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Neues Leben in der Innenstadt : Ganzes Quartier betrachten

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Hertie-Gelände in der Husumer Innenstadt ist verkauft. Jetzt will die Iandus-Unternehmensgruppe es überplanen. In Zusammenarbeit mit Experten und dem Stadtbauamt wurden Ideen für das ganze Quartier entwickelt, die am Mittwoch im Rathaus offiziell vorgestellt werden.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 12:00 Uhr

Was passiert mit der ehemaligen Hertie-Immobilie? Nachdem die Iandus-Unternehmensgruppe GmbH & Co. KG aus Düsseldorf das Grundstück zwischen Groß- und Schlossstraße im Frühjahr aufgekauft hat (wir berichteten), sollen jetzt die Planungsideen für das „Schloss-Quartier“ öffentlich vorgestellt werden. Dazu lädt die Stadt Husum für Mittwoch, 4. September, in den Ratssaal des Rathauses ein.

Laut städtischer Pressemitteilung verfügt die Iandus-Unternehmensgruppe über große Erfahrung in der Entwicklung von Einzelhandels-Immobilien. Tatsächlich hat Iandus einige Warenhaus-Standorte in Mittelstädten erfolgreich wiederbeleben und so attraktive Nutzungen in deren Innenstädte zurückbringen können.

Begleitet durch die Stadtverwaltung haben die neuen Eigentümer jetzt ein Konzept für die einstige Hertie-Immobilie und die damit verbundenen Grundstücksflächen entwickelt. Ausgangspunkt der Planung ist das ehemalige Kaufhaus. Betrachtet wird jedoch der gesamte Bereich zwischen Groß- und Schlossstraße, aber auch zwischen Schlossgang und Neustadt. Vor diesem Hintergrund ist auch der Begriff „Schlossquartier“ zu verstehen.

Der Arbeitstitel soll deutlich machen, dass es nicht um die isolierte Entwicklung einer Einzelhandels-Immobilie geht. „Das Gesamtprojekt schafft die Möglichkeit, einen wichtigen Baustein zur Sicherung und Stärkung der Funktionalität und Attraktivität unserer Innenstadt zu setzen“, heißt es aus dem Rathaus.

Für weitergehende Fragen und Hintergründe hat das Stadtbauamt daher auch drei Experten hinzugezogen: den Stadtplaner Prof. Walter Ackers, den Verkehrsplaner Jörn Janssen sowie den Einzelhandelsgutachter Stefan Kruse. Alle drei hätten in vergleichbaren Planungs- und Bauvorhaben einschlägige Erfahrungen gesammelt.

Die Ablaufplanung für Mittwoch sieht vor, dass Prof. Ackers zunächst einige Worte zum Standort, zum dazugehörigen Quartier sowie zu den grundsätzlichen Rahmenbedingungen einer städtebaulichen Neuordnung sprechen wird. Anschließend nimmt sich Jörn Janssen der verkehrsplanerischen Aspekte an. Ihm folgt Stefan Kruse, der auf die Anforderungen eingehen wird, die mit einer modernen Einzelhandelsansiedlung verbunden sind. Dem Vorsitzenden des Umwelt- und Planungsausschusses, Dr. Ulf von Hielmcrone, bleibt es vorbehalten, die Veranstaltung zu leiten und zu moderieren.

Bereits im März war bekannt geworden, dass Iandus das frühere Karstadt-, spätere Hertie- und jetzige Husumer Kaufhaus-Gebäude erwerben wird. Schon einen Monat später stellten sich die neuen Eigentümer dann den Fragen des Umwelt- und Planungsausschusses (wir berichten). Damals stand für Iandus-Geschäftsführer Benedikt Schmidt-Waechter allerdings noch die „komplizierte Kaufabwicklung“ im Mittelpunkt. Der Gedanke, bei der Überplanung nicht nur das Gebäude selbst, sondern das gesamte Quartier einzubeziehen, wurde allerdings schon im April ausgesprochen. Dabei sollten neben der benachbarten Bebauung auch das Torhaus und das Schloss vor Husum Berücksichtigung finden, wie Schmidt-Waechter ankündigte. Denkbar sei vieles, hieß es, nicht jedoch ein Warenhaus herkömmlichen Zuschnitts: „Das ist rentabel nicht zu machen.“

Die Überlegungen zielten auf eine multifunktionale innerstädtische Handels-Immobilie ab. Neben kleineren Geschäften, von denen einige womöglich schon jetzt dort einquartiert sind, ist also auch eine Wohnbebauung denkbar. Der Mittwoch könnte nicht nur in diesem Punkt mehr Klarheit bringen.

Mit der Schließung des alten Hertie-Warenhauses vor nunmehr vier Jahren endete nicht nur für die 80 Mitarbeiter eine Ära. Ein Dreivierteljahr stand das Haus im Herzen der Stadt leer – bis Peter Cohrs „nicht mehr darauf gucken mochte“, wie es mehr und mehr verkam, und Kontakt zum insolventen Besitzer Dawnay Day beziehungsweise dessen Nachfolge-Gesellschaften aufnahm. Danach wurde aus einem Teil des einstigen Hertie-Komplexes das, was es bis heute ist: das Husumer Kaufhaus. Die Info-Veranstaltung im Rathaus beginnt um 19 Uhr.

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