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Fernheizung für Seeth : Genossenschaft baut Nahwärmenetz

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine neu gegründete Genossenschaft will in Seeth ein Nahwärmenetz aufbauen. Im Herbst soll es betriebsbereit sein. Gegenüber herkömmlichen Systemen soll die Wärme rund 30 Prozent günstiger geliefert werden.

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erstellt am 22.Dez.2013 | 07:00 Uhr

Wenn alles klappt, dann können viele Hausbesitzer in Seeth bereits ab Herbst nächsten Jahres ganz entspannt und ohne sorgenvollen Blick auf die Energiepreise die Heizung aufdrehen. In der Gemeinde soll nämlich ein Nahwärmenetz entstehen. Bereits 37 Mitglieder hat die Genossenschaft Energie Versorgung Seeth eG , die das Netz bauen und betreiben will. Unterstützung erhielt sie dabei durch die Gemeinde, denn Bürgermeister Willi Peter Dirks hatte zu zwei Informationsveranstaltungen eingeladen, in denen über das Projekt informiert worden war.

Bereits 52 Bürger hätten Interesse bekundet, sagt Vorsitzender Deert Honnens. Die Pläne sehen die Errichtung eines Blockheizkraftwerkes am Ortsrand vor. Gefüttert wird dessen Kessel mit zertifiziertem Biomethangas aus dem Netz. In den nächsten zehn Jahren sei wegen der langfristigen Verträge mit einer Preis-Erhöhung von lediglich 0,8 Prozent zu rechnen. „Gegenüber Öl und herkömmlichen Gas quasi fast zu vernachlässigen“, sagt dazu Honnens.

Der produzierte Strom soll verkauft, die Abwärme für die Fernwärmeheizung genutzt werden. Zudem speist auch noch eine kleine Biogasanlage aus der Nachbarschaft ihre Abwärme in das Netz ein, so das langfristig bis zu 135 Abnehmer an das Netz angeschlossen werden können.

In der ersten Bauphase soll ein Versorgungsnetz quer durch den Ort gebaut werden. Auch Bürger, die sich später entschließen, ihr Haus anschließen zu lassen, können dann jederzeit dazu stoßen. Gegenwärtig zahlt jedes Genossenschaftsmitglied 1000 Euro, hinzu kommen 3000 Euro für den Hausanschluss. „Das lohnt sich auch bei einer neueren Heizung“, sagt Honnens, denn man könne seine alte Anlage ja gebraucht verkaufen, beziehungsweise wenn sie sehr alt ist, auch verschrotten.“


Einsparung von 30 Prozent


Geplant und projektiert wird das Nahwärmenetz, dessen erste Pläne im Rahmen des Energiekonzeptes für Stapelholm erarbeitet wurden, von der Lecker Firma Gottburg, die bereits mehrere solcher Netze in der ganzen Region errichtet hat. Durch den Wechsel von einer Öl- zur Fernheizung können rund 30 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Die Ersparnis könnte aber effektiv noch höher werden, denn je mehr Genossen mitmachen, umso schneller ist das Netz bezahlt – und damit entfallen dann die Finanzierungskosten. Hinzu komme, wie Honnens unterstreicht, dass auch die jährliche Wartung und die Schornsteinfegergebühren wegfallen.

Versorgungssicherheit könne die Energie Versorgung Seeth eG quasi garantieren, denn wenn das Blockheizkraftwerk einmal ausfallen sollte, dann sieht die Planung den Einsatz eines Gas-Brennwertkessels vor. Wenn das Netz gebaut wird, dann, so Honnens, werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch gleich Leerrohre für die Breitbandversorgung des Ortes mit in den Boden verlegt.

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