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Widerstand gegen Hähnchenmast-Anlage : Gegner führen zahlreiche Argumente ins Feld

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Langenhorn regt sich Widerstand gegen die geplante Hühnchenmast-Anlage. Die Gegner sehen nur Nachteile auf den Erholungsort und seine Bewohner zukommen. Ihr Appell: Lieber weniger Fleisch essen, dafür aus artgerechter Haltung.

„Müssen wir Angst haben? “ Das ist eine der Fragen, die sich immer mehr besorgte Einwohner des Erholungsortes Langenhorn im Hinblick auf die geplante Hähnchenmastanlage stellen. „Es ist höchste Zeit, dass wir etwas unternehmen“, so Erhard Stern, ein engagierter Sprecher der Gruppe, die sich gegen den Bau der Anlage stellt. Laut Gemeindeordnung müssten Bürger frühzeitig über Entscheidungen, die das Dorf betreffen, informiert werden. Und am Mittwoch (12.) bei der Sitzung der Gemeindevertretung würden möglicherweise schon wichtige Weichen gestellt. Stern: „Deshalb sollten alle, die nicht mit dieser Mastanlage einverstanden sind, sich spätestens dort deutlich positionieren.“

Einiges an Informationen zu der Problematik hat die Gruppe bereits zusammengetragen. Wer Massentierhaltung gut heiße, müsse das Risiko eingehen, Fleisch von Tieren zu essen, die mit Medikamenten behandelt wurden, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative. Leben Tiere dicht auf dicht, seien Massenepidemien nur durch prophylaktische Arzneimittelgabe zu verhindern. Regelmäßige Kontrollen der Tiere durch einen Tierarzt könnten da nicht ausreichen. Das sei einer der Gründe, so der Sprecher, weshalb diese Hähnchenmastanlage nicht gebaut werden sollte.

Darüber hinaus gebe es noch andere gravierende Argumente, die dagegen sprechen. Etwa 1,4 Millionen Hähnchen pro Jahr würden unter anderem bedeuten: eine erhöhte Geruchsbelästigung, eine Gefahr für die Gesundheit durch multiresistente Keime und Emissionen von Ammoniak, Staub, Bakterien und Viren. Stern weist darauf hin, dass Schule, Kindergärten und Wohngebiete nur etwa einen Kilometer von der Biogasanlage entfernt liegen, wo die Mastanlage entstehen soll.

Die Anlieferung der Eintages-Küken und des Futters werden für mehr Verkehr auf der Dorfstraße führen, macht die Gruppe deutlich. Hinzu kämen die toten Tiere, die entsorgt werden müssten. Die Gruppe geht nach ihren Recherchen von 180 Lkw-Ladungen à 25 Tonnen für den Abtransport der Tiere aus. Nicht unerheblich sei auch der Abtransport des Hühnerkotes und die durch Hühnerkot und Gärreste belastete Felder seien nicht unerheblich.

„Massentierhaltung muss nicht sein“, stellt die Initiative fest. Es wäre doch viel sinnvoller, weniger Fleisch zu essen und dabei auf artgerechte Tierhaltung zu setzen.

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