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Prädikat Luftkurort : Garding verzichtet auf einen Titel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Wirtschaftsministerium des Landes untersagt der Stadt ab 2017, die Bezeichnung Luftkurort zu nutzen. Den Status als Erholungsort kann Garding nach derzeitigem Stand behalten.

Die Gemeindevertreter in Garding sind gefordert. Findet dort doch derzeit eine Sitzung nach der anderen statt. Im Haupt- und Finanzausschuss ging es unter anderem um die Sanierung der Toiletten im Stadtpark sowie um die behindertengerechte Umwandlung der sanitären Anlage der Tourismuszentrale mit Wickelraum. Darin waren sich die Mitglieder des Gremiums einig, dass diese Idee von Bürgermeisterin Andrea Kummerscheidt umgesetzt wird. Endgültig darüber entscheiden wird das Stadtparlament in seiner Sitzung am Donnerstag, 15. Oktober.

Das gleiche gilt für die anvisierte Verlegung der Bücherei in die Touristinformation. Diese Themen greifen in den Bereich Tourismus ein, was für die Stadt Garding ein wichtiger Wirtschaftszweig ist – und sich schon einen Tag später in der Sitzung des Wirtschafts- und Tourismusausschusses erwies. Dort mussten sich die Ausschussmitglieder unter anderem mit der Auszeichnung der Stadt Garding als Luft- und Erholungsort auseinandersetzen. Bis 2017 darf die Stadt sich damit schmücken. Doch aus dem Wirtschaftsministerium in Kiel kam inzwischen die unmissverständliche Ansage, dass die Bezeichnung Luftkurort nicht verlängert werde. Was sich im ersten Moment als sehr dramatisch anhört, ist für das Gremium jedoch kein Problem, wie die lange und konstruktive Diskussion zeigte. Zwar könne man ein Gutachten in Auftrag geben, um den Status als Luftkurort erneut zu beantragen. „Bei dieser klaren Ansage aus dem Ministerium wäre ein Gutachten mit einem Kostenaufwand von mehr als 10  000 Euro nicht zu vertreten“, stellte die Bürgermeisterin klar. Klar hingegen sei der Status als Erholungsort. Diesen Status könne die Stadt nach derzeitigem Stand behalten.

Damit würde sich für Garding nichts ändern, so ihre Einschätzung. „Mit dem Prädikat Erholungsort können wir weiterhin die Fremdenverkehrsabgabe einziehen.“ Doch es gab auch vereinzelt Kritik an dem Vorgehen des Ministeriums. Michael Katryniak (SPD) mahnte seine Gremiumskollegen: „Nach und nach wird uns alles entzogen.“ Er setzte sich wie auch sein Parteikollege Kay-Uwe Cornils dafür ein, mit dem Ministerium nochmals ins Gespräch zu kommen. „Es sollte vorher geklärt werden, ob im Zusammenhang mit der Auszeichnung Luftkurort noch mit Fördergeldern zu rechnen ist“, lautete ihr Antrag. Sollte diese Anfrage negativ beschieden werden, werde die Stadt Garding freiwillig auf den Status verzichten, lautete am Ende der Empfehlungsbeschluss, mit dem sich letztendlich die Stadtvertretung nochmals befassen wird.

Zu den Gästen gehörte auch Constanze Höfinghoff. Die stellvertretende Tourismusdirektorin in Sankt Peter-Ording informierte das Gremium über die Arbeit der Lokalen Tourismus Organisation (LTO). Alsbald werde es eine Sitzung mit allen Bürgermeistern geben“, kündigte sie in ihrem fast einstündigen Vortrag an. Sie wies aber unmissverständlich darauf hin, dass mit der derzeitigen Finanzierung ein professionelles Marketing unmöglich sei. Schon der Aufbau der neuen Internetseite ab November benötige zusätzliches Personal und somit mehr Geld. Auch um dieses Thema werde es bei der Bürgermeister-Sitzung noch in diesem Monat gehen.

Ein großer Erfolg sei das Projekt „Kulturhimmel“ gewesen, das zum achten Mal stattfand. Zeitgleich fand erstmals eine Gästebefragung statt. Das Ergebnis soll am 24. Februar 2016 vorgestellt werden. Ferner werde die beliebte Veranstaltungsreihe Tourismuszentrale im Dialog wieder fortgesetzt. Der erste Termin dafür ist am Mittwoch, 28. Oktober.

 

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