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Weitreichende Beschlüsse : Garding springt in die Bresche

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Tourismusinformation, die Bücherei und die geplante Geflügelzuchtanlage firmieren künftig unter der Trägerschaft der Stadt. Diese finanziellen und personellen Anstrengungen sollen dazu beitragen, die Attraktivität der Gemeinde zu erhalten.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 17:00 Uhr

Eine erfreuliche Aufgabe hatte Bürgermeister Ranjet Biermann zu Beginn der Stadtvertretersitzung in Garding vor sich. Er gratulierte Jacqueline Hars vom Gardinger Schützenverein zu ihrem Erfolg. „Sie hat bei der Landesmeisterschaft in Kellinghusen in der Qualifikation Jugend weiblich mit einem Super-Ergebnis nicht nur den Landesmeistertitel geholt, sondern auch damit die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in München erreicht“, verkündete Biermann. Sie habe unglaubliche 391 Ringe getroffen und damit einen respektablen neunten Platz unter 138 Teilnehmerinnen belegt.

Nach diesem ungewöhnlichen Einstieg in die Sitzung befasste sich das Gremium zunächst mit der Tourismusinformation. Durch eine Umorganisation stand der Verbleib dieser Einrichtung in Garding auf der Kippe. Das Gremium beschloss, die Tourismusinformation in Eigenregie fortzuführen. Eine Entscheidung, die allerdings einige Vertreter nur mit Bauchschmerzen unterstützen konnten. „Wir als ländlicher Zentralort sollten dieses Angebot auf jeden Fall ganzjährig aufrecht erhalten“, stellte Biermann klar. Dafür müsse die Stadt allerdings eigenes Personal und ein eigenes Marketing sowie die erforderlichen Finanzen zur Verfügung stellen. Und genau dieser Umstand sorgte für Unbehagen. Der Bürgermeister legte ein Finanzierungskonzept vor. Dabei verwies er darauf, dass die Fremdenverkehrsabgabe unverändert bleiben werde. „Unser Ziel muss es sein, ab 2014 eine voll handlungsfähige Tourismusinformation anzubieten.“ Nach den derzeitigen Berechnungen werde das erste Jahr ein dickes Minus von über 32 000 Euro aufweisen. „Die Einnahmen werde von den Kosten aufgefressen“, stellte Michael Katryniak fest. Da käme noch viel Arbeit auf die Gemeinde zu. Deshalb werde man mit einer dünnen Personaldecke beginnen. Als Kontroll-Gremium soll der Wirtschaftsausschuss fungieren.

Ein weiteres heißes Thema war die Bücherei. Schon der Kulturausschuss hatte sich mit der Frage beschäftigt, ob die Stadt die Trägerschaft übernehmen soll. Ob ein Kostenvergleich mit einem Büchereibus vorgenommen wurde, wollte ein Ratsmitglied wissen. Zur Antwort gab es den Hinweis, dass zwischen einer Fahrbücherei und der bisherigen Bücherei keine großen finanziellen Differenzen bestehen. Es gab auch mahnende Worte. „Was wir jetzt schließen und verlieren, werden wir nie wieder bekommen.“ Dem mussten selbst Kritiker zustimmen. Und so beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Trägerschaft für die Bücherei ab kommendem Jahr zu übernehmen.

Ein weiterer Zankapfel betraf die geplante Geflügelzuchtanlage. Hier hagelte es in den vergangenen Wochen Kritik (wir berichteten). Doch nun konnte das Kriegsbeil begraben werden. „Wir haben dieses Projekt bei der Aktiv-Region als Vorzeigemodell angemeldet“, berichtete Biermann. Eine Finanzspritze gebe es nur, wenn die Stadt die Trägerschaft übernimmt. Mit dem Grundstück der ehemaligen Kläranlage habe man eine geeignete Fläche gefunden. Und so stand für alle fest, dass die Stadt auch hier die Trägerschaft übernehmen wird.

Mit dem Ausbau der Johannisstraße ging das Gremium ein weiteres empfindliches Thema an. Nach der Frostperiode werden die Arbeiten 2014 fortgeführt, so der Bürgermeister. Jetzt gehe es nur darum, den Planungsauftrag zu erweitern, schließlich sei man mit der Entwurfsplanung noch nicht am Ende. Zu guter Letzt kam noch die Poppenbüller Straße zur Sprache. Hier geht es um die Frage, ob und wie dieser Bereich als verkehrsberuhigte Zone eingerichtet werden kann. Im vergangenen Herbst sei eine Messung vorgenommen worden. Doch nach Einschätzung der Stadtvertreter könne hier nicht von einem repräsentativen Ergebnis gesprochen werden. Dennoch war das Ergebnis der Zählung schockierend, wie Biermann berichtete. 80 Prozent aller registrierten Fahrzeuge seien zum Teil deutlich schneller gefahren, als erlaubt.

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