgabenfeld reicht vom Reinigen der Sitzbänke und Hinweisschilder bis hin zum Leeren der Papierkörbe“, beschreibt Vogt die Möglichkeiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Bauhof und den Behörden soll erörtert werden, welche Tätigkeiten übernommen werden könnten. Angst vor Sprachproblemen gebe es nicht, da sich die meisten Flüchtlinge bemühen, die deutsche Sprache zu erlernen. Dazu gibt es einen Sprachkursus von der Volkshochschule und mehrere ehrenamtlich von ehemaligen Lehrern geleitete.

Froh ist das Stadtoberhaupt auch, dass es gelungen sei, die Flüchtlinge in der Stadt dezentral unterzubringen. So würden Familien nicht nur in den ehemaligen Bundeswehrblocks, sondern auch in verschiedenen Häusern der Altstadt wohnen. Und die Integration schreitet langsam voran, denn die ersten im Nahen Osten geborenen Kinder sind bereits im Kindergarten, in der Krippe und in der Grundschule an der Treene aufgenommen.

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