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Poetry Slam in Tetenbüll : Gelungene Premiere des Plattdüütschen Dags

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Statt eines plattdeutschen Abend veranstaltete der Heimatbund Eiderstedt erstmals einen ganzen Tag rund ums Niederdeutsche. Höhepunkt war der Poetry Slam in Tetenbüll.

Dass der Saal im Theatrium in Tetenbüll voll besetzt war, war kein Wunder, gab es doch Poetry-Slam op Platt. Die Veranstaltung war Teil des „Plattdüütschen Dag op Eiderstedt“ vom Heimatbund der Landschaft. Die Moderation des Abends übernahm Marianne Ehlers vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds. Sie wurde unterstützt von ihrer Schwester Renate Poggensee aus Welt, die auch die Idee zu diesem Tag op Platt hatte. Er wurde das erste Mal anstelle des Plattdüütschen Abends ausgerichtet.

Als Poetry Slam wird ein Dichterwettstreit bezeichnet, bei dem Autoren ihre selbst geschriebenen Texte vor Publikum präsentieren. Entstanden in Chicago Mitte der 1980 Jahre hat er längst schon seinen Einzug auf deutschen Bühnen gefunden. Vier Künstler stellten sich in Tetenbüll dem Publikum, das gleichzeitig auch als Jury fungierte. Es waren Bolko Bullerdiek aus Hamburg, der erst das dritte Mal an einem Slam teilnahm, er schreibt plattdeutsche Bücher und war jahrelang in „De Schrievwerkstatt“ des Heimatbundes tätig; Achim Kußmann, ebenfalls aus Hamburg, bekannt durch die Sendung „Hör mol en beten to“ des NDR. Gärtner Jan Ladiges aus Holm bei Pinneberg ist schon ein alter Hase in diesem Metier. Bärbel Wolfmeier aus Stelle-Wittenwurth schreibt Gedichte und Prosa, hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und wird demnächst in München vor Publikum ein Gedicht auf Platt lesen. In der ersten Runde blieb Bolko Bullerdiek auf der Strecke. In der nächsten Runde hörte man von Jan Ladiges „Herrenavend – son fiesen Döst“, von Achim Kußmann „Fachkraft för Arbeitssekerheit“ und von Bärbel Wolfmeier „Wirre Gedanken, Hoor liggt wirr“. Diesmal musste sich Achim Kußmann geschlagen geben. Im letzten Durchgang punktete dann Jan Ladiges mit „Dat Tüdelband“ und „Eiderstedt mien Eiderstedt“. Er heimste den lautesten Beifall ein. Das Publikum war sichtlich begeistert von diesem Wettstreit.

Für Hans Meeder, Vorsitzender des Heimatbundes, war dieser erste „Plattdüütsche Dag“ ein voller Erfolg. Die Organisation auch der übrigen Veranstaltungen des Tages hatte super geklappt. Die Plattdüütschen Lesestünnen waren durchweg gut besucht. Sie fanden in Garding, Tating, St. Peter-Ording, Tönning, Osterhever und Oldenswort statt. Lediglich der weniger gut besuchte Rundgang durch Koldenbüttel mit Walter Clausen war dem eher schlechten Wetter geschuldet. Für die Führung durch das Multimar Wattforum hatte sich keine Schulklasse angemeldet.

Viel Freude hatten die Schüler und Kindergartenkinder aus Garding und Tönning am Puppentheaterstück „Guld in de Eider“, das in der Gardinger Turnhalle aufgeführt wurde. Später berichtete der kleine Jannik seiner Mutter freudestrahlend: „Wir haben heute ein Puppentheater gesehen, ich habe aber kein Wort verstanden, die haben Englisch gesprochen.“

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