Eider-Schleuse in Friedrichstadt : Für die nächsten 30 Jahre gesichert

Die Schleuse kann am Mittwoch wieder d en Betrieb aufnehmen.
Die Schleuse kann am Mittwoch wieder d en Betrieb aufnehmen.

In die Sanierung der Friedrichstädter Eider-Schleuse hat das Land rund eine Million Euro investiert. Knapp ein halbes Jahr lang wurden nicht nur die Schleusentore, sondern auch die Kammer aus Beton saniert.

23-2288446_23-55396105_1381913714.JPG von
04. März 2014, 11:30 Uhr

Als noch regelmäßig Frachtschiffe in den Friedrichstädter Hafen einliefen, hatte sie große Bedeutung. Auf dem Wasserweg ist das Holländerstädtchen nämlich nur nach einer Schleusenpassage erreichbar. Heute, da der Hafen nur noch das Ziel von Ausflugsschiffen und Sportbooten ist, hat die Schleuse zwischen Treene und Eider an wirtschaftlicher Bedeutung verloren. Aber immerhin im Vorjahr gab es noch rund 1000 Schleusungen, und das obwohl die Anlage bereits Anfang September geschlossen worden war, weil eine Grundsanierung anstand.

Der Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) investierte rund eine Million Euro in die Instandsetzung. Vier jeweils 30 Tonnen schwere Schleusentore sowie zwei weitere aber „nur“ 15 Tonnen schwere, wurden im Spätsommer nach dem Verschluss der 59 Meter langen Schleusenkammer von einem Mobilkran herausgehoben. Dann standen sie unter einem großen Zeltdach in der Kammer, wurden repariert und auf die nächsten 30 Jahre Einsatz vorbereitet. Erwin Christiansen vom LKN ist mit dem Verlauf der Arbeiten sehr zufrieden. „Wir liegen voll im Zeitplan. Wenn alles klappt, dann sind wir am Mittwoch fertig“, sagt er. Gestern kam auf der Baustelle ein Taucher aus Hamburg zum Einsatz, der nach dem Wiedereinbau der Schleusentore und der Flutung der Kammer die Notverschlüsse händisch an einen Kran hängen musste, damit die tonnenschweren Bauteile aus dem Wasser gehoben werden konnten. Nach ihrer Reinigung werden sie neben der Schleuse gelagert, um bei Bedarf schnell wieder eingesetzt werden zu können.

Doch nicht nur die Tore wurden saniert, erläutert Christiansen. Auch die Betonwände der Schleusenkammer und deren Boden wurden einer gründlichen Inspektion unterzogen. Für die reinen Betonarbeiten waren im Etat allein 200 000 Euro angesetzt. „Der Beton ist von guter Qualität“, unterstreicht Christiansen, „damals haben sie ihn ordentlich verdichtet und auch die Mischung stimmt.“ Dennoch mussten wesentlich mehr Betonarbeiten vorgenommen werden, als zunächst vermutet. Dafür, so ist der LKN-Mann überzeugt, habe man auch die nächsten 30 Jahre wieder Ruhe.

Eine wichtige Neuerung wird es an der sanierten Friedrichstädter Schleuse geben. Über die Tore werden demnächst Netze gespannt, damit dort keine Vögel brüten können. Denn der scharfe Vogelkot hat im Laufe der Jahre das Metall stark angegriffen. „Die größten Schäden hatten wir tatsächlich in diesen Bereichen“, so Christiansen. Glück hatten der Landesbetrieb und das von ihm beauftragte Unternehmen mit der Witterung während der Sanierungsphase. Dennoch wurde die ganze Schleusenkammer mit einem Zelt „eingehaust“. Dort wurde dann bei leichtem Unterdruck gearbeitet. Der Grund: Bei Untersuchungen der alten Anstriche der Schleusentore wurde in einer Probe ein ganz knapp über dem Grenzwert liegender Asbestwert ermittelt. „Daher“, so Christiansen, „musste aus Sicherheitsgründen alles hermetisch abgeschlossen werden, damit nichts von der gefährlichen Altlast in die Umwelt gelangen konnte. “

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen