Pannen im Sylt-Verkehr : Generalüberholung: 15 Marschbahn-Loks sollen zur „Rollkur“

Ein Zug der DB Regio fährt über den Hindenburgdamm zwischen Sylt und Niebüll. Tausende Pendler nutzen täglich die sogenannte Marschbahn, die immer wieder durch Unpünktlichkeit und Zugausfälle von sich Reden macht.

Ein Zug der DB Regio fährt über den Hindenburgdamm zwischen Sylt und Niebüll. Tausende Pendler nutzen täglich die sogenannte Marschbahn, die immer wieder durch Unpünktlichkeit und Zugausfälle von sich Reden macht.

Die Deutsche Bahn will der „Rollkur“ künftige Ausfälle verhindern. Dabei werden auch die Motoren getauscht.

shz.de von
17. Mai 2018, 09:00 Uhr

Husum/Hamburg | Im Kampf gegen Zugausfälle und große Verspätungen auf der Strecke nach Sylt will die Deutsche Bahn jetzt Nägel mit Köpfen machen. Das Unternehmen unterzieht die 15 Lokomotiven, die auf der Marschbahn fahren, einer aufwendigen Generalüberholung samt Motorenaustausch durch den Hersteller. Mit der sogenannten Rollkur sollen künftig Ausfälle verhindert werden, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Bis Ende 2018 sollen alle Loks wieder auf der Schiene sein.

Am Mittwoch will das Unternehmen in der Husumer Eisenbahnwerkstatt EWG erläutern, wie diese Arbeiten genau ablaufen sollen. Die rund 240 Kilometer lange Marschbahn zwischen Hamburg und Westerland verbindet das Festland mit der Insel Sylt.

Vor eineinhalb Jahren hatte der damalige Streckenbetreiber Nord-Ostsee-Bahn (NOB) wegen Kupplungsproblemen alle Wagen auf der Marschbahn stillgelegt. Die Deutsche Bahn übernahm die Strecke im Dezember 2016 und stellte ein Ersatzkonzept auf die Beine. Seit Mitte November 2017 sollten die Züge eigentlich wieder planmäßig rollen. 93 Prozent Pünktlichkeit sind auf der Marschbahn als Qualitätserfordernis vertraglich festgeschrieben.

Doch die Bahn hat die Quote wiederholt weit verfehlt. Deshalb verhängte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) Sondervertragsstrafen. Verspätungen und auch Zugausfälle gibt es bis heute. Unter der Unzuverlässigkeit leiden täglich mehrere tausend Pendler und in den Ferienzeiten zusätzlich zahlreiche Nordsee-Urlauber.

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