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Quiz-Auftritt im Fernsehen : Geht die Leuchte des Nordens nach Nordfriesland?

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine 39-jährige Mutter aus Olderup stellte sich der Herausforderung und tritt als Kandidatin in der NDR-Quiz-Show "Leuchte des Nordens" auf. Mit ihren drei Söhnen hat sie fleißig für diesen Termin gebüffelt. Ihr Ehrgeiz: die Trophäe für Schleswig-Holstein zu gewinnen.

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erstellt am 05.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Fangfrage: Was steht vor der Olderuper Kirche? Upps. Hmh – ja, was nur? Für einen Moment blickt Ute Kobert-Kiebjieß ratlos drein. Doch da – ein Geistesblitz. Der hölzerne Glockenturm natürlich! Fast wäre die Olderuperin über diese einfachste aller Fragen gestolpert. Dabei hatte sie so viel gebüffelt für die Fernseh-Quiz-Show im NDR. Ihr ehrgeiziges Ziel: Leuchte des Nordens zu werden. Ob sie das tatsächlich schafft, das ist heute Abend (5. Januar) im dritten Programm zu sehen.

Unzählige Male hatte sich Ute Kobert-Kiebjieß schon mit ihren Söhnen Jenndrik (8), Jonas (12) und Jannik (14) die Show im Fernsehen angeschaut. „Mann, das ist ja kinderleicht“, stöhnten die Jungs jedesmal. Sie forderten ihre Mutter auf: „Bewirb dich doch mal.“ Aber die quirlige, junge Frau verschwendete erst gar keinen Gedanken daran. Bis eines Tages der Sender bei der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind, Regionalverein Schleswig-Holstein, anfragte, ob er einen Kandidaten für die Sendung hätte?

Und da war Ute Kobert-Kiebjieß „fällig“. Denn als Mutter von drei hochbegabten Kindern arbeitet sie im Vorstand mit. Die Kollegen waren alle der Meinung, dass sie die geeignete Person sei, um den Verein gut zu vertreten. Okay. Spielverderberin wollte die Olderuperin natürlich nicht sein, und ein bisschen war auch ihr Ehrgeiz geweckt. Ohnehin stellt sich Ute Kobert-Kiebjieß momentan großen Herausforderungen in ihrem Leben. Seit 2010 ist sie allein erziehend und managt den Familienbetrieb alleine. Parallel dazu absolviert die 39-Jährige eine dreijährige Teilzeit-Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt Husum. Im Juni steht ihr die Abschluss-Prüfung bevor.

Beim NDR erfuhr die Olderuperin, dass ab 2014 ein neues Sendeformat mit geänderten Spielregeln startet. Die Quiz-Show beginnt jetzt immer mit einer Fragerunde über Heimatkunde: sechs Fragen in 30 Sekunden. „Ich bin erst mal zur Stadtbücherei Husum gedüst und hab mir ein Rätselbuch über Nordfriesland besorgt“, lacht Ute Kobert-Kiebjieß. Denn sie ist in Lübeck groß geworden und mit den hiesigen Details nicht so vertraut. „Ich hab also erst mal jede Menge Zahlen gebüffelt, Einwohnerzahlen, die höchsten Erhebungen, alles über die Inseln und Halligen.“ – Und dann kommt doch diese vertrackte Frage nach dem Olderuper Glockenturm...

Anfang Oktober 2013 fand ein Casting statt, bei dem sich sämtliche Kandidaten präsentierten. Sie wurden vor der Kamera auf ihre Bildschirm-Präsenz getestet. „Es hieß, wir kriegen dann Bescheid. Es könne aber durchaus bis zu zwei Jahre dauern“, berichtet die Olderuperin. Aber bei ihr lief es fix. Sie wurde gleich für Anfang November zur ersten Aufzeichnung eingeladen. Zwei Wochen später ging es dann richtig zur Sache. Mit vier Outfits im Koffer und den drei Jungs im Auto fuhr sie zum Studio 10 des NDR nach Hamburg.

Was nur Insider wissen: Im November wurden sämtliche Sendungen der „Leuchte des Nordens“ für das Jahr 2014 abgedreht. Damit für die Fernsehzuschauer alles stimmig rüberkommt, muss die Garderobe zur jeweiligen Jahreszeit passen. So bekamen alle ausgewählten Kandidaten Anweisung, wie sie erscheinen sollten – ob in Winterklamotten oder im luftigen Sommer-Outfit.

Das Auftreten der jungen Frau aus Olderup hatte den Fernsehmachern offenbar so gut gefallen, dass sie sie gleich für die Auftakt-Sendung einteilten. Um ein Haar wären die Nordfriesen aber zu spät gekommen – ein Stau an der Rader-Hochbrücke hatte den Zeitplan durcheinander gewürfelt. Doch alles ging gut. Selbst Moderator Alexander Bommes kam auf die letzte Minute an – ganz locker in Motorrad-Kluft. „Er gab jedem die Hand, uns auch“, sprudelt Jonas über vor Begeisterung, „und er hat mit jedem gequatscht.“ Erst später, als der Fernsehmann in feinem Zwirn vor die Kamera trat, begriff der Zwölfjährige, wem er die Hand geschüttelt hatte. „Boah, das war cool!“

Zusammen mit seinem älteren Bruder Jannik und den Großeltern, die extra aus Lübeck gekommen waren, durfte er im Studio Platz nehmen. Der Jüngste der Geschwister musste sich aus Jugendschutz-Gründen – die Aufzeichnung flimmert spät abends über den Bildschirm – die Zeit in einem hinteren Raum vertreiben. Aber Jenndrik war bestens versorgt. „Da standen ganz viele Süßigkeiten rum, und ich konnte alles über einen großen Bildschirm verfolgen“, erzählt er.

„Mama, du schaffst das schon!“ hatten die beiden „Großen“ ihrer Mutter mit auf den Weg in die Show gegeben. Doch für einen Moment sah die taffe junge Frau im silbergrauen Hosenanzug ihre Felle davon schwimmen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich so schwitzen kann“, grinst sie im Rückblick. „Ich war nur froh, dass ich dem Moderator nicht noch einmal die Hand geben musste...“

Wie sich Ute Kobert-Kiebjieß geschlagen hat, und ob sie die Trophäe „Leuchte des Nordens“ mit nach Hause nehmen konnte, das ist ab 21.45 Uhr auf N 3 zu sehen.

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