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Husumer Nachrichten

21. September 2017 | 12:42 Uhr

Friedrichstadt : Gemälde an der Gracht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Friedrichstadt feiert mit seiner 19. Kulturnacht die Vielfalt: 22 Galerien, Werkstätten, Ateliers, Kirchen, Museen und Privathäuser öffnen ihre Türen.

von
erstellt am 09.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Ein bunter Haufen gut gelaunter Künstler und Kunstschaffender hat sich in der Galerie Am Stadtfeld zusammengefunden. Einige von ihnen halten das frisch gedruckte Programm für die Kulturnacht in den Händen, die am Sonnabend, 26. August, zum 19. Mal in der Holländerstadt veranstaltet wird. Für diesem Morgen haben die beiden Mit-Organisatorinnen Sina Clorius und Sabine Bolland-Graz fast ein Dutzend Mitwirkender zusammengetrommelt. Von Malerei über Skulpturen und Kunsthandwerk bis hin zur Musik – so abwechslungsreich wie die Werke der Teilnehmer soll auch die Veranstaltung werden. Kein Wunder, dass das Motto „Vielfalt“ lautet.

„Rund 600 Besucher waren 2016 bei der Kulturnacht dabei – das war Rekord“, erklärt Sina Clorius. Den würde sie in diesem Jahr natürlich gern knacken, sagt die Koldenbüttlerin. Einiges wird geboten an diesem 26. August. Von 18 bis 24 Uhr können die Besucher Bilder, Skulpturen und Kunsthandwerk, dazu Lesungen und Musik in Galerien, Museen, Rathaus, Kirchen und Ladengeschäften erleben. Alle 22 Stationen der Kulturnacht liegen in der historischen Altstadt und lassen sich bei einem Stadtrundgang erkunden. Der kulturelle Spaziergang beginnt an diesem Abend in der ehemaligen Synagoge am Binnenhafen 17. Das einstige Gotteshaus der jüdischen Gemeinde dient heute als Konzertsaal und als Mahnmal der Toleranz. Hier eröffnet der mit dem Hans-Momsen-Preis ausgezeichnete Gardinger Künstler Dieter Staacken die Kulturnacht mit einer kleinen Rede. Anschließend stellt der Männerchor „Schola Cantorosa“ sein neues Programm „Gays in Space“ vor.

Das Besondere an der Friedrichstädter Kulturnacht ist, dass mehrere Bewohner die Türen ihrer Privathäuser für Künstler und Besucher öffnen. So wie zum Beispiel Dagmar Kiesewetter, die in der Kaneelstraße Nummer 2 Glaskunst zeigt. In der gegenüber liegenden Osterlilienstraße lädt die Malerin und Fotografin Regina Kluth in ihr Atelier und ihr Zuhause ein und zeigt neben eigenen Arbeiten Werke von Jan Krützfeld, Solvej Krüger und der Schmuckdesignerin Andrea Eggers. Außerdem liest die Autorin Heidi Bols-Blum aus ihren Kurzgeschichten vor. „Ich habe das Haus voller Künstler und die Besucher dürfen überall hin – nur nicht ins Schlafzimmer“, merkt Regina Kluth lächelnd an.

Bei einem Spaziergang habe sie sich in Friedrichstadt und ihr jetziges Haus in der Westermarktstraße verliebt, sagt die gebürtige Grazerin Hanna von Kunhardt. Vor fünf Jahren brach sie ihre Zelte in Bad Wiessee am Tegernsee ab und zog in die kleine Stadt an der Treene. Von Kunhardt hat Künstler aus Österreich eingeladen. Sie verwandelt ihr Haus in eine Galerie, wo zwischen schweren Holzbalken und schmalen Treppen Bilder aus der Serie „Gefühlswelten“ von Thomas Reischauer hängen.

In der Goldschmiede von Martina Wickord hingegen dreht sich alles um Perlen, und im Laden sowie im Garten von „Silkes Schuhparadies“ zeigt die Bildhauerin Gudrun Wolf-Scheel ihre Kunst. Wickord gehört zu den Pionieren der Kulturnacht und plant, auch eine Mitmach-Aktion anzubieten. Mitmachen ist auf jeden Fall im Paludanushaus, dem Versammlungshaus der dänischen Minderheit, die Devise, wenn Geflüchtete aus dem Nordirak zu einem Fest der Vielfalt mit Musik, Trachten und Speisen aus ihrer Heimat einladen. „Apropos speisen“, sagt Clorius. „An den meisten Stationen werden gegen eine Spende kleine Häppchen angeboten, und ein Fischlokal am Marktplatz bietet sogar einen Kultur-Burger an.“

Veranstalter der Kulturnacht ist die Stadt Friedrichstadt mit Unterstützung der Kulturstiftung der Nord-Ostsee-Sparkasse. Der Karten-Vorverkauf findet ab sofort in der Tourist-Information (Am Markt 9) und in der Buchhandlung Stümpel (Am Fürstenburgwall 11) statt. Details zu den 22 Stationen sind im Programm-Heft, das an vielen Stellen ausliegt, und unter www.kulturnacht.sh zu finden.
 

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