Schwierige Finanzlage in Garding : Garding schreibt weiter rote Zahlen

Selbst für ein kleines Sparschwein reicht es in Garding nicht. Die Stadt schreibt rote Zahlen.
Selbst für ein kleines Sparschwein reicht es in Garding nicht. Die Stadt schreibt rote Zahlen.

Viel Geld fließt in Garding in die Sanierung der Infrastruktur und neue Baugebiete. Der Kreditbedarf liegt bei voraussichtlich 3,2 Millionen Euro.

von
24. Januar 2018, 13:00 Uhr

Seit Jahren kommt die Stadt Garding nicht aus den roten Zahlen heraus. Und auch den Haushalt für 2018 betrachteten die Mitglieder des Finanzausschusses mit Sorgenfalten. Immerhin weist der Ergebnisplan einen Fehlbetrag von gut 1,83 Millionen Euro aus. Doch, wie Kay-Uwe Cornils (SPD) zu Recht bemerkte: „Es ist ja erst der Plan.“ Und Gardings Bürgermeisterin Andrea Kummerscheidt (CDU) ergänzte: „Wenn man in das Zahlenwerk einsteigt, sieht man, dass die Ausgaben unabdingbar sind und sich die Stadt kein Spielzeug leistet.“ So will und muss die Stadt in ihre Infrastruktur investieren, beispielsweise steht noch der letzte Abschnitt der Sanierung der B202 an, und auch die Kanalisation soll auf Vordermann gebracht. Viel Geld fressen auch die Umlagen an Kreis und Amt auf.

Doch wie so richtig bemerkt, ist das Zahlenwerk nur ein Plan, und noch während der Sitzung wurde eine große Position herausgenommen: die Sanierung der Johannisstraße. Wegen noch ungeklärter Eigentumsverhältnis sprach sich der Ausschuss dafür aus, die Sanierung erst im kommenden Jahr in Angriff zu nehmen. Damit können für 2018 auf einen Schlag 895.000 Euro an Ausgaben gestrichen werden.

An Investitionen geplant bleiben unter anderem die Sanierung von Bürgersteigen und Kanalisation an der B202, veranschlagte Kosten: 380.000 Euro. Weitere Projekte sind: die Sanierung des Gehwegs am Norderring für 596.000 Euro, des Daches, der Alarm- und der Brandmeldeanlage am Feuerwehrgerätehaus für 64.100 Euro, die Reparatur des Fahrstuhls im Alten Rathauses für 27.000 Euro. Unter dem Punkt Friedhofs- und Bestattungswesen werden voraussichtlich 82.900 Euro fällig. Sie fließen an den Kirchenkreis. Für die Erschließung der Baugebiete Nr. 28 (Gewerbegebiet) und 34 b (Wohngebiet Ehemalige Berufsschule) werden 1,53 Millionen Euro eingeplant, Geld, was über die Erschließungsbeiträge wieder hereinkommt.

Bedenklich stimmte die Runde die Entwicklung bei den Umlagen. Die Kreisumlage beläuft sich auf rund 1,013 Millionen Euro, die für das Amt Eiderstedt auf 709.200 Euro, 2014 waren es noch 471.228 Euro. Und der Schulverband Eiderstedt erhält 454.900 Euro. „Wir zahlen für Kreis, Amt und Schulverband 184.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr“, sagte die Bürgermeisterin. Michael Katryniak (SPD) ergänzte: „Zwei Drittel unserer Steuereinnahmen sind über die Umlagen weg.“ Kay-Uwe Cornils kritisierte die Höhe der Kreisumlage: „Wenn man bedenkt, dass so eine kleine Stadt wie Garding gut eine Million Euro an den Kreis zahlt. Im Jahr 2014 waren es noch rund 817.500 Euro. Die Kommunen müssen Kreis und Land dazu bewegen, dass sie die Gemeinden entlasten, so Kummerscheidt. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir uns nicht mehr bewegen können.“

Und während die Umlagen steigen, sinken die Einnahmen aus Steuern und Zuweisungen von gut 3,7 Millionen Euro auf 3,5 Millionen Euro, 2014 waren es 3,44 Millionen Euro. Allerdings handelt es sich hier um Planzahlen, die entsprechend vorsichtig kalkuliert werden. So geht die Stadt bei der Gewerbesteuer von 596.000 Euro, für 2017 flossen hier noch rund 793.000 Euro.

Endgültig soll der Haushalt in der Stadtvertreter-Sitzung am Montag (29. Januar) beschlossen werden. Sie beginnt um 19 Uhr in der Amtsverwaltung in Garding. Ein weiteres Thema ist die Finanzierung der Lokalen Tourismus-Organisation St. Peter-Ording/Eiderstedt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen