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Husumer Nachrichten

21. November 2017 | 07:31 Uhr

Aus den Gemeinden : Fusion unter Dach und Fach

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Aus Norder- und Süderstapel wird zum 1. März 2018 die Gemeinde Stapel.

Wenn zwei Beteiligte beschließen, ihren Weg zukünftig gemeinsam gehen zu wollen, bedarf eine solche Entscheidung einer umfassenden Prüfung und natürlich einer langfristigen Vorbereitung. Am Ende dieses langen Weges stand nach einstimmigem Beschluss beider Gemeindevertretungen nun die Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrages zur Fusion von Norder- und Süderstapel. Die beiden flächenmäßig mit jeweils rund 1.600 Hektar fast gleichgroßen Gemeinden waren sich von Anbeginn einig und wollten eine Verbindung auf Augenhöhe. Norderstapel mit seinen 805 Einwohnern und Süderstapel mit 1.007 Einwohnern bilden nun zum 1. März 2018 die Gemeinde Stapel.

Die Idee einer Fusion beider Gemeinden hatte es schon in der Vergangenheit gegeben. Erst im Dezember 2015 wurde jedoch eine Arbeitsgruppe mit je fünf Vertretern aus beiden Gemeinden gebildet. Zielsetzung war die Erarbeitung der Themenschwerpunkte, die den Weg zur Fusion ebnen sollten. Die Ergebnisse dieser Gespräche fanden Eingang in eine gemeinsame Einwohnerversammlung im September vergangenen Jahres. Erstmals wurden hier die Auswirkungen einer möglichen Fusion vorgestellt und das Thema für die Einwohnerinnen und Einwohner beider Gemeinden greifbar dargestellt. Letztlich folgte am 24. September diesen Jahres ein Bürgerentscheid in beiden Gemeinden. Das Votum ergab bei hoher Wahlbeteiligung in Norderstapel 60,4 Prozent und Süderstapel 57.9 Prozent Zustimmung.

Für eine Vereinigung sprachen Aspekte wie die Leistungsfähigkeit der Gemeinden, Kostenminimierung, demografischer Wandel, die abnehmende Bereitschaft der Bevölkerung, sich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagieren zu wollen, sowie auch mittelbar Einsparungen im Bereich der Administration. Entscheidend war jedoch die bereits bestehende enge Verflechtung zwischen den Gemeinden. Bereits im Jahr 1982 wurde ein gemeinsamer Planungsausschuss gebildet, der die Zusammenarbeit der Gemeinden bei wichtigen Aufgaben vorbereitet hat. Heute werden bereits Abwasserbeseitigung, Kindertagesstätte, Rettungswache, Feuerwehrgerätehaus, Gewerbegebiet und Sportanlagen gemeinsam wahrgenommen. Daneben gehören beide dem Amt Kropp-Stapelholm sowie dem Schulverband Stapelholm an. Das gemeinsame Interesse am Erhalt der Grundschule Stapelholm – Außenstelle Norderstapel – ist bei stets guter Auslastung ebenso vorhanden, wie die Förderung des vielfach bereits praktizierten gemeinsamen Vereinslebens. Ferner praktizieren die Bauhöfe der Gemeinden längst erfolgreich eine gute Zusammenarbeit. Beide Gemeinden gehören überdies der gleichen Kirchengemeinde an.

Die Entscheidung für den Gemeindenamen Stapel hatte sich schon frühzeitig als alternativlos herauskristallisiert. Als Wortstamm in beiden Gemeindenamen enthalten, stellt der Name auch unmittelbar den Bezug zur Kulturlandschaft Stapelholm her. Nicht zuletzt findet er sich im Namen des Amtes Kropp-Stapelholm und ist damit Bestandteil der regionalen Identität.

Mit dem Inkrafttreten des Vertrages am 1. März des kommenden Jahres sind die Orte Norder- und Süderstapel Geschichte. Alle Vermögenswerte, bereits bestehende und in der Zeit bis dahin noch vorgenommenen Verpflichtungen werden vollständig in die Gemeinde Stapel überführt. Die erste gemeinsame Gemeindevertretung soll bei der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein, am 8. Mai 2018 gewählt werden. Ein eingesetzter Beauftragter, dem jeweils ein aus den bisherigen Gemeindevertretungen bestimmter Berater beigestellt wird, soll bis zur konstituierenden Sitzung der ersten Gemeindevertretung Stapels die laufenden Geschäfte der Gemeinde führen.

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