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Einjährige Testphase : Gegenverkehr in der Neustadt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In einer einjährigen Testphase soll von März an geprüft werden, ob in der Husumer Neustadt künftig Zweirichtungsverkehr möglich ist. Zu diesem Thema wird es am 20. Januar eine Anliegerversammlung im Rathaus geben.

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erstellt am 15.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Mit dem „Mobilitätskonzept Innenstadt 2025“ hat sich die Stadt große Ziele gesetzt, die jetzt peu à peu umgesetzt werden sollen. Eines dieser Ziele betrifft die Neustadt. Die ist seit fast einem halben Jahrhundert Einbahnstraße und soll von März an für die Dauer eines Jahres testweise im Zweirichtungsverkehr erprobt werden. Hierzu gibt es am Mittwoch, 20. Januar, ab 19 Uhr, im Ratssaal des Rathauses eine Anwohnerversammlung.

Bis 1964 war die Neustadt Teil der B 5 und diente als Durchgangsstraße für den Fernverkehr – mitten durch den Ort. Ältere Mitbürger werden sich noch erinnern, dass dies sogar für die Untere Neustadt galt, obgleich diese – besonders für den Schwerlastverkehr – ein echtes Nadelöhr darstellte. „Die Einbahnstraßenregelung sollte dazu dienen, den dichten Autoverkehr aus der Innenstadt herauszuholen“, berichtet Ordnungsamtsleiter Malte Hansen beim Pressegespräch im Rathaus. Doch solche Regelungen haben sich lange nicht überall als segensreich erwiesen, ergänzt Karl Friedrich Bumb. Als Beispiel nennt der stellvertretende Ordnungsamtsleiter den Treibweg, der früher auch einmal Einbahnstraße war. Grundsätzlich habe Zweirichtungsverkehr den Vorteil, dass die Menschen aus beiden Richtungen schneller zum Ziel kämen und dieses in beiden Richtungen auch wieder schnell verlassen könnten.

Mit Fertigstellung der Westtangente vor drei Jahren habe die Neustadt spürbar an Bedeutung verloren, erläutert Hansen. Eine Feststellung, die das Ordnungsamt in der Einwohnerversammlung durch Zahlen zu untermauern versuchen will. Auf jeden Fall biete die Abnahme des Verkehrsaufkommens gute Voraussetzungen für die Einführung eines Zweirichtungsverkehrs. Dafür spricht nach Hansens Auffassung auch die durchgehende Breite der Straße von acht Metern.

Dennoch ist das Projekt für die Stadt, aber auch für Verkehrsteilnehmer und Anwohner eine Herausforderung, räumt Bumb ein. So sei die Teststrecke vom Husumer Brauhaus bis zum Wasserturm auch weiterhin 30-km/h-Zone. Zudem müssten sich Autofahrer und Radfahrer auf Hindernisse einstellen. Die Fahrbahnverengung in Höhe des Kino-Centers bleibt zum Beispiel bestehen. „Diese Querungshilfe für Schulkinder werden wir nicht aufheben“, betont Hansen.

In fünf Parkzonen – abwechselnd mal auf der West-, mal auf der Ostseite der Neustadt – sollen zudem 45 Parkplätze ausgewiesen werden – ganze zwei weniger als bisher. „Wir haben das zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten ausgemessen“, sagt Bumb. Er wusste die Rechnung, dass, wenn bisher links und rechts geparkt werden durfte, durch die neue Regelung mindestens die Hälfte der Parkplätze wegfallen müsse, mit Zahlen zu widerlegen. „Erstens galt tagsüber für die Ostseite ein Parkverbot“, erklärt er. Zweitens seien in den Abend- und Nachtstunden mehr Parkflächen als Parker vorhanden gewesen. „Somit bleibt alles beim Alten.“ Die neuen Parkzonen sollen in Höhe von Brauhaus, Husumhus, Reitsportgeschäft, Apotheke und Kino-Center ausgewiesen und durch entsprechende Beschilderungen gekennzeichnet werden. Die Einfahrten zu Privatgrundstücken oder weiteren Parkplätzen erhalten Parkverbotsschilder. „Dadurch geht uns so gut wie kein Parkplatz verloren“, fasst Bumb zusammen.

Übrigens: Auch Fahrradfahrer dürfen die Straße während der Testphase jetzt endlich in beiden Richtungen befahren. Bisher war das aufgrund der Einbahnstraßen-Regelung nur in Richtung Norden erlaubt. Trotz der alternierenden Parkplätze steht in beiden Fahrtrichtungen ein jeweils drei Meter breiter Fahrstreifen zur Verfügung. „Das ist mehr als das vorgeschriebene Minimum“, sagt Malte Hansen. Die Minimalbreite beträgt 2,50 Meter. Außerdem seien nach derzeitiger Planung zwei Behindertenparkplätze vorgesehen.

„Mit dieser Maßnahme hoffen wir die Erreichbarkeit der Innenstadt deutlich zu verbessern“ erklärt Hansen. Wie Bumb ist auch er überzeugt, dass das Projekt ein Erfolg wird. Beide verweisen in diesem Zusammenhang auf die Süderstraße, wo ebenfalls wechselseitige Parkzonen eingerichtet worden sind. Nebeneffekt: Obgleich es sich um eine Landesstraße handelt und das Tempo daher nicht auf 30-Km/h reduziert werden konnte, wird dort nach Messungen des Ordnungsamtes deutlich langsamer gefahren. „Diesen Effekt wünschen wir uns auch für die Neustadt“, betont Bump. Ihren Optimismus gründen sie nicht zuletzt auf die Verkehrsteilnehmer selbst: „Wenn Auto- und Radfahrer rücksichtsvoll miteinander umgehen, dürfte es keine Probleme geben.“

Grundsätzlich gelte die Maxime: Um Umwege im Quell- und Zielverkehr zu vermeiden, ist ein Zweirichtungsverkehr besser als eine Einbahnstraße. Doch Nachsteuerungen in den Planungen seien immer möglich. Während der Anwohnerversammlung dürfen also Anregungen vorgebracht und dazu Vorschläge gemacht werden. Sollten sich diese als sinnvoll erweisen, „werden wir sie berücksichtigen und in dass Konzept einarbeiten“, verspricht der Ordnungsamtsleiter Hansen.

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