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Umsiedlung auf das Festland : Gefeiert wird jetzt in Husum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Hooger Eheleute Hinz verbringen das Fest in ihrer neuen Wahlheimat. Die Halliglüüd sind aber an den Weihnachtstagen von ihren Kindern und Enkeln umgeben.

Verpflanze keinen alten Baum, besagt ein Sprichwort. Dennoch kehren Elke und Heinz Hinz ihrer geliebten Hallig kurz vor Weihnachten den Rücken. Die gebürtige Hoogerin ist nun 60, ihr Mann Heinz 64 Jahre alt. Das Ehepaar wohnt weiter am Wasser – aber nicht mehr im Wattenmeer und feiert nach 60 Jahren auf der Hallig in Husum ihr erstes Weihnachtsfest auf dem Festland im Kreise ihrer drei Kinder und sechs Enkel. Denn: Die Stormstadt soll ihre neue Wahlheimat werden. Ihr Sohn Andreas ist als Krabbenfischer in der grauen Stadt am Meer mittlerweile genauso daheim wie ihre beiden Töchter Tanja und Ilona. Der 40-Jährige wird auch für seine Eltern ein Haus bauen. „Nun sind wir unseren sechs Enkelkinder auch näher“, freut sich Elke Hinz. Außerdem sei bereits ein Großteil des Freundeskreises vor ihnen auf das Festland gezogen. Daher vermissen die Eheleute ihr geliebtes Eiland auch nicht so sehr. Obwohl der gebürtige Nordstrander erstmal das Frühjahr abwarten will, gesteht sich Heinz Hinz ein.

Für seine Ehefrau schließt sich bereits ein Kreis. Familie und Freunde sind in Husum. „Sollte doch Heimweh aufkommen, können wir Hooge auch besuchen“, beschreibt die 60-Jährige ihren Notfallplan. Beide sind froh darüber, dass sie heimische Käufer für ihr Haus auf der Ocke-Lütz-Warft gefunden haben. „Schön, dass es in Hooger Händen geblieben ist“, betonen sie zufrieden. Denn abgenabelt haben sie sich doch noch nicht. Traditionen sollen erhalten bleiben. Auch um sich Andenken und Erinnerungen zu bewahren, muss für sie Hooge seinen Charakter behalten. Daher freut sich das Paar auch, dass immer mehr junge Hooger zurückkehren. Sie mussten altersbedingt die Hallig verlassen. „Solange wir noch können“, verdeutlicht Elke Hinz. In zehn Jahren wäre es zu spät gewesen, sind sie sich wieder einig.

Sie hat bislang ihr ganzes Leben auf Hooge gewohnt. Ihre Eltern hatten eine Landwirtschaft. Gearbeitet hat Elke Hinz aber zumeist in der Gaststätte Seehund – entweder in der Küche, in der Reinigung oder sie hat sich um die Kinder des Inhabers gekümmert. 1971 kam Heinz Hinz nach Hooge, arbeitete erst als Fischwirt, bis er 1976 dort als Wasserbauwerker beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein die Nachfolge des ehemaligen Hallig-Bürgermeisters Otto Dell Missier antrat. Vor einem Jahr ging Heinz Hinz dann selbst in Ruhestand. „Ich habe gern dort gearbeitet: das Wasser, die Luft, die Leute“, sinniert der 64-Jährige.

Die Beiden waren übrigens die letzten Eheleute, die vom damaligen Standesbeamten Cornelius Adolphsen getraut wurden. Auf der Hallig kamen auch alle drei Kinder zur Welt. Die heute 42-jährige Tanja auf der Backenswarft, Andreas auf der Ockenswarft und die 38-jährige Ilona auf der Hanswarft. Die Jüngste unternimmt in kurzen Intervallen kleinere Stippvisiten zur Hallig. „Im Herzen gehöre ich dort hin“, sagt die Wahl-Husumerin. Die Hallig dürfe sich nicht zu sehr verändern, sei für alle wichtig. Die Familie Hinz versucht nun von Husum aus, die Halliglüüd zu bestärken, dass sie auf sich und Hooge aufpassen sollen. Aber zunächst die besinnlichen Festtage genießen.

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erstellt am 23.Dez.2015 | 19:08 Uhr

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