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Kooperation auf dem platten Land : Gemeinsam die Zukunft gestalten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Neun Gemeinden bilden den Kooperationsraum Mittleres Eiderstedt. Sie wollen gemeinsam an einer lebenswerten Zukunft für ihre Bürger arbeiten. Nur Kirchspiel Garding stimmte gegen die Vereinbarung.

Zehn Gemeindevertreter-Sitzungen unter einen Hut zu bringen war eine Herkulesaufgabe. Doch für die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen den Partnern des Kooperationsraumes „Mittleres Eiderstedt“ wurde dieses Projekt gern in Angriff genommen. So trafen sich in der Dreilandenhalle in Garding die Bürgermeister und Gemeindevertreter von Poppenbüll, Grothusenkoog, Kirchspiel Garding, Katharinenheerd, Osterhever, Stadt Garding, Tetenbüll, Vollerwiek, Westerhever und Welt.

Im Vorfeld hatte es bereits mehrere Sitzungen der einzelnen Gemeinden, Versammlungen und Workshops gegeben, wie die neue Bürgermeisterin der Stadt Garding, Andrea Kummerscheidt, berichtete: „Unser Ziel ist es, einen Pakt unter Freunden und Partnern abzuschließen.“ Es sei ein zukunftsweisender Schritt, mit dem die Lebensqualität der Region erhalten und gefördert werden solle. Mit dieser Vereinbarung soll die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Wirtschaft gefördert und der soziale Zusammenhalt unterstützt werden, heißt es in dem Entwurf, der zur Unterzeichnung allen zehn Gemeinden in der Dreilandenhalle vorlag. Weitere Ziele sind der Schutz von Kulturlandschaft und Natur sowie ein nachhaltiger Umgang mit Grund und Boden. „Es sollen auch die Mobilitätsangebote für alle Bevölkerungsgruppen auf kommunaler und regionaler Ebene verbessert werden“, erklärte Katja Andresen vom Amt Eiderstedt, verantwortlich für den Bereich Regionalentwicklung.

Mit diesem Zehnerbündnis könnten die Interessen des Kooperationsraumes nach außen hin mit einer Stimme vertreten werden. Doch dieses Bündnis dürfe nicht als geschlossener Raum betrachtet werden, stellte Amtsdirektor Herbert Lorenzen klar. Es könnten auch weitere Partner aufgenommen werden. „Was wir nicht wollen, sind Gutachten, die am Ende in Schubladen landen“, so Lorenzen: „Wir wollen konkrete Maßnahmen auch umsetzen.“ Hierzu werde es eine Steuerungsgruppe geben, in der jede Gemeinde ein Mitglied und dessen Vertreter entsenden wird. Dieser verbindliche Kooperationsraum sei in dieser Form ein für Schleswig-Holstein einmaliges Projekt mit klaren Strukturen.

Doch es gab auch kritische Töne zu diesem Vorhaben. So wurde unter anderem nach der Finanzierbarkeit von Projekten gefragt. Vertreter Katharinenheerds wiesen darauf hin, dass sie bereits 1700 Euro in den Haushalt mit aufgenommen hätten. Aber auch die Finanzhoheit der einzelnen Gemeinden war ein heiß diskutiertes Thema. Nach kurzer Beratung wurde in den Vertragsentwurf noch dieser Passus eingefügt: „Die Finanzhoheit der einzelnen Gemeinden bleibt erhalten und wird durch die Kooperationsvereinbarung nicht berührt.“ Doch am Ende waren es nur noch neun, die dem Vertrag zustimmen wollten. Die Gemeindevertreter Kirchspiel Gardings stimmten mehrheitlich dagegen. Doch Andrea Kummerscheidt reichte ihnen die Hand und stellte klar, dass eine spätere Aufnahme immer noch möglich sei. Somit unterzeichneten neun Gemeinden die Kooperationsvereinbarung und legten gleichzeitig die Vertreter für die Steuerungsgruppe fest. Herbert Lorenzen wagte am Ende einen prophetischen Ausblick in die Zukunft. „Wir werden alle von dieser Vereinbarung profitieren.“

Ein weiteres Thema des Abends war der Wechsel der Trägerschaft des evangelsichen Kindergartens Garding vom Kirchengemeinderat zum Evangelischen Kindertagesstättenwerk NF. Geschäftsführer Christian Kohnke verwies auf die gestiegenen Anforderungen und größer werdenden Verantwortungsbereiche. „Unser Ziel ist es, die Individualität der Kindertagesstätten zu sichern.“ Dabei versicherte er, dass es keine Veränderungen in den bestehenden Verträgen gäbe. „Auch die Besonderheiten der Einrichtung bleibt erhalten und wird von uns auch gefördert.“ Mit großer Mehrheit wurde dem Trägerwechsel zugestimmt.

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