Husums Klaus-Groth-Straße : Geduldsprobe für Autofahrer

Enge Nummer: Anwohner der Klaus-Groth-Straße beklagen unter anderem den Verkehrsfluß.
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Enge Nummer: Anwohner der Klaus-Groth-Straße beklagen unter anderem den Verkehrsfluß.

Anwohner der Klaus-Groth-Straße ärgern sich über zu wenige Parkplätze und einen extrem störungsanfälligen Verkehrsfluss.

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08. Januar 2018, 14:00 Uhr

Die Situation ist nicht neu, aber das macht sie nicht besser. Und für alle, die nun schon seit Jahren mir ihr leben müssen, wird sie vielmehr zur Belastung. Karen Gerstandt-Kniese, Jörg Jacobs und Knut Janßen können ein Lied davon singen – eines mit hinreichend schrägen Tönen. Die drei wohnen Tür an Tür in einem Mehrfamilienhaus auf der Südseite der Klaus-Groth-Straße. Gegenüber hat die Wobau Eiderstedt vor Jahren ein ansehnliches Quartier mit 56 Wohnungen errichtet.

Doch was auf den ersten Blick hübsch anzuschauen ist, hat auch seine Schattenseiten. Zwar gab es schon vor dem Neubau Wohnungen entlang der Straßennordseite, allerdings deutlich weniger, nämlich ganze 32. Und darin liegt für Gerstandt, Jacobs und Janßen auch ein Teil des Problems. „Das alles hat früher ja mal der Stadt gehört“, erinnert sich Jacobs. Doch die habe die alten Gebäude herunterkommen lassen und dann an die Wobau verkauft. An und für sich nichts Schlimmes, wenn sich mit der höheren Zahl an Wohnungen, die dort nach dem Abbruch der alten Häuser gebaut worden seien, nicht auch die Parkplatz-Situation verschärft hätte – und nicht nur diese. Im Grunde genommen dürfe die Straße gar nicht mehr in beiden Richtungen befahren werden, sagt Gerstandt. Und Jacobs ergänzt: „Sie müssen sich mal anschauen, was hier los ist, wenn der Bus durchkommt.“ „Wenn er denn durchkommt“, ergänzt Janßen, „das ist lebensgefährlich“. Selbst bei allergrößter Vorsicht bleibe dem Busfahrer manchmal gar nichts anderes übrig, als auf den Bürgersteig auszuweichen. Weil die südliche Seite der Straße meist dicht beparkt ist, finden sich für Autofahrer gen Osten kaum Lücken, um dem Gegenverkehr auszuweichen. Zu allem Überfluss gilt an der Kreuzung zur Hebbelstraße auch noch die Rechts-vor-links-Regelung. Und an der Einmündung zur Lornsen- macht die Klaus-Groth-Straße zudem noch einen Schlenker nach rechts. Dadurch sei es nahezu unmöglich, den Gegenverkehr rechtzeitig einzusehen.

Die Anlieger müssen ihre Autos teilweise weit entfernt parken, weil Stellplätze vor der Tür oder unweit davon meist gar nicht zu kriegen sind. Die Blocks auf der Südseite stammen aus einer Zeit, in der Verkehr noch kein bestimmende Element für städtebauliche Überlegungen war, und so gibt es hier auch nur wenige Anlieger-Parkplätze – und vor den Blocks gar keine. Dort parkt man traditionell auf der Straße.

Den Vorwurf, dass es im Wobau-Quartier nicht genügend Stellplätze gebe, weist die Genossenschaft zurück. „Wir haben 60 Stellplätze für 56 Wohnungen geschaffen und damit die Vorgaben des Bebauungsplanes mehr als erfüllt“, sagt ein Mitarbeiter, räumt aber ein, dass in der Siedlung viele jüngere Menschen lebten, die zum Teil zwei Autos hätten. Aber selbst wenn die Stellplätze bislang mit den Wohnungen vermietet worden seien und den Anliegern dadurch keine zusätzlichen Kosten entstünden, „können wir natürlich nicht verhindern, dass unsere Mieter auch mal an der Straße parken.“ Das täten die tatsächlich – und nicht zu knapp, haben die Anlieger von der anderen Seite beobachtet.

Dem Bauamt ist bewusst, dass die Situation in der Klaus-Groth-Straße „misslich“ ist, bestätigt dessen Leiter auf Anfrage. „In unserem Straßenbauprogramm steht das Thema für 2018 ganz oben auf der Agenda“, sagt Jörg Schlindwein. „Dabei betrachten wir die Klaus-Groth-Straße allerdings nicht isoliert.“ Das tun die Anlieger genauso wenig und denken über eine Einbahnstraßenregelung nach, die auch umliegenden Straßenzüge miteinbezieht. Im März wird sich der Bauausschuss mit dem Thema beschäftigen.

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