Ockholm : Gemeinde erhöht die Hebesätze

Ockholm wird auch 2018 den Haushalt nicht ausgleichen können.

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26. Januar 2018, 11:00 Uhr

Einstimmig verabschiedeten die Gemeindevertreter Ockholms in ihrer jüngsten Sitzung die Haushaltssatzung für das laufende Jahr. Viel Gesprächsbedarf unter den sieben anwesenden Gremiumsmitgliedern gab es nicht, Bürgermeisterin Claudia Weinbrandt hatte von den Kommunalpolitikern deren Zustimmung zu den geänderten Hebesätzen für die Realsteuern schon sicher. Sie betragen: für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe (Grundsteuer A) 340 Prozent (zuvor 320 Prozent), für die Grundstücke (Grundsteuer B) ebenfalls 340 Prozent (zuvor 320 Prozent) und für die Gewerbesteuer künftig 360 Prozent (zuvor 340 Prozent). Dazu die Bürgermeisterin: „Es ist weniger schön, die Hebesätze anzuheben.“ Aber die Maßnahme sei notwendig gewesen, „weil wir den Haushalt auch 2018 nicht ausgleichen können“. Ockholm liege auf Amtsebene mit seinen Sätzen aber immer noch im unteren Viertel.

Gut weg kommen in der Gemeinde die Hundehalter. Sie zahlen für den ersten, zweiten und dritten Vierbeiner jeweils 30 Euro – der Amtsdurchschnitt liegt bei 71 Euro (zum Vergleich: Langenhorn 40 Euro, Bordelum 60 Euro und Bredstedt 120 Euro). Einstimmig verabschiedeten die Gemeindevertreter Ockholms die Neufassung der Hundesteuersatzung. Sie ist derzeit auch in allen übrigen Vertretungen der zum Amt Mittleres Nordfriesland gehörenden Gemeinden ein Thema. Inhaltlich hat sich nichts geändert, jedoch hatte die bisherige Satzung nach 20 Jahren ihre Gültigkeit verloren.

Zustimmung aus dem Gremium gab es für die Entlassung des bisherigen stellvertretenden Wehrführers aus dem Ehrenamt sowie für die Wahl des neuen stellvertretenden Wehrführers. In ihrer Jahresversammlung Anfang Januar hatten die Ockholmer Feuerwehrleute Timo Autzen in das Amt gewählt. Claudia Weinbrandt beglückwünschte ihn in der Gemeindevertretersitzung. „Klasse, dass du dich bereit erklärt hast, diese mit viel Zeitaufwand verbundene Aufgabe zu übernehmen.“ Eine Ernennungsurkunde habe sie bereits, doch die soll Timo Autzen in einem feierlichen Rahmen, beim Feuerwehrfest der Gemeinde, überreicht werden.

In ihrem Bericht ging die Bürgermeisterin auf verschiedene Themen ein. So hatte sich die Gemeinde vor zwölf Jahren den Markennamen „Tor in die Halligwelt“ zu Werbezwecken gesichert. Im Februar hätte nun eine mögliche Verlängerung angestanden, die von der Gemeinde auf Grund der Kosten in Höhe von 1250 Euro allerdings verworfen wurde. In seiner Dezember-Sitzung hatte der Zweckverband Schlüttsiel angeregt, den Markennamen der Hafengesellschaft anzubieten (wir berichteten). Das habe sie nun versucht, so Claudia Weinbrandt – ohne Erfolg. Auch die Hafengesellschaft habe auf Grund der hohen Kosten abgelehnt.

Geplant sei, so fuhr sie in ihrem Bericht fort, auf Grund von vielen Nachfragen im Hafen von Schlüttsiel eine Stele zu errichten. Sie solle, versehen mit Namen und Todesdatum, an die in dieser Region auf See bestatteten Menschen erinnern, so Weinbrandt. Bezüglich der Verwaltungskosten für die Kita sei zeitnah ein Treffen mit der Kirche geplant. Und für den 5. Februar hat die Gemeinde die Bürger zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Sie soll unter anderem für ein Engagement in der am 6. Mai zu wählenden Gemeindevertretung werben.

Haushalt in Zahlen

Ergebnisplan:

Erträge: 410 800 Euro

Aufwendungen: 599 400

voraussichtlicher Jahresfehlbetrag: 188 600 Euro

Finanzplan:

Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit: 402 300 Euro

Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit: 571 600 Euro

Einzahlungen Investitions- und Finanzierungstätigkeit: 57 800 Euro

Auszahlungen Investitions- und Finanzierungstätigkeit:

75 500 Euro

Einnahmen:

Grundsteuer A: 340 Prozent (voraussichtliche Einnahmen: 26 800 Euro)

Grundsteuer B: 340 Prozent (voraussichtliche Einnahmen: 34 400 Euro)

Gewerbesteuer: 360 Prozent (voraussichtliche Einnahmen: 125 000 Euro)

Gemeindeanteil Einkommenssteuer: 100 800 Euro

Gemeindeanteil Umsatzsteuer: 11 400 Euro

Zweitwohnungssteuer: 6 000 Euro

Hundesteuer: 1200 Euro

Schlüsselzuweisungen: 18 900 Euro

Ausgaben:

Gewerbesteuerumlage: 25 300 Euro

Kreisumlage: 141 900 Euro

Amtsumlage: 75 400 Euro

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