Afrika in Nordfriesland : Für einen Abend zurück in Tansania

Finja Belusa hat den Abend mitorganisiert.
Finja Belusa hat den Abend mitorganisiert.

Erinnerungen an die erste Jugendbegegnung des Evangelischen Kinder- und Jugendbüros in Tansania werden morgen (22. Mai) im Jensen-Kolleg in Breklum bei einem afrikanischen Abend lebendig.

shz.de von
21. Mai 2015, 10:00 Uhr

Wer reist, um andere Kulturen kennenzulernen, bereichert sein Leben. Das erfuhren auch acht Jugendliche aus dem Evangelischen Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland, die vergangenes Jahr für drei Wochen in Tansania zu Gast waren. Unter der Leitung von Diakonin Susanne Kunsmann und Helena Funk machten sie sich auf den langen Weg in ein für sie fremdes Land, um auf acht einheimische Jugendliche zu treffen und mit ihnen Zeit zu verbringen. Finja Belusa, ehrenamtliche Jugendgruppenleiterin aus der Einrichtung mit Sitz in Niebüll, war mit dabei und hat viel von ihrer ersten Auslandsreise zu erzählen.

Um andere Menschen an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen, wird deshalb über das Kinder- und Jugendbüro ein „Abend voller Tansania“ organisiert. Dieser findet morgen (22. Mai), von 17 bis 19 Uhr, unter dem Motto „Karibuni Tansania“ im Breklumer Christian-Jensen-Kolleg statt. „Wir wollen dazu ermuntern, sich in unbekannte Gebiete zu wagen“, sagt Finja Belusa.

Die Einladung richtet sich an alle Tansania-Begeisterten und die, die es werden wollen, Familie und Freunde von Tansania-Reisenden, Pastoren, Ehrenamtliche und andere Interessierte. „Die Gäste dürfen sich auf einen Abend mit Fotos, Essen, Musik und Geschichten freuen“, wirbt die 24-Jährige für die Veranstaltung, die sie gemeinsam mit Lisa Reimann und Danielle Forthmann geplant hat. Das Trio freut sich auf eine Anmeldung unter der Telefonnummer 04661/1462 oder per E-Mail an info@ekjbnf.de.

„Wir sind täglich durch verschiedene Regionen gereist und haben von komplett anderen Lebensweisen erfahren. Es war sehr spannend und beeindruckend“, blickt Finja Belusa zurück. Seit vielen Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen der Konde-Diözese in Tansania und dem Kirchenkreis Nordfriesland; zu einer ersten Jugendbegegnung war es erst im vergangenen Jahr in Tansania gekommen – 2015 soll ein Gegenbesuch der Afrikaner erfolgen.

„Als wir nach einem sehr langen Flug endlich gelandet sind, waren wir als Weiße plötzlich Ausländer“, erinnert sich Finja Belusa. Sie könne sich seitdem in Ausländer, denen sie in Deutschland begegnet, besser hineinversetzen. Afrikaner und Nordfriesen stellten sich gegenseitig Fragen und lernten dabei viel voneinander. „Sie waren alle sehr offenherzig, haben allerdings kein Zeitgefühl“, erzählt die 24-Jährige, die deshalb mit ihrer Tugend Pünktlichkeit in Tansania nicht punkten konnte. An das scharfe Essen musste sich die junge Nordfriesin erst gewöhnen, genauso wie an die Hitze.

Die Niebüller Gruppe hatte sich von Anfang an abgewöhnt, vor irgendetwas Angst zu haben, erzählt Finja Belusa. Sie ließen alles auf sich zukommen und waren offen für die fremden Sitten und Gebräuche. „Seitdem ich wieder zu Hause bin, denke ich über einige Sachen anders nach“, meint sie und nennt als ein Beispiel den in Deutschland im Vergleich zu Afrika üppigen Konsum.

Mit ihrer Familie in Deutschland hielt sie immer Kontakt – Heimweh kam nur einmal auf: an ihrem Geburtstag. Letztendlich war der Tag der Abreise viel zu schnell da – die drei Wochen schienen wie im Flug vergangen zu sein. „Tansanier kennen keinen Abschied. Sie machten es uns leicht zu gehen, obwohl wir alle etwas traurig waren. Wir kamen als Fremde und gingen als Freunde.“

Bunte Tücher, reichlich Kaffee- und Kakaopulver erinnern Finja Belusa an die schöne Zeit in Afrika. Außerdem gibt es inzwischen ein zweisprachiges Begegnungsheft, in dem sich alle Jugendlichen mit Auszügen aus ihren Tagebüchern verewigt haben. Nur eines hatte die Nordfriesin auf dem anderen Kontinent vermisst: Schokoladencreme zum Frühstück.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen