Chinesische Schüler in Husum : Gäste aus dem Reich der Mitte

„Blitzlichtgewitter“ im Rathaus: Den Empfang bei Bürgermeister Uwe Schmitz hielten alle chinesischen Schüler mit Handys und Kameras fest.
„Blitzlichtgewitter“ im Rathaus: Den Empfang bei Bürgermeister Uwe Schmitz hielten alle chinesischen Schüler mit Handys und Kameras fest.

Das nächste Kapitel in der Kooperation ist schon geplant: Im Oktober fliegen Theodor-Storm-Schüler zum Gegenbesuch nach China.

shz.de von
16. Juli 2015, 09:00 Uhr

Die im Jahr 2012 zwischen der Theodor-Storm-Schule (TSS) und der chinesischen Longyou Middle School geschlossene Schulkooperation wird immer öfter mit Leben erfüllt: Bereits zum zweiten Mal konnte das Kollegium um TSS-Schulleiterin Sibylle Karschin eine Delegation aus der chinesischen Provinz Zheijang in der Storm-Stadt begrüßen: 18 Schülerinnen und Schüler, ihre Englischlehrerin und der stellvertretende Schulleiter hatten von Schanghai aus die mehr als 11.000 Kilometer und viele Stunden dauernde Flugreise auf sich genommen, um eine Woche lang mehr über den Schulalltag in ihrer deutschen Partnerschule zu erfahren. Und schon im Oktober ist von Seiten der TSS ein Gegenbesuch in Longyou geplant. Auch deshalb war dieses Treffen für die zumeist 15-jährigen Schüler ausgesprochen spannend.

Den jungen Chinesen, die in Gastfamilien untergebracht waren, wurde einiges geboten: Sie eroberten Husum im Rahmen einer Stadt-Rallye, besuchten das Storm-Haus und die Backensholzer Hofkäserei, Schloss Gottorf und das Wikingerdorf Haithabu, gingen im Multimar Wattforum in Tönning auf Entdeckungs-Tour und wanderten am Strand von St. Peter-Ording entlang. Auch Bürgermeister Uwe Schmitz empfing die Delegation im Rathaus. Er erzählte den jungen Gästen viel über die „weltoffene Stadt Husum“, die aber im Vergleich zu ihrer chinesischen Heimat wohl eher wie ein kleines Dorf wirken müsse. Die Schüler nickten: Ihre dortige Heimat zählt 400.000 Einwohner – und selbst das sei für chinesische Verhältnisse noch klein. Dass die kleinste nordfriesische Gemeinde auf einer Hallig nur gerade mal zehn Einwohner hat, konnten sie sich daher kaum vorstellen.

Als ihre Lehrerin nach der Bedeutung der Windkraft für die Region fragte, verstand es Schmitz, sich mit dem Satz „Hamburg stole the international fair“ wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit der jungen Chinesen zu verschaffen. Er berichtete von der Entwicklung in den vergangenen Jahren, informierte über die im September anstehende nationale Messe Husum Wind und betonte die Wichtigkeit der regenerativen Energien für die Zukunft der gesamten Welt. Im Gegenzug nahm der Bürgermeister beeindruckt zur Kenntnis, dass China offenbar bestrebt ist, seinen persönlichen Lieblingssport – den Fußball – stärker zu etablieren und bestärkte die Schulen daher darin, jeweils mindestens zwei Teams aufzubauen: eine männliche und eine weibliche Mannschaft. Nach ihren bisherigen sportlichen Vorlieben befragt nannten ihm die jungen Gäste Basketball, Badminton und Schwimmen.

Nach diesem interessanten Austausch ging es zum Mittagessen in die TSS-Mensa. Die wohl durchaus beliebt war: „Es schmeckt“ lautete die Antwort auf Schmitz’ Frage, ob die Gäste denn mit dem Essen dort zufrieden seien.
















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