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Wandel auf Eiderstedt : Gemeindeschwestern für die medizinische Versorgung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Teilnehmer eines Workshops wurden auf den Demografischen Wandel, Probleme der Grundversorgung und wirtschaftliche Herausforderungen eingestimmt. Aber auch Stärken und Schwächen Eiderstedts waren Thema.

„Gemeinsam handeln für das Mittlere Eiderstedt“ könnte als Motto über dem Workshop stehen, zu dem sich rund 40 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Vereinen und Institutionen sich in der „Alten Schule“ in Westerhever trafen. Zwei Tage lang beschäftigten sie sich mit den Konsequenzen des demographischen Wandels im „Kooperationsraum Mittleres Eiderstedt“. Wichtigstes Ziel war, die Grundlage für eine langfristige, auf festen Vereinbarungen wie auch auf gegenseitigem Vertrauen aufbauende Organisationsstruktur zu erarbeiten.


Fragebögen ausgewertet


Vorbereitet und begleitet wurde die Veranstaltung durch das Planungsbüro pakora.net aus Karlsruhe, das vorab im Rahmen des vom Bund finanzierten „Integrierten Mobilitätskonzeptes für den Kreis Nordfriesland“ ein Kooperationsraumkonzept skizziert hatte. Zu dem Kooperationsraum gehören die Kommunen Garding, Kirchspiel Garding, Grothusenkoog, Katharinenheerd, Vollerwiek, Osterhever, Westerhever, Tetenbüll, Poppenbüll und Welt.

Über den Sommer startete das Planungsbüro eine Fragebogenaktion, führte Gespräche vor Ort, wertete diese aus und stellte Materialien für den Workshop zusammen.

In Impulsvorträgen wurden die Teilnehmer des Workshops auf die Themen „Demographischer Wandel“, „Wohnen und Soziales“, „Grundversorgung“ und „Wirtschaft und Tourismus“ eingestimmt, bevor die Stärken und Schwächen Eiderstedts aus Sicht der Akteure diskutiert wurden. Der demographische Wandel bedeutet in Eiderstedt weniger, dass die Bevölkerung deutlich abnimmt, sondern dass der Anteil der Älteren immer größer wird, während der Nachwuchs fehlt. Dies hat Auswirkungen auf die medizinische Versorgung, die Grundversorgung, aber auch auf das Vereinsleben und den sozialen Zusammenhalt. Es wurden verschiedene Ansätze wie Ärztenetzwerk, Gemeindeschwester oder Patientenbus angesprochen.

Der Markt am Dienstag in Garding ist für viele Menschen ein Ort des Treffens und der Kommunikation. Hier könnte ein Mobilitätsangebot das Fortbestehen unterstützen. Einig war sich die Runde auch darüber, dass schon heute nicht jeder die Wohnung findet, die er braucht. Mietwohnungen für Arbeitskräfte aus der Region, Wohnraum für Familien mit Kindern, aber auch neue Wohnformen für Ältere sind notwendig.


Zuschüsse für Fahrten


Im Hinblick auf die Arbeitsplatzsituation sind Neuansiedlungen von Produktionsbetrieben nach Meinung aller kaum zu erwarten, so dass der Fokus auf der Pflege von Bestandsbetrieben und Arbeitsplätzen liegen muss. Unterstützung durch Breitbandausbau würde allen Branchen und auch den Bewohnern helfen, die Situation zu stabilisieren.

Es bestand Einigkeit darüber, dass im Tourismus noch große ungenutzte Potenziale sowohl im Hinblick auf Eiderstedt spezifische Angebote als auch die Qualität des Vorhandenen und insbesondere der Außendarstellung und Vermarktung bestehen. Nicht zuletzt ist eine zeitgemäße gemeinsame Online-Buchungsplattform unerlässlich.

Am zweiten Tag standen die Themen „Mobilität in der Fläche“, „städtebauliche Fragen in Garding“ und „Organisation“ im Fokus. Zuschüsse zu Taxifahrten für Arztbesuche wurden ebenso genannt, wie eine Plattform für privat organisierte Mitnahmemöglichkeiten und die Anschaffung eines Eiderstedt-Busses, der tagsüber als Markt- und Patientenbus genutzt wird, abends für Trainingsfahrten und zu kulturellen Veranstaltungen und am Wochenende für Fahrten zu Turnieren und in die Disko. Nachgedacht wurde auch über eine Verlegung des Bahnhaltepunkts in Garding in Richtung Welter Straße, um eine bessere Vernetzung mit Bus und Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen.

Gemeinsam mit einer Stimme zu sprechen, ist Voraussetzung bei der Einwerbung von Fördermitteln oder bei der Antragstellung bei Bahn und Land, wenn es um bauliche Veränderungen geht. Der Bürgermeister der Gemeinde Welt, Dirk Lautenschläger, brachte es abschließend auf den Punkt: „Die Veranstaltung war ein Anfang, bei dem zum ersten Mal das Kirchturmgedenken überwunden wurde. Ich hoffe, dass sich Eiderstedt als gemeinsamer Raum weiter entwickelt.“

Die als Abschluss der jetzigen Phase am 29. Oktober in der Dreilandenhalle in Garding stattfindende Veranstaltung soll somit auch Auftakt für weitere Schritte sein. Vorab werden die Workshop‐Ergebnisse in den Gremien eingebracht und diskutiert– für die Zukunft Eiderstedts.

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erstellt am 26.Sep.2014 | 17:30 Uhr

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