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Husumer Nachrichten

19. August 2017 | 23:10 Uhr

Geballter Protest gegen Fracking-Pläne

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Es war zwar ungemütlich kalt am weltweiten Anti-Fracking-Tag – „aber es war ein erfolgreicher Tag“, befanden Karin Petersen und Dr. Walther Petersen-Andresen. Mit ihnen demonstrierten rund 40 Mitglieder der Bürgerinitiative „Kein CO2-Endlager“ sowie Vertreter aus verschiedenen Gemeinden am Fährhafen Dagebüll gegen das Fracking, das sie wie ein Damokles-Schwert empfinden.

Da in fünf Bundesländern die Herbstferien endeten, waren die anlegenden Fährschiffe von Föhr und Amrum am Wochenende entsprechend voll. „Wir erreichten so weit über 1000 Leute“, freute sich Petersen-Andresen. 350 Unterschriften wurden gesammelt und annähernd 1000 Flyer verteilt. Wer sich dem Protest anschließen möchte, findet Unterschriftenlisten überdies in etlichen Geschäften und Bäckereien. Auch über das Internet (www.kein-CO2-endlager.de) ist es möglich, zu unterzeichnen. Bislang sammelte die Initiative rund 30 000 Unterschriften. „Es wäre gut, wenn wir 100 000 beisammen hätten“, sagte Karin Petersen.

Mit von der Partie bei der Demo waren neben dem Musiker Marius del Mestre (Ex-Ton-Steine-Scherben) auch Bürgermeister Norbert Rühmann (Galmsbüll) und der stellvertretende Gemeinde-Chef Kurt Hinrichsen (Dagebüll) sowie Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen. Er erklärte: „Ich werde mich bei allen erdenklichen Anlässen gegen das Fracking einsetzen und auch auf das Land einwirken.“

Befürchtet wird, dass zwischen Husum und deutsch-dänischer Grenze auf der einen sowie dem Seedeich und Flensburg auf der anderen Seite nach Öl und Gas gebohrt werden soll – mit möglichen Gefahren für Mensch und Umwelt. Pro Quadratkilometer könnten es zwischen einer und vier, insgesamt zwischen 600 und 1000 Bohrungen sein, die die Region in ein Industriegebiet verwandeln würden, so Petersen-Andresen. Rund um jedes Bohrloch würde ein Hektar mit Beton versiegelt, damit weder Gas noch Öl in das Erdreich eindringen. Kritiker der Fracking-Technologie sorgen sich dennoch – vor allem um das Trinkwasser, in das Gas, Öl oder Chemikalien eindringen könnten. So wurde klipp und klar gefordert, Fracking grundsätzlich zu verbieten: „Es kann nicht angehen, dass ein veraltetes Bergrecht über unseren Untergrund entscheidet und einer gewaltigen Umweltzerstörung Tür und Tor geöffnet wird.“

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erstellt am 21.Okt.2013 | 21:51 Uhr

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