Friedrichstadt : Für gemeinsame Ziele einstehen

Neujahrsempfang der Stadt Friedrichstadt und der Kirchen der Stadt mit Bürgermeister Eggert Voigt (r.).
Neujahrsempfang der Stadt Friedrichstadt und der Kirchen der Stadt mit Bürgermeister Eggert Voigt (r.).

Traditionell laden die Stadt Friedrichstadt und die Kirchen zusammen die Bürger zum Neujahrsempfang ein. Gastgeber dieses Mal: die Remonstrantenkirche.

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15. Januar 2018, 10:00 Uhr

Es ist kurz vor 18 Uhr. Schon von fern sind die Glocken der Remonstrantenkirche zu hören. Sie läuten zum ökomenischen Gottesdienst. Nach und nach füllen sich die Kirchenbänke in dem Sakralbau an der Prinzeßstraße, am Ende sind sie bis auf den letzten Platz besetzt. „Schön, dass so viele Friedrichstädter kommen, und ich habe dass Gefühl, es werden jedes Jahr mehr“, sagt eine Besucherin. „Das ist eine großartige Tradition.“

Jedes Jahr im Januar laden die Stadt Friedrichstadt und die Kirchen gemeinsam ihre Bürger zum Neujahrsempfang ein. Traditionell beginnt dieser mit einem Gottesdienst, die Friedrichstädter Kirchen wechseln sich dabei ab. Heute ist die Remonstranten-Kirche mit Gastgeber Severien Bouman an der Reihe – sie beherbergt die einzige Gemeinde der Remonstranten außerhalb ihres Mutterlandes, den Niederlanden.

Feierlich schreiten die Vertreter der Kirchengemeinden nach vorn. Sie alle tragen etwas zum Gottesdienst bei. Ihre Botschaft: Es ist wichtig, für gemeinsame Ziele einzustehen – unabhängig von Glauben und Nationalitäten. Über Verschiedenheit muss man auch mal hinwegsehen können, denn am Ende wollen alle das gleiche: Geborgenheit. Eine weitere Besonderheit dieses Gottesdienstes ist auch das internationale Vaterunser – es wird unter anderem auf deutsch, niederländisch und dänisch gesprochen.

„Wir sollten alle daran arbeiten, dass Friedrichstadt wieder eine Stadt der Toleranz wird, wie sie es bis 1933 war“, fasst es Heinrich Mannel von der Remonstrantischen Bruderschaft zum Auftakt des Empfangs im evangelischen Jürgen-Ovens-Haus zusammen und erinnert daran, dass einst aus religiösen Gründen verfolgte Niederländer – allen voran die Remonstranten – in Friedrichstadt eine neue Heimat fanden.

Mittlerweile sind die Besucher des Neujahrsempfangs auf geschätzte 150 angewachsen. In der Menge ist es nicht nicht ganz einfach, Bürgermeister Eggert Vogt auszumachen, der in seiner Ansprache das Jahr 2017 noch einmal Revue passieren lässt. Einiges sei bewegt worden und für die Zukunft angeschoben, so Vogt. Auch personell habe sich vieles geändert. So wurde Kerstin Lamp aus Witzwort als neue Stadtmanagerin eingestellt, und der Posten der Tourismus-Chefin wurde mit Carolin Kühn aus Garding neu besetzt.

Für Erheiterung sorgt Vogt mit seiner Aussage, dass die Verkehrsaufsicht mit Momme Hargens einen neuen Politeur – eine männliche Politesse – bekommen habe, der sich um den ruhenden Verkehr kümmere. Auch, dass die Holländerstadt wieder in das Städtebauförderungsprogramm von Bund und Land aufgenommen wurde und dass damit in den nächsten zehn bis 15 Jahren Millionen nach Friedrichstadt fließen, macht der Bürgermeister deutlich. „Geld ist ja immer so wichtig“, fügt er lächelnd hinzu. Auf der Agenda 2018 stünden neben den Projekten Zukunftsstadt und Städtebauförderung vor allem bauliche Veränderungen an. Dazu gehören unter anderem die Sanierung des Fuß- und Radweges in der Schleswiger Straße, der erste Bauabschnitt im Osten der Stadt, die Überplanung des Burgwalls, die Einrichtung eines behindertengerechten Angelplatzes am Westersielzug oder die Aufrüstung von Spielplätzen.

Vogt freue sich über das zahlreiche Erscheinen seiner Friedrichstädter, sagt er. Auch wenn es teilweise kaum ein Durchkommen gibt, tut das der guten Stimmung unter den Gästen keinen Abbruch. Und vom Bufett bekommt trotzdem jeder etwas ab. Die Stärkung des Miteinanders setzen die Friedrichstädter denn auch schnell in die Praxis um. Es finden sich neben alten Bekannten genauso viele neue Gesprächspartner. Schnell nach Hause ist hier kaum jemand gegangen.

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