Mildstedt : Gegen häusliche Gewalt

Kirsten Schöttler-Martin (l.) und Petra Stadtländer vor dem Info-Häuschen.
Kirsten Schöttler-Martin (l.) und Petra Stadtländer vor dem Info-Häuschen.

Noch bis Ende Juni sollen Besucher in der Amtsverwaltung in Mildstedt für das Thema Gewalt sensibilisiert werden.

shz.de von
15. Juni 2018, 13:00 Uhr

Noch bis Ende Juni steht im Foyer des Amtsgebäudes ein schmuckes kleines Holzhäuschen, das viele Blicke auf sich ziehen wird. Und genau das ist auch das Ziel der Aktion, die von der Gleichstellungsbeauftragten Kirsten Schöttler-Martin gemeinsam mit Petra Stadtländer initiiert wurde. Letztere engagiert sich hiermit sowohl für die Einrichtung „Frauenberatung + Notruf Nordfriesland“, als auch für die unterschiedlichen Anlaufstellen von KIK, dem Kooperations- und Interventionskonzept gegen häusliche Gewalt.

„Wir hoffen, dass die vielen Menschen, die an diesem Infopunkt gleich neben dem Bürgerbüro vorbeikommen, sich im Vorübergehen etwas von dem Infomaterial mitnehmen, das wir rundherum bereitgestellt haben“, sagt Kirsten Schöttler-Martin. Dabei sei es völlig unerheblich, ob man selbst von häuslicher Gewalt betroffen ist oder einen Fall aus dem näheren Umfeld kennt, meint Petra Stadtländer. Ihr ist es wichtig, die Aufmerksamkeit auf dieses sensible Thema zu lenken und die Menschen vor Ort auf die vielfältigen Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten hinzuweisen, die allen Betroffenen in ihrem engmaschigen Netzwerk zur Verfügung stehen.

Wenn sie von häuslicher Gewalt spricht, meint sie insbesondere die Gewalt in der Partnerschaft, in der ein sehr komplexes Misshandlungssystem entstehen kann. Es umfasst nicht nur die körperliche und sexualisierte, sondern auch die psychische, soziale und wirtschaftliche Gewalt und zielt auf die Macht und Kontrolle in der Beziehung. Dazu liefert eine aus 2014 stammende Studie bedrückende Zahlen. Demnach hat jede dritte Frau in Deutschland seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche Gewalt erfahren, jede achte Frau sexuelle Gewalt. Jede vierte bis fünfte Frau erlebte körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch den Partner. Häufig sind Kinder mitbetroffen, und auch das in vielfältiger Form, etwa als Ergebnis einer Vergewaltigung, durch Misshandlungen in der Schwangerschaft oder direkte Gewalterfahrung als Mitgeschlagene.

All diese Menschen sollen sich mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein gelassen fühlen, sondern wissen, wo sie schnell und unbürokratisch kompetente Hilfe bekommen können.

Das Ausstellungsstück mit den plakativen Bildern auf dem Dach war bereits im Rathaus und in der Berufsschule in Husum zu sehen. Bei Interesse und Bedarf kann es für andere Örtlichkeiten ausgeliehen werden – immer mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu erreichen, denn darin sind sich die beiden engagierten Frauen einig: „Häusliche Gewalt ist ein Thema, das uns alle angeht.“














zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen