Hattstedt : Gemeinde bemüht sich um Ausgleich

Bauausschuss will mit Geldinstitut verhandeln, um Straßen-Ausbaukosten für die Anwohner abzumildern.

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16. März 2013, 08:43 Uhr

Hattstedt | Die Mitglieder des Bauausschusses der Gemeinde Hattstedt befassten sich in ihrer jüngsten Sitzung noch einmal mit dem Ausbau des Amtsweges. Anwohner hatten Protest erhoben und sich gegen die relativ hohen Anliegerbeiträge zu Wort gemeldet (wir berichteten). Einige von ihnen waren nun als Zuhörer anwesend. Bürgermeister Ralf Heßmann, zugleich Gremiums-Vorsitzender, stellte klar: "Es ist unfair, wenn behauptet wird, dass die Gemeindevertretung über die Köpfe hinweg entschieden hat. Eine Bürgerbeteiligung ist erfolgt." Die Gemeindevertretung habe bereits im Oktober des vergangenen Jahres eine einstimmige Entscheidung zur Sanierung des Amtsweges getroffen.

Um die Erhebung von Anliegerbeiträgen komme die Kommune gesetzlich nicht herum. Es gelte auch gleiches Recht für alle. Trotzdem könne er die Argumentationen verstehen. Die Bürger hatten unter anderem eingewandt, dass der Amtsweg neben der B 5 die am meisten befahrene Straße Hattstedts sei, was nicht an den Anwohnern liege. Das läge hauptsächlich an der Nutzung durch Mitarbeiter, Kunden, Patienten, des Geldinstitutes, des Bürgerbüros oder der Praxis für Physiotherapie sowie Dienstfahrzeuge der ansässigen Polizeistation. "Anwohner Wolfgang Feddersen hat mir außerdem erzählt, dass es zu starken nächtlichen Lärmbelästigungen kommt", so Heßmann. Beispielsweise würden meist Jugendliche an den Wochenenden während ihrer Disco-Fahrten vor dem Geldautomaten anhalten, den Motor und laute Musik aus wummernden Bass-Boxen laufen lassen. "Ich führe intensive Gespräche mit dem Geldinstitut und der Kommunalaufsicht", erklärte Heßmann. Er werde versuchen, eine höhere Beteiligung an den ohnehin schon mit einem satzungsgemäßen 30-prozentigen Aufschlag versehenen Anliegerkosten für die Sparkasse und das Amt Nordsee-Treene herauszuhandeln. Zudem hoffe er, dass für die Anwohner zinslose Darlehen angeboten werden. "Ich werde alle Bauausschussmitglieder und Gemeindevertreter unverzüglich per Mail informieren, sobald ich klare Antworten habe", so der Bürgermeister. Abschließend werde dann in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag (21.) entschieden. "Dann kann ich auch ein abschließendes Statement für die Öffentlichkeit abgeben", so Heßmann. Was den Umfang der Sanierungsmaßnahmen inklusive Bürgersteig angehe, seien sie aber unstrittig nötig. Das Gutachten spreche hinsichtlich des maroden Untergrundes eine deutliche Sprache (wir berichteten). Die Investitionskosten werden mit 56 000 Euro zu Buche schlagen. Davon müssen laut Straßenausbau-Beitragssatzung auf die Anlieger 75 Prozent im Verhältnis zur Grundstücksgröße umgelegt werden, also 42 000 Euro. Sie verteilen sich auf nur fünf private Parteien. Hinzu kommen die Sparkasse und das Amtsgebäude, in dem allerdings auch noch die Polizei, das Bürgerbüro und eine Praxis für Physiotherapie untergebracht sind.

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