Gemischte Gefühle beim Abschied

Propst Jürgen Jessen-Thiesen (l.) verabschiedete Pastor Hans-Jochen Vetter  zusammen mit seiner Frau Christine Vetter. Foto: hjm
Propst Jürgen Jessen-Thiesen (l.) verabschiedete Pastor Hans-Jochen Vetter zusammen mit seiner Frau Christine Vetter. Foto: hjm

Hans-Jochen Vetter geht in den Ruhestand / Koldenbüttel wird künftig von Pastoren aus Schwabstedt und Friedrichstadt betreut

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15. Mai 2012, 07:49 Uhr

koldenbüttel | Mit einem feierlichen Gottesdienst ist Hans-Jochen Vetter in den Ruhestand verabschiedet worden. In der vollbesetzten St.-Leonhard-Kirche wies der Pastor darauf hin, dass er zwar kein Martin Luther sei, sich aber immer als Prediger des Evangeliums verstanden habe. Dabei habe er immer die Versöhnung mit Gott weitersagen wollen. Stets sei er von seiner Frau Christine Vetter liebevoll unterstützt worden. "Wo unser Tun zum Segen wurde, da danken wir Gott, und wo wir es verfehlt haben, da bitte wir um Vergebung."

Von Kiel über Neumünster und Kaltenkirchen ist Vetter 2005 nach Koldenbüttel gekommen. Doch der Ort der Verkündigung sei nicht ausschlaggebend. Vielmehr hätten Pastoren und Prediger die Aufgabe, das Evangelium überall öffentlich auszurufen, sagte er. "Wo das Kreuz abgebaut wird und die Verkündigung verhindert wird, widerspricht dies dem biblischen Auftrag." Dabei habe die Welt die versöhnende Botschaft nötiger denn je. Im Rückblick könne er auf fast sieben schöne Jahre blicken. "Wir haben Freud und Leid mit der Gemeinde geteilt - die schönen Feste, aber auch die schweren Wege."

Propst Jürgen Jessen-Thiesen dankte dem Ehepaar für dessen unermüdlichen Einsatz. Pastor Vetter habe nie sich selbst, sondern den Gott der Bibel authentisch und aus Überzeugung verkündigt. "Sie haben sich nie des Evangeliums geschämt, sondern sind immer und überall dafür eingetreten." Daher könne er den Ruf nach einem eigenen Pastor gut verstehen, so Jessen-Thiesen. Von der Taufe und Konfirmation sowie Trauungen bis hin zum Besuchs- und Seelsorgerdienst, das alles wünsche sich die Gemeinde. Und dies alles habe Vetter getan, und darin liege auch der Wunsch nach einem eigenen Pastor begründet.

Künftig werde die Gemeinde Koldenbüttel von den Pastoren aus Schwabstedt und Friedrichstadt versorgt. Doch schon beim Vorgänger Vetters hieß es, dass dies der letzte Pastor sei. Aber diesmal ist es tatsächlich soweit. Und zum Abschied gab Vetter seinen bisherigen Gemeindegliedern nachdenkliche Wort mit auf den Weg. "Wenn kein eigener Pastor kommt, dann soll das nicht heißen, dass man den Glauben an den Gott der Bibel und die Hoffnung aufgeben soll."

Bei der anschließenden Feier in "Reimers Gasthof" dankten zahlreiche Gäste Hans-Jochen Vetter für dessen seelsorgerischen und liebevollen Einsatz. Dass die Kirchengemeinde Koldenbüttel nun von Schwabstedt und Friedrichstadt aus versorgt wird, wurde von manchen Gästen mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

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