Fund bei Wittbek : Gänse-Schwarm vom Blitz getroffen?

Nonnengänse an der Nordseeküste: Wurde ein Schwarm Opfer eines Blitzschlags?
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Nonnengänse an der Nordseeküste: Wurde ein Schwarm Opfer eines Blitzschlags?

Angst vor Vogelgrippe: Aus Sicherheitsgründen werden tote Nonnengänse, die bei Wittbek gefunden wurden, im Landeslabor untersucht. Wahrscheinlich sind sie Opfer eines Blitzes geworden.

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15. Januar 2015, 10:00 Uhr

Rund 50 tote Nonnengänse auf einen Streich sind gestern Nachmittag (14. Januar) östlich von Wittbek aufgefunden worden. Die Körper der Tiere wurden sichergestellt und sollen im Landeslabor Schleswig-Holstein in Neumünster untersucht werden, um einen möglichen Zusammenhang mit der Vogelgrippe definitiv ausschließen zu können.

Darüber informierte Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze ganz aktuell die Mitglieder des zeitgleich im Husumer Kreishaus tagenden Umwelt- und Energieausschusses des nordfriesischen Kreistages. Nach ersten Informationen, die Schulze via Handy erhalten hatte, soll es im Umfeld der Fundstelle der toten Gänse verbrannt gerochen haben.

Wie der anwesende Biologe Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer ging gestern auch Nordfrieslands Kreisveterinär davon aus, dass der Schwarm wohl einem Blitzschlag zum Opfer gefallen ist. „Aber wir klären das ab, auch um die Bevölkerung zu beruhigen“, sagte Schulze.

Mit Blick auf die Vogelgrippe gilt Nordfriesland mit seiner Vielzahl von Wildvögeln nach wie vor als Risikogebiet. Im November war deshalb vorsorglich für küstennahe Bereiche und Niederungsgebiete eine Stallpflicht für Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse angeordnet worden, von der mehr als 300 Betriebe mit rund 68.000 Tieren betroffen sind.

Nach Aussagen des Kreisveterinärs wird eine Expertenrunde auf Landesebene Mitte Februar entscheiden, ob die Stallpflicht verlängert wird. Im Zuge des Monitorings seien bisher rund 500 Proben – darunter ein Viertel von der Westküste – untersucht worden. Laut Dr. Schulze wurden bislang zwar Influenzaviren, aber kein Vogelgrippe-Virus gefährlichen Typs nachgewiesen.

Ungeachtet neuerer Untersuchungs-Ansätze, wonach sich das Vogelgrippe-Virus nicht via Vogelzug, sondern über Futtermittel oder andere tierische Produkte von Asien nach Europa übertragen haben könnte, bleiben die Fachleute risikobewusst: „Unser höchstes Gut ist der Schutz der menschlichen Gesundheit“, bekräftigte Dieter Schulze vor den Ausschussmitgliedern.

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