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Virus angekommen : Geflügelpest: Erster Fall in Nordfriesland

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Erstmals ist im Kreis Nordfriesland der hochpathogene Geflügelpest-Erreger H5N8 festgestellt worden – bei einer Nonnengans, die man in Aventoft tot aufgefunden hatte.

Als letzter Kreis in Schleswig-Holstein hat jetzt auch Nordfriesland seinen ersten Fall: Eine am Donnerstag, 1. Dezember, in Aventoft tot aufgefundene Nonnengans ist an der Geflügelpest verendet. Das hat das Friedrich-Löffler-Institut – das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Greifswald ist das nationale Referenzlabor für Aviäre Influenza – am Sonnabend, 3. Dezember, festgestellt. „Es ist das hochpathogene H5N8-Virus“, gab Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze bekannt.

Um ein Überspringen der Geflügelpest auf Nutztierbestände zu verhindern, hat das Veterinäramt des Kreises Restriktionsgebiete eingerichtet. Sie ziehen sich in einem Zehn-Kilometer-Radius um die Fundstelle herum: Die inneren drei Kilometer gelten als Sperrbezirk, die äußeren sieben Kilometer als Beobachtungsgebiet.

Eine entsprechende amtliche Bekanntmachung samt Landkarten wurde unter www.nordfriesland.de/amtsblatt veröffentlicht (Amtsblatt Nummer 31). Die zuständige Behörde in Kopenhagen wurde unterrichtet, teilte die Pressestelle des Kreises weiter mit.

An den Hauptzufahrtswegen zum Beobachtungsgebiet werden Schilder mit der Aufschrift „Wildvogelgeflügelpest-Beobachtungsgebiet“ angebracht. In diesen Gebieten gelten folgende Beschränkungen für Geflügel-Haltungen: Geflügel muss aufgestallt bleiben und darf vorübergehend nicht verbracht werden (Sperrbezirk: 21 Tage; Beobachtungsgebiet: 15 Tage). Die Bestände im Sperrbezirk müssen regelmäßig untersucht werden.

„Zudem gelten strenge Biosicherheitsmaßnamen in Bezug auf die Hygiene im Stall und außerhalb. Auch wenn es umständlich ist: Die bekannten Regeln für Reinigung und Desinfektion müssen jetzt peinlich genau befolgt werden“, mahnt Dr. Schulze.

Von den Einschränkungen sind auch alle Hunde- und Katzenbesitzer betroffen: Sie dürfen ihre Tiere in den betroffenen Gebieten nicht mehr frei laufen lassen. Geflügelhalter, die ihre Bestände bisher noch nicht beim Veterinäramt angemeldet haben, sollten dies sofort nachholen – selbst, wenn sie nur ein einziges Tier besitzen sollten.

„Jetzt bitte nicht in Panik ausbrechen“, sagt Wolfgang Stapelfeldt, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Südtondern. „Wir hatten zwar die Hoffnung, dass die Ausbreitung auf die Ostküste beschränkt bleibt. Es war aber eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das Virus auch in Nordfriesland auftaucht. Schließlich verbreitet sich die Geflügelpest über den Vogelzug.“ Auch Aventofts Bürgermeisterin Christine Harksen reagiert gelassen. Große Bestände gibt es in Aventoft nicht. „Ich hoffe, dass alle Geflügelhalter in Nordfriesland die Schutzmaßnahmen beachten, und dass denjenigen, die von der Geflügelzucht leben, wirtschaftlicher Schaden erspart bleibt.“


Das für die Tierseuchenbekämpfung zuständige Landwirtschaftsministerium hat ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist werktags von 9 bis 17 Uhr unter der Nummer 0431/1606666 zu erreichen. Eine Hotline des nordfriesischen Veterinäramtes steht unter Telefon 04841/67826 zur Verfügung.

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erstellt am 05.Dez.2016 | 21:00 Uhr

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