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Kreisprogramm kommt gut an : Gemeinderat stimmt für Knickschutz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeinde Vollstedt will sich am Knickschutzprogramm des Kreises beteiligen. Der Gemeinderat will zudem ein Planungsbüro beauftragen, um Windeignungsflächen zu finden .

Mit einer Schweigeminute für den verstorbenen Gemeindevertreter Gerd Borchardt begann Vollstedts Bürgermeister Hans-Jakob Paulsen die Gemeinderats-Sitzung. Ausführlich stellte er dann das vom Kreis aufgelegte regionale Knickschutzprogramm vor. „Die Förderung daraus kann bis zu 100 Prozent der entstehenden Kosten betragen. Die Chance sollte kein Landeigentümer verpassen“, sagte Paulsen.

Knicks gehören einfach in das Landschaftsbild der Geest. Überwiegend seien sie ab dem 18. Jahrhundert infolge der Verkoppelung als Begrenzung landwirtschaftlicher Flächen aus Laubgehölzen der angrenzenden Wälder errichtet worden. Im waldarmen Land zwischen den Meeren übernahmen Knicks eine wichtige Funktion als Brenn- und Bauholzlieferant sowie Windschutz. Sie sind für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ein wichtiger Lebensraum. Das alles und die Aufwertung der Knicks sei Motivation für das Programm gewesen. Danach werden Maßnahmen, wie das Nachpflanzen heimischer Laubgehölze bei entstandenen Lücken, Ergänzung der Bepflanzung mit Wildobst, das Aufsetzen stark erodierter oder geschädigter Knickwälle, die Anlage von Saumstreifen, Einsaat mit regionalheimischen Saatgut, Schließung von nicht mehr benötigten Durchfahrten, Neuanlage von Knicks mit Wall und Saumstreifen oder von ebenerdigen Knicks gefördert.

Da die Maßnahmen auf freiwilliger Basis erfolgen, sollte zunächst festgestellt werden, wo Handlungsbedarf besteht. „Ich werde danach alle Landeigentümer an einen Tisch holen und eine Info-Veranstaltung abhalten“, so Paulsen. Mit dem Einverständnis der Betroffenen könne dann die Kommune Förderanträge stellen. Die Gemeindevertreter signalisierten ihr Einverständnis.

Weiter votierte das Gremium einstimmig dafür, ein Planungsbüro mit der Feststellung zu beauftragen, ob im Gemeindegebiet noch Windeignungsflächen ausgewiesen werden können. „Ich meine, da ist noch eine Fläche drin, weil sich die Abstandsregelungen verändert haben“, so der Bürgermeister. Ein Thema was anstehe, sei die Schaffung eines Baugebietes. „Wir müssen jungen Leuten etwas bieten, sonst wird der demografische Wandel im Dorf schneller voranschreiten“, so Paulsen. Er habe als einziges in Frage kommendes Stückchen Erde die Schoolkoppel im Auge. Doch wegen der Nähe zu den landwirtschaftlichen Betrieben und Windkraftanlagen wolle er zunächst die Bauaufsicht beim Kreis befragen, ob eine Bebauung möglich wäre. Ansonsten bräuchte niemand mit Planungen beginnen.

Auch das Thema Flüchtlinge habe Priorität. „So langsam brechen die Dämme. Die Herausforderungen werden größer“, erklärte Paulsen. Die Mitarbeiter des Amtes Mittleres Nordfriesland bräuchten dringend weiteren Wohnraum, mindestens 80 Wohnungen aktuell. Inzwischen komme es auf den Standort nicht mehr an. Es werde auch schon an Sammelunterkünfte in Turnhallen gedacht, obwohl das, so Paulsen, nicht gut wäre. Auf Amtsebene finden auch Gespräche mit den Verantwortlichen des Christian-Jensen-Kollegs wegen Unterbringungsmöglichkeiten statt. Benötigt werden auch weitere ehrenamtliche Kümmerer, insbesondere wenn es um Alltagshilfen, wie bei Behördengängen oder Arztbesuchen, geht. „Ich bin froh, dass wir hier im Bereich überall in der Bevölkerung auf Akzeptanz stoßen. Die Menschen kommen, weil sie um ihr Leben fürchten müssen“, so der Bürgermeister.

Schließlich berichtete er, dass der Kreis seine Umlagen von 37 auf 39,5 Prozent erhöhen muss. Auch die Amtsumlage wird auf 20,26 Prozent angehoben. „Wir Gemeinden müssen die Kröte schlucken“, so Paulsen.


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