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Einwohnerversammlung in Haselund : Gemeinde setzt auf Windenergie

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Einwohnerversammlung von Haselund wurde über die Windenergie-Pläne der Gemeinde informiert. Im Nordwesten sollen Eignungsflächen ausgewiesen werden.

Gemeinsam mit Viöl will die Gemeinde Haselund einen Bürgerwindpark errichten. Darüber informierte Haselunds Bürgermeister Jan Thormählen in einer Einwohnerversammlung. Seit 2008 beschäftige sich der Gemeinderat mit dem Thema Windkraft. „Grundlage des bestehenden Windparks war der Regionalplan“, erläuterte Thormählen den mehr als 100 Besuchern. Dafür habe man verschiedene Flächen in Betracht gezogen. Doch vor dem Oberverwaltungsgericht wurde der Regionalplan verworfen. „Jetzt stehen wir ohne Regionalplan da und müssen das Beste daraus machen.“ Als Grund für die Unwirksamkeit des Planes seien vom Gericht Verfahrensfehler genannt worden, erklärte Gisela Ohmsen vom Planungsbüro eff-plan aus Jübek. So seien öffentliche und private Belange nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt worden. Ohne gesteuerte Planung bestehe aber die Gefahr des Wildwuchses von Windkraftanlagen. Daher habe Haselund einen Teilflächennutzungsplan Windenergie aufgestellt. Die Planerin wies jedoch darauf hin, dass die Stellungnahme des Landes noch ausstehe.

Planer David Saura Blasco erläuterte die Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Nutzung als Windenergiefläche. Dabei habe man sich an die Vorgaben des OVG-Urteils gehalten, sagte er. So sei klar erkennbar, welche Zonen von vornherein nicht für die Windenergienutzung geeignet seien und bei welchen eine weitere Abwägung möglich sei. Nach Ausschluss wegen der harten Tabukriterien seien vier Bereiche für die Errichtung von Windkraftanlagen geblieben. Dabei habe sich der Bereich im Nordwesten der Gemeinde mit den höchsten Nutzungsmöglichkeiten herausgestellt, berichtete Saura. Im nächsten Schritt gehe es nun darum, den Flächennutzungsplan vorzubereiten und in die Genehmigungsverfahren einzusteigen. Ausschlaggebend ist letztendlich die Stellungnahme der Landesplanung. Gisela Ohmsen betonte, dass die Planungen mit einem Risiko behaftet seien. „Bei einer Ablehnung ist das gesamte Planungsverfahren dennoch kostenpflichtig.“ Im Genehmigungsverfahren würden die angegebenen Tabukriterien überprüft und der Standort der eingezeichneten Anlagen unter die Lupe genommen.

„Der neue Bürgerwindpark Obere Arlau II Gbr wurde in diesem Jahr mit zehn Personen gegründet“, berichtete Geschäftsführer Ralf Thomsen. Dabei sei das Bürgerwindpark-Prinzip Voraussetzung für die Gründung gewesen. Damit wolle man allen interessierten Bürgern die Möglichkeit geben, sich daran zu beteiligen. Die Zeichnungsfrist für die Beteiligung am Bürgerwindpark beginnt am 1. Januar 2016. Alle Einwohner der beiden Gemeinden Haselund und Viöl, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, können sich mit einem Startkapital von 500 Euro beteiligen. Weitere Informationen soll demnächst über eine Hauswurfsendung erfolgen, so Thormählen weiter. „Damit werden wir die ersten Planungskosten finanzieren“, so Thomsen. Er wies daraufhin, dass die Beteiligungssumme als Risikokapital eingeschätzt werden müsse. Einwohner, die sich während der Zeichnungsfrist beteiligt haben, werden im Frühjahr zu einer Gesellschafterversammlung eingeladen.

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