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Husum Wind: Sektorenkopplung als Kernthema : Gebündelte Energie

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Entwickler zeigen Lösungen, wie Strom, Wärme und Verkehr verknüpft werden.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2017 | 11:00 Uhr

Zukunftsthemen der Husum Wind sind vor allem Lösungen für die Speicherung von Energie und für die Sektorenkopplung, wie Fachleute das Zusammenwachsen der Bereiche Strom, Wärme und Verkehr nennen. Aus Erneuerbaren Energien stammen bundesweit aktuell 35 Prozent des Stroms, 13 Prozent der Wärmeversorgung und fünf im Verkehrssektor (gemeint sind vor allem Biokraftstoffe). Die Experten der Branche wollen die drei Bereiche stärker verknüpfen und sehen darin ernorme Wachstumspotenziale , wie sie bereits bei der Eröffnung betont haben (wir berichteten).

So heizt Siemens Gamesa in einem Pilotprojekt in Hamburg mit Strom ein spezielles Speichermedium auf und erzeugt damit Wärme, die zum Heizen genutzt oder über den Dampf wieder zu Strom gemacht werden kann. Das Unternehmen ist im Dialog mit der Landesregierung Schleswig-Holstein und der Wirtschaftsförderung, weil es weitere Standorte sucht.

Die Firma GP Joule mit Sitz in den Reußenkögen setzt auf Wasserstoff zum Speichern des Stroms, der in Nordfriesland als Überschuss vorhanden ist. Die Firma bot Exkursionen mit einem von Wasserstoff angetriebenen Bus an. Sprecher erklärten, dass sie den Bus bald entlang der gesamten Westküste einsetzen wollen – mit Stationen, an denen er mit dem neuen Kraftstoff aufgetankt wird.

Als Wasserbatterie bezeichnet ein paar Stände weiter Josef Knittl, Vorstand der Firma Max Bögl, sein Projekt. Der Bauingenieur will in Tälern Pumpspeicher-Kraftwerke errichten und sie mit Becken am Fuß von Windenergieanlagen auf Bergen verbinden. Er benötigt dafür einen Höhenunterschied von mindestens 150 Metern. Mit Hilfe des Wassers will er 16 Megawatt Leistung bereitstellen. Sein eigenes Modellprojekt, in das Forschungsgelder einflossen, entsteht gerade in Gaildorf bei Stuttgart. Bögl hat bislang einen Namen als Fundament-Bauer.

Mehrere Unternehmen stellten Software-Lösungen vor, die für die Verknüpfung der Sektoren notwendig sind. Fernüberwachung ist zwar für die Betreiber von Kraftwerken ein alter Hut, aber die Digitalisierung nimmt ihnen immer mehr Arbeit ab. Vor allem sind sie an intelligenten, sich selbst regulierenden Systemen interessiert. Siemens will mit seinen Software-Lösungen die Vernetzung der verschiedenen Sektoren voranbringen. Und die österreichische Firma Bachmann betonte, dass es bereits an mehr als 100.000 Windenergieanlagen für die Automatisierung des Betriebs gesorgt hat.

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