Auch in Husum : Gebühren für das Klimpergeld

Das Münzeinzahlgerät der Nospa-Filiale in der Großstraße geht außer Betrieb.
Das Münzeinzahlgerät der Nospa-Filiale in der Großstraße geht außer Betrieb.

Die Nospa baut ihre Münzeinzahlautomaten ab – und verlangt bei bestimmten Kontomodellen fünf Euro für die Einzahlung am Schalter.

von
12. Juni 2018, 11:00 Uhr

Bargeld kommt immer mehr aus der Mode, auch wenn die zahlreicher werdenden Vorstöße, es ganz abzuschaffen, bislang auf hartnäckigen Widerstand in der Bevölkerung stoßen. Und schöne Traditionen würden mit einer Abschaffung der Klimpermünzen auch verloren gehen, etwa die gesammelten Cent-Stücke für die Brautschuhe oder das Befüllen des Sparschweins der Kinder. Nicht zuletzt würde es über die Trinkgelder auch die Service-Kräfte in der Gastronomie treffen oder die Kollekte im Klingelbeutel der Kirchen.

Doch, wie gesagt, eine Abschaffung steht derzeit nicht zu befürchten. Nur die Münzen in verwertbare Guthaben umzuwandeln, wird bei manchen Geldinstituten ab dem 1. Juli schwieriger. Und teurer. „Dieses Gerät wird außer Betrieb genommen. Die letzte Einzahlung ist am Montag, 25. Juni 2018, möglich“, ist auf einem großen roten Schild am Münzeinzahlautomaten im Foyer der Nospa-Filiale in der Großstraße zu lesen. Ab dann also nur noch am Schalter.

„Für die meisten Privatkunden bleibt das Einzahlen von Münzgeld kostenfrei und ist im Kontoführungspreis enthalten“, erläutert Husums Nospa-Regionaldirektor Jan Otzen. Bis zu 50 Münzen würden dem Kunden sofort kostenfrei auf sein Konto gebucht, größere Münzmengen kämen in einen speziellen Plastiksack und würden dem Kontoinhaber „schnellstmöglich“ gutgeschrieben. „Bei bestimmten Kontomodellen fallen Gebühren von fünf Euro pro Behältnis an, das heißt, bei größeren Bargeldmengen von mehr als 50 Münzen. Bis zu 50 Münzen ist auch hier das Einzahlen kostenfrei“, so Otzen weiter. Und: „Minderjährige und Sparkonto-Inhaber sind von der Regelung grundsätzlich ausgenommen.“

Die Banken haben ein Problem: Bargeld verursacht hohe Kosten. „Der Aufwand hat sich insbesondere mit der EU-Richtlinie zur Münzgeldprüfung deutlich erhöht“, sagt Nospa-Pressesprecherin Birthe Thiel. Geldinstitute müssten seit 2015 strenge Regeln bei der Prüfung von Münzen einhalten. Die Verordnung schreibe auch neue Zähl- und Sortiermaschinen und spezielle Transportcontainer vor.

Hartgeld ist gerade für die Sparkassen zur echten Last geworden, seitdem sich die Bundesbank aus der Fläche zurückgezogen hat. In Husum und Flensburg gibt es keine Filialen mehr. Die Folge: Die Geldtransporte der Nord-Ostsee-Sparkasse müssen ihre wertvolle Fracht in Hamburg anliefern. Die Nospa habe die Änderungen bereits allen Firmenkunden mitgeteilt und sie über bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten informiert, so Birthe Thiel weiter.

Nicht alle Geldinstitute gehen denselben Weg: Die VR-Bank Westküste beispielsweise verzichtet auf derartige Gebühren. „Münz- oder Scheineinlieferungen sind in den meisten unserer Kontomodelle kostenfrei enthalten“, sagt Christian Remnitz, der Leiter der Husumer Filiale. Bei den Modellen, wo das nicht der Fall ist, wird eine Pauschalgebühr von 50 Cent erhoben – egal, ob es sich um eine Überweisung handelt oder der Kunde mit einem Sack von Münzen ankommt.

Und der Klingelbeutel? Da haben die Kirchengemeinden eine Sonderregelung mit der Nospa aushandeln können, wie aus dem Kirchenkreis Schleswig-Flensburg zu hören ist: Für die Kollekte wurde die Gebühr pro Behältnis von fünf auf 2,50 Euro halbiert.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen