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Husumer Nachrichten

18. Dezember 2017 | 20:22 Uhr

„Gardinger Fastnacht ist eben anders“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Manns- und Fruunsboßelvereen Schambüllsenn Gaarngeest Leegesee verwandelt die Dreilandenhalle in eine Karnevalshochburg

von
erstellt am 07.Feb.2016 | 11:09 Uhr

Was den Menschen im Süden und der Mitte Deutschlands recht ist, kann den Nordlichtern nur billig sein. Auch die Gardinger verstehen es, die närrischen Zeiten ausgiebig zu würdigen und ausgelassen in die fünfte Jahreszeit zu starten. So verwandelte sich die festlich geschmückte Dreilandenhalle in eine Karnevals-Hochburg und sehr oft schallte der Schlachtruf „Lüch op“ durch den Saal. Traditionell feierten die Mitglieder des Manns- und Fruunsboßelvereen Schambüllsenn Gaarngeest Leegesee ihr Fastnachtsboßeln mit dem besonderen, familiären Charme, so gar nicht vergleichbar mit den Sitzungen in den Narren-Zentren der Republik.

Angefangen hatte alles bereits am frühen Nachmittag mit dem üblichen Umzug. Vor vielen Häusern machten die gut 30 Boßler Halt. Nach Gesangs- und manchen Tanzeinlagen gab es Wegzehrung, meist in flüssiger Form. Beim Volkssport zählte weniger Können, sondern der Spaß an der Freude. Nachdem sich im vergangenen Jahr die Frauen beim Feldkampf durchsetzen konnten, hatten diesmal die Männer die Nase vorn. „Wir haben euch ausnahmsweise gewinnen lassen. Wir brauchen euch ja noch zum Tanzen“, frotzelte Vereins-Chefin Elke Katryniak. Die freute sich gemeinsam mit dem Vorstandsteam – es war diesmal für die Organisation verantwortlich –, dass viele Schaulustige das bunte Treiben verfolgten und die muntere Truppe nach sportlicher Pflicht von fast 150 Gästen in der Dreilandenhalle jubelnd empfangen wurden.

Aufwärmen hieß es bei heißem Kaffee, frischen Heedewecken und natürlich einem guten Schnack obendrauf. Viel Beifall heimsten nach ihrer erfolgreichen Premiere die Zumba-Kids unter der Leitung von Kati Margraf aus dem TSV Garding ein. Auch beim abendlichen Festball konnte Katryniak im fast ausverkauften Domizil Gäste aus Wirtschaft, Vereinen, Kirche, Politik und etliche Bürger, nicht zuletzt Bürgermeisterin Andrea Kummerscheidt, begrüßen. „DJ Hermann Clasen“ heizte mit fetziger Musik ein. Die Tanzfläche blieb nie leer. Auch viele junge Leute tummelten sich in Feierlaune zu anfänglich nicht bei jedermann beliebten Schlagern, später dann mehr internationalen Hits und Oldies auf dem Parkett. Während der Pausen gab es Einlagen vom Feinsten.

Ohne die „Gardinger Funkenmariechen“ ging auch diesmal nichts. Kräftigen Applaus heimsten sie mit ihrer Leiterin Uta Manthey ein, wie ebenso weitere Tanzgruppen aus dem TSV. Besonders die „Senioren“ sorgten mit ihrer Performance unter Einbeziehung von Rollatoren für Lacher. Sie entpuppten sich hinter ihren auf alt getrimmten Make-Ups und Kostümen eindeutig als eher jüngere Damen und Herren. Auf die Büttenrede von Liedermacher und Kneipenwirt Rainer Martens musste das erlauchte Publikum verzichten. Er hatte wegen anderer Verpflichtungen absagen müssen. Mit Annekatrin Marwig hatte er aber für eine adäquate „Aushilfskraft“ gesorgt. Getreu der „Gaarner Sitte“ betrachtete sie das Geschehen in der Stadt durch die satirische Lupe. Spätestens danach war jedem klar, dass in der Engen Straße vor der Musikkneipe „Lütt Matten“ doch besser für die „angetütterten Gäste“ eine Fußgängerampel her sollte. Schließlich sei nun aus der engen Einbahnstraße eine beidseitig befahrbare Zone geworden. Die Tombola entlockte glücklichen Gewinnern manchen Freudenschrei. Dank Sponsoren aus der Gardinger Geschäftswelt und dem Umland war sie reich bestückt. Durch die Geldspenden, die die Einlader sammeln konnten, war das Fest erneut möglich geworden, denn nur dadurch wird es finanziert. Den Verein gibt es seit 1899. Seither wird sonnabends vor dem Rosenmontag das Fastnachtsboßeln zelebriert. „Gardinger Fastnacht ist eben anders“, so die Vorsitzende schmunzelnd.

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