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Husumer Nachrichten

25. September 2017 | 08:16 Uhr

Horstedt : Gemeinde setzt auf Elektroautos

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kommunalpolitiker prüfen nun die Finanzierbarkeit eines eigenen Fahrzeugs.

Horstedts Gemeindevertreter sprachen sich in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich für eine Förderung der Elektromobilität aus. So soll am Gemeindehaus „Uns Huus“ eine Ladesäule installiert werden, die die Möglichkeit bietet, zwei Elektroautos mit je 22 kW-Power aufzuladen. Die Ausschreibung hatte das Amt Nordsee-Treene veranlasst. Den Zuschlag erhielten die Stadtwerke Husum, die die Säulen eigenständig inklusive Wartung betreiben werden. Lediglich der gezapfte Strom soll mit 30 Cent pro Kilowattstunde (kWh) abgerechnet werden. Die Abbuchung wird über Karten erfolgen, die demnächst vergeben werden können. „Der Gemeinde entstehen keinerlei Kosten, auch nicht für die Installation“, stellte Bürgermeisterin Karen Hansen fest.

Weiter will das Gremium E-Carsharing voranbringen und bei Bedarf den Bürgern anbieten. Dazu erläuterte die Gemeinde-Chefin: „Der Versuch, Horstedt in den Stadtverkehr Husum und Umgebung mit einzubinden, ist aus Kostengründen gescheitert. So haben wir die Idee der Elektromobilität aufgenommen.“ Die Nutzung eines E-Fahrzeuges sei unabhängig von Bushaltestellen und vor allem jederzeit möglich. Da der Bund aber für Gemeinden keine Fördermittel lockermache, wäre – wie in anderen Kommunen bereits geschehen – ein gemeinnütziger Verein zu gründen. Angedacht sei der Name „Dörpsmobil Horstedt e.V“. Aus diesem Grund wird am 11. Oktober zu einer Einwohnerversammlung eingeladen. Zum Thema wird Stephan Wiese vom Vorstand der „eE4mobile eG“ aus Bredstedt sprechen. Sein Motto „Lieber mit dem Strom vom Deich, als mit dem Öl vom Scheich“ treffe den Nagel auf den Kopf.

Drei Wochen lang, informierte die Bürgermeisterin weiter, sei der Kommune bereits ein E-Fahrzeug probeweise zur Verfügung gestellt worden. 20 Bürger hatten es auch auf weiteren Strecken, wie beispielsweise nach Flensburg oder Niebüll, getestet. „Alle Nutzer haben bestätigt, dass sich das Auto sehr gut fährt. Selbst das Aufladen über die heimische Steckdose war kein Problem“, so Hansen. Bei den örtlichen Energieerzeugern habe sie inzwischen auch um Mithilfe bei der Finanzierung angefragt. Grundsätzlich sei es so, dass der Bund für den Erwerb eines Elektromobils durch den Verein 2.000 Euro Fördermittel zur Verfügung stellen würde. Hinzu käme ein Umweltbonus des Herstellers.

Verschiedene Leasing-Rechenbeispiele für Laufzeiten von 24 und 36 Monaten mit unterschiedlichen Kilometerleistungen wurden eingeholt. Wie hoch letztendlich dann der Nutzerpreis liegen werden, müsse man, wenn alles konkreter werde, kalkulieren.

Wer Interesse oder Fragen habe, so die Bürgermeisterin, dürfe sich gern unter Telefon 04846/717 oder 1886 an sie wenden.

E-Car-Sharing: Der Beschluss

Die Kommune wird Mitglied in dem zu gründenden gemeinnützigen Verein. Die Gründung des Vereins ist abhängig von der Bereitschaft sechs weiterer Personen, die Mitglied im Verein werden. Die Gemeinde trägt für zwei Jahre das möglicherweise im Betrieb entstehende Defizit, das nicht durch Sponsoring, Mitgliedschaftsbeiträge und Nutzungsgebühren gedeckt werden kann. Sollte sich nach zwei Jahren Laufzeit des Leasingvertrages herausstellen, dass die erforderliche Auslastung des Elektroautos nicht gegeben ist, endet die Mitgliedschaft und die Verpflichtung zur Übernahme eines Defizites.

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