Hattstedt : Für mehr Attraktivität

Den Tourismus und das Gemeindeleben von Hattstedt stärken, das möchte Senior-Trainer Dr. Hartmut Räupke. Er stellte seine Visionen kürzlich Vertretern der 29 Vereine im Ort vor.

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19. Januar 2009, 11:21 Uhr

Hattstedt | Viele Köche verderben den Brei, heißt es gemeinhin. In Hattstedt aber sollen die "Köche" etwas Besonderes zubereiten. Davon ist Dr. Hartmut Räupke überzeugt. Auf Einladung von Bürgermeister Ralf Heßmann stellte der Senior-Trainer aus Schobüll ein Konzept vor, dass zur Belebung des Fremdenverkehrs und des Dorflebens beitragen soll.

Voller Erwartung hatten sämtliche Vereine des 2500-Einwohner-Ortes einen Vertreter entsandt, um sich Räupkes Visionen erläutern zu lassen. Zuvor betonte Heßmann, dass keineswegs der Eindruck erweckt werden solle, dass in der Gemeinde nichts geschehe und das Vereinsleben brach liege. Im Gegenteil. Der Ort wachse stetig und habe eine hervorragende Vereinskultur. Dennoch: "Wir haben die Situation des Großwerdens einer Gemeinde und müssen reagieren, bevor es zu spät ist".
Das Gemeindeoberhaupt sprach von nachhaltigen Strukturen, die geschaffen werden müssen, von einer Gemeinde, die zukunftsfähig bleiben soll, und forderte die Anwesenden auf, sich dem Trend entgegenzustellen - schließlich sei eine Abnahme der Begeisterungsfähigkeit spürbar. Zudem sei im Ort die Grenze erreicht, in der Bürger anonym und ohne Anschluss an die Dorfgemeinschaft leben könnten.
Dorfleben gemeinsam bereichern

"Hattstedt hat ein besonderes Flair", sagte Räupke, der den Teilnehmern der "Kick-off-Veranstaltung" (Heßmann) ein mehrseitiges Konzept vorlegte und darin für einen "Markt" warb, der von der "Apotheke bis zur Schule" reichen solle. Ziel sei die Belebung des Fremdenverkehrs sowie des Dorflebens durch Gemeinsamkeit. Mit diesem "Markt der Möglichkeiten" will Räupke das Ziel erreichen.
Der pensionierte Hochschul-Dozent hatte sogar schon konkrete Vorschläge: Alle Vereine - und in Hattstedt gibt es nicht weniger als 29 Institutionen - sollen sich einen Tag lang von ihrer besten Seite präsentieren: Vorführungen, Spiele, Aktionen und Musik. Letzteres sei, so der Senior-Trainer, ein Markenzeichen Hattstedts. "Ein Dorf lebt", verkündete er euphorisch.
Einfach eingeplant

Allerdings hatte Räupke die Rechnung ohne die Wirte gemacht, denn dem Großteil der Vereinsvertreter ging das alles viel zu schnell. Völlig überrascht war denn auch Dr. Friederike Runge, die laut Konzept die musikalische Gesamtleitung des Festes übernommen hatte. "Man hätte mich vorher wenigstens informieren können, bevor man mit einem solchen Papier an die Öffentlichkeit geht", forderte die Chorleiterin.
Auch die anderen Teilnehmer wollten an diesem Abend keine konkreten Zusagen machen. Sie wollten Räupkes Visionen erst einmal ihren Vorständen präsentieren. Grundsätzlich sei man bereit, sich für den Ort und für eine besondere Veranstaltung einzusetzen, so der Tenor. Zudem sei eine längere Planungsphase erwünscht.
Ferienprogramm für Kinder

Am 23. Mai kommen die "Markt-Organisatoren" ein zweites Mal zusammen. Dann werden sie erste Vorschläge unterbreiten - auch für ein Ferienprogramm im Sommer. Dafür hatte sich Heßmann am Rande der Veranstaltung stark gemacht. Er möchte den Kindern der Gemeinde in den Sommerferien ein buntes Programm bieten und warb bei den Vereinen um Unterstützung.

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