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Lesebuch und Lexikon zugleich : Ganz Eiderstedt mit einem Griff

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach jahrelanger, mühevoller Arbeit ist jetzt die erste landeskundliche Gesamtdarstellung der Halbinsel erschienen. Der Band wurde in der Tönninger Stadthalle vorgestellt. Mehr als 250 interessierte Zuhörer nahmen an der Veranstaltung teil.

Die Resonanz übertraf alle Erwartungen: Rund 250 Besucher lockte die Präsentation der ersten landeskundlichen Gesamtdarstellung der Halbinsel Eiderstedt in die Tönninger Stadthalle. Der 388 Seiten starke Band entstand in mehrjähriger Zusammenarbeit zwischen dem Nordfriisk Institut in Bredstedt und dem Leibnitz-Institut für Länderkunde in Leipzig. Dessen wissenschaftlicher Redakteur, Dr. Haik Thomas Porada, vermittelte den Gästen einen Überblick über den Inhalt.

Übersichtlich gegliedert, enthält das Buch Informationen zur Geographie, Geschichte, Wirtschaft und Kultur der Region. Das Spektrum der Abhandlungen erstreckt sich auf Themen aus allen Lebensbereichen, wie der Landgewinnung, der Vegetation, der Tierwelt, der Geschichte von der Ur- bis zur Neuzeit, der Landwirtschaft, dem Tourismus, der Verwaltungsstruktur sowie der Musik, Malerei und Literatur. In Einzeldarstellungen sind viele Köge und Orte sowie markante Punkte der Landschaft (zum Beispiel das Eidersperrwerk) beschrieben. Suchpunkte zu Stichworten erleichtern das Auffinden in den Texten und im beigefügten Kartenmaterial. Eindrucksvolle Fotos von Ulf Dahl, botanische Zeichnungen von Traudl Schneehagen und Grafiken illustrieren den Band.

„Das Buch soll für die einheimische Bevölkerung einen identitäts-stiftenden Beitrag leisten und ihnen sowie den Besuchern der Landschaft ein interessantes Lesebuch und Lexikon zugleich sein,“ sagte Dr. Porada. Es ist der 72. Band der Reihe „Landschaften in Deutschland – Werte der deutschen Heimat“. Als einer von drei Herausgebern dankte er besonders seinen Mitstreitern Professor Dr. Thomas Steensen vom Bredstedter Institut und dem Historiker Albert Panthen sowie den mehr als 50 Autoren, die als örtliche Experten wertvolle Beiträge geleistet hätten. Außerdem würdigte er die Unterstützung durch den Eiderstedter Heimatbund, den Landkreis, die Kulturstiftung der Nord-Ostsee-Sparkasse und die sächsische Akademie der Wissenschaften bei der Herausgabe des Buches.

Dem schloss sich auch der Direktor des Leipziger Instituts, Professor Dr. Sebastian Lentz, an und verwies auf die lange Tradition der Buchreihe, die ihren Ursprung in Heimatkundebüchern für Schüler hat. Lob zollte er den Mitarbeitern des Nordfriisk Instituut: „Sie waren unser Ankerplatz vor Ort.“

Der Direktor der Einrichtung und Hauptbearbeiter des Buches ging in seinem Vortrag der Frage nach, ob die Eiderstedter Nordfriesen seien und kam zu dem Schluss: „Wer es sein möchte, der ist es auch.“ Denn von ihrer Geschichte und Kultur hätten sie einen Anspruch darauf, zumal die Dreilanden vor rund 1000 Jahren von Friesen besiedelt wurden. Später jedoch grenzten sich die wohlhabenden Landwirte mit ihrer ausgeprägten Selbstverwaltung gegen die „armen Schlucker im Norden“ ab. Noch 1929 verweigerten sie ihre Beteiligung am Heimatbuch Nordfriesland. Das habe sich jedoch spätestens seit der Gebietsreform des Kreises 1970 zum Positiven gewandelt. Dr. Steensen erinnerte an den Initiator des Buches, den Flensburger Geografie-Professor Manfred J. Müller. Dieser habe ihn vor mehr als zehn Jahren für das Projekt begeistert. Nach dessen Tod habe er auf Wunsch der Kooperationspartner in Leipzig den „ehrenvollen und mit viel Arbeit verbundenen Auftrag“ übernommen, federführend die Arbeit fortzusetzen. Steensen dankte allen Mitwirkenden und hob das besondere Engagement von Hauke Koopmann und Sönnich Volquardsen vom Heimatbund sowie die sachkundige Begleitung durch Gerd Kühnast und Hans Georg Hostrup von der IG Baupflege hervor. Sein Dank galt ebenfalls Dr. Porada sowie seinem treuen und kompetenten Weggefährten Albert Panthen.

Nach Grußworten von Landrat Dieter Harrsen und dem Leiter des Verlagshauses, Harald Liehr, sowie einem Vortrag von Professor Dr. Holger Jahnke von der Universität Flensburg schilderte der, wie alle früheren Versuche, einen kompletten landeskundlichen Band über Eiderstedt zu verfassen, scheiterten.



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