Hattstedt : Gabi Meyer leitet den Männergesangsverein Harmonie

Gabi Meyer, die neue musikalische Leiterin, begleitet den Chor am Akkordeon, singt aber nicht mit.
Gabi Meyer, die neue musikalische Leiterin, begleitet den Chor am Akkordeon, singt aber nicht mit.

Sie ist die erste Frau an der Spitze des reinen Männervereins. Der bisherige Dirigent Gerd Petersen ist jetzt Ehren-Chorleiter.

shz.de von
05. August 2018, 08:00 Uhr

Sommer, Sonne, Gesang und Musik – so mögen es die 35 Männer und seit kurzem eine Frau des Männergesangvereins Harmonie Hattstedt. Sie hatten zu ihrem traditionellen Singabend in den Biergarten des Vereinslokals Christiansens Gasthof eingeladen.

Gleich zu Beginn lüftete der Vorsitzende, Rüdiger Nielsen, den vielen Gästen das Geheimnis um die einzige Dame in der munteren Truppe: Gabi Meyer löst ab sofort den bisherigen Dirigenten Gerd Petersen nach 17 Jahren aktiver Arbeit ab. Der 70-jährige möchte insbesondere aus gesundheitlichen Gründen in die zweite Reihe treten. Er wird dem Chor künftig weiter als Sänger treu bleiben. Da denn eben kein männlicher Leiter gefunden werden konnte, wurde zum ersten Mal in der Chorgeschichte die Männerdomäne durchbrochen. Fest steht: Es bleibt ein Männerchor. Die Neue singt nicht mit, sondern arrangiert, leitet und begleitet mit ihrem Akkordeon, ganz so wie ihr Vorgänger bisher auch.

Abwechslungsreich war das Programm, von maritim über Volkslied, bis hin zu Schlagermelodien. Dabei brillierte Kurt Hegemann einmal mehr mit Mundharmonika-Soli. Detlef Gosch sorgte für stimmige Gitarrenbegleitung. Dirigent Gerd Petersen leitete ein letztes Mal den Abend und moderierte auch. Den Lachmuskeln taten dabei die plattdeutschen Döntjes, erzählt von Erwin Drews, gut.

„Ich habe die Texte der plattdeutschen Lieder nicht alle verstanden, aber sie waren etwas für’s Herz“, gestand Feriengast Michael Andelfinger aus dem Schwäbischen. Romantisch wurde es, als das bekannte „Sierra Madre“ erklang.

Der Vereins-Chef hatte auch Gäste nach Hattstedt eingeladen. Der Shanty-Chor Margit un de Freesenjungs war angereist und bereicherte den Abend mit den typischen Arbeitsliedern der Seeleute. Beide Chöre verursachten zuletzt gemeinsam Gänsehautfeeling, als sie „Amazing Grace“ anstimmten. „Ein schöner Abend“, war nicht nur die Meinung des Hattstedters Hermann Möller. „Singen macht eben Freude“, bestätigte der Vorsitzende.

Ganz bis zum Schluss hatte Rüdiger Nielsen noch eine Überraschung für den langjährigen Chorleiter Gerd Petersen (Foto) parat gehalten. „Wir haben im Vorstand einstimmig beschlossen, dir den Titel Ehren-Chorleiter zu verleihen“, erklärte er unter Beifall aller. Mit Blumen, einem selbst gedichteten Text sowie einem Ständchen wurde er endgültig entlassen. Auch die Geschäftsführerin des Sängerbundes Schleswig-Holstein, Waltraud Grapentin, war extra angereist, um zu gratulieren und Adieu zu sagen. „Ich finde, es war ein tolles Konzert. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag gegen das allgemeine Chorsterben“, so Grapentin.

Jeden Dienstag ist ab 20 Uhr in Christiansens Gasthof Chorprobe. Interessierte sind willkommen.

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