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Öffentliches Gelöbnis in Husum : Für Frieden, Recht und Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

800 Soldaten aus sechs Standorten traten auf dem Marktplatz an - und zahlreiche Zuschauer wohnten dem feierlichen Appell bei, der bei durchwachsenem Wetter stattfand.

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erstellt am 25.Feb.2016 | 06:00 Uhr

Das Wetter wusste nicht so recht, was es wollte – ganz im Gegensatz zu den 800 Freiwilligen, die zum öffentlichen Gelöbnis auf dem Marktplatz angetreten waren: „Sie haben beschlossen, Dienst zu leisten für unser Land und für all das, wofür unser Land steht“, rief Oberst Thomas Groeters, Kommandeur des in Husum stationierten Spezialpionierregiments 164 „Nordfriesland“, den Soldatinnen und Soldaten aus sechs verschiedenen Standorten zu. „Sie haben entschieden, Ihre Zeit, Ihr Engagement, Ihre Gesundheit und Ihre Familie, die ihren Teil der Belastungen unseres Berufes mittragen wird, für unser Land und unsere Werte einzubringen.“ Und Familienmitglieder sowie Freunde waren zahlreich erschienen, um zuzusehen, wie ihre Lieben Eid oder feierliches Gelöbnis ablegten.

Nicht nur Angehörige des Spezialpionierregiments, das für den feierlichen Appell im Rahmen des „Gelöbnisverbandes Westküste“ verantwortlich zeichnete, sondern auch Soldatinnen und Soldaten der Unteroffizierschule der Luftwaffe aus den Standorten Appen und Heide, der Schule für Strategische Aufklärung der Bundeswehr aus Flensburg sowie der Bataillone für Elektronische Kampfführung 911 aus Stadum und 912 aus Nienburg an der Weser trotzten rund um die Tine den Launen von Petrus: Während die sechs Truppenfahnen unter den Klängen des Marinemusikkorps Kiel einmarschierten, herrschte strahlender Sonnenschein, der über eine aufziehende Bewölkung schließlich einem unangenehmen Schneeregen Platz gemacht hatte, als Bürgermeister Uwe Schmitz die Gelöbnisrede hielt – eben ein „typisch nordfriesischer Frühsommertag“, wie der Verwaltungschef fatalistisch anmerkte. Schmitz freute sich , dass „diese würdige Veranstaltung in Husums guter Stube, nämlich hier auf dem Marktplatz“ stattfinden würde und erinnerte die Angetretenen daran, dass sie als „Repräsentanten ihrer Einheit, Ihres Standortes und Ihres Heimatlandes“ für Worte und Taten viel mehr Verantwortung tragen würden als andere junge Frauen und Männer. Die Familienangehörigen unter den Zuschauern würden durch ihre Anwesenheit dokumentieren, „die Entscheidung ihrer Töchter und Söhne oder Partnerinnen und Partner, unter Zurückstellung privater Belange einen Dienst in der Bundeswehr abzuleisten, nicht nur akzeptieren, sondern mittragen und befürworten“, so Schmitz weiter. Und das „nicht wegzudiskutierende Restrisiko“ im Einsatz lasse diese bewusste Entscheidung „in einem ganz besonderen Licht erscheinen“.

Für die Soldaten blickte Gefreiter Oliver Ley vom Spezialpionierregiment auf die bisherigen knapp acht Wochen der Grundausbildung zurück, die „psychisch und physisch sehr fordernd“ sei, aber zugleich in allen den festen Willen geweckt hätte, sie durchzustehen – und zwar gemeinsam: „Wir haben hier schnell gemerkt, dass der Leitspruch ,Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied‘ keine hohle Phrase ist.“

Als die Abordnungen der einzelnen Standorte dann an die sechs Truppenfahnen traten, schien schon wieder die Sonne. Oberst Groeters sprach die Formel vor, die mit den Worten „Ich gelobe“ beziehungsweise „Ich schwöre“ beginnt und im Chor von den Angetretenen wiederholt wurde. Mit dem Gelöbnis bekräftigen freiwillig wehrdienstleistende Soldaten ihre soldatischen Pflichten gemäß Soldatengesetz und damit die Grundpflicht, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Länger verpflichtete Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten schwören die Formel als Diensteid.

Beim anschließenden Empfang im Rathaus betonte Bürgervorsteher Peter Empen, dass dieses „besondere Ereignis für die Soldatinnen und Soldaten und ihre Angehörigen, aber auch für die Stadt Husum und ihre Bürgerinnen und Bürger“ einmal mehr die enge Verbundenheit zwischen Regiment und Stadt zeige und die Bedeutung der Bezeichnung „Wohlfühlgarnison“ vertiefe. „Wir Husumerinnen und Husumer haben großen Respekt vor den Soldaten, die heute mit Eid und Gelöbnis versprochen haben, sich verantwortungsvoll für Frieden, Freiheit und die Wahrung der Menschenrechte einzusetzen.“ Und gab – an die anwesenden Soldaten gewandt – für die Storm-Stadt ebenfalls ein Versprechen ab, nämlich „Sie bei dieser schweren Aufgabe zu unterstützen und zu helfen und als Partner oder Paten zur Seite zu stehen“.


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