Sozialladen in Husum eröffnet : Für den schmalen Geldbeutel

Freuen sich über den neuen Sozialladen: Eröffnungsgäste, Initiatoren und das Verkaufspersonal. Foto: Peters
Freuen sich über den neuen Sozialladen: Eröffnungsgäste, Initiatoren und das Verkaufspersonal. Foto: Peters

Der Verein Bürgerhilfe hat gestern an der Roten Pforte einen weiteren Sozialladen eröffnet. Zusatzjobber verkaufen dort gut erhaltene Waren, die als Spenden eingehen, für wenig Geld.

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16. Januar 2009, 10:58 Uhr

Husum | Auch wenn sich der Begriff Wohlstandsgesellschaft aus dem deutschen Sprachschatz einfach nicht vertreiben lässt: Soziale Not ist allgegenwärtig. Und sie greift angesichts wirtschaftlicher Verhältnisse, die immer schwieriger werden, leider noch weiter um sich. Langzeitarbeitslosen oder anderweitig unverschuldet in Not geratenen Menschen bleibt es vor diesem Hintergrund allzu oft versagt, sich mit den einfachsten Dingen zu versorgen, die sie eigentlich zum Leben bräuchten. Gähnende Leere in der Haushaltskasse - um einigermaßen über die Runden zu kommen, muss jeder Cent zwei Mal umgedreht werden.
Mitten in Husum

Da kommt ein Sozialladen gerade recht. So einer, wie ihn gestern die Bürgerhilfe an der Roten Pforte 3-5 eröffnet hat. Für den gemeinnützigen Verein der freien Wohlfahrtspflege mit Sitz in Niebüll ist es mittlerweile die siebte Einrichtung dieser Art im nördlichen Landesteil - neben den beiden in Niebüll sowie den Sozialläden in Leck, Flensburg, Tarp und Schleswig.
Das Konzept, das die Vorstandsmitglieder Peter Hansen, Rolf Dieter Oster und Ingrid Nissen den geladenen Gästen vorstellten, ist ebenso sinnvoll wie effektiv: Die Sozialläden der Bürgerhilfe geben gebrauchsfähige, qualitativ ansprechende Spenden - von Einrichtungsgegenständen über Kleidung und Bücher bis hin zu Spielzeug - gegen einen geringen Obolus weiter. "Gleichzeitig dienen sie als Stätte der Kommunikation, in denen sich Kunden über ihre Lebenssituation austauschen und sich gegenseitig Tipps geben", so Hansen. Eine Tasse Kaffee stehe immer bereit.
Sozialzentrum vermittelt Arbeitshilfen

Und es gibt noch andere Gewinner: Das Verkaufs- und Beratungspersonal stellen vom Sozialzentrum vermittelte Zusatzjobber, die mit leichten kaufmännischen Aufgaben wie Buchführung betreut werden und im Kundengespräch ihre kommunikativen Fähigkeiten schulen können. "Wir sind froh über diese zusätzliche Möglichkeit, Arbeitslosengeld-II-Empfänger zu beschäftigen", erklärte denn auch Renate Fedde, die beim Kreis Nordfriesland die Abteilung Arbeitsmarkt-Integration leitet.
Kreispräsident Albert Pahl sagte, man sei stolz, in Husum "so einen tollen Laden" zu haben: "Das kann die Not bei vielen lindern." Konrad Görsch, Vorsitzender des städtischen Sozialausschusses, freute sich über die "ideale Lage im Zentrum" und versprach, sich öfter mal blicken zu lassen. Der Chef des örtlichen Sozialverbands, Hans Böttcher, lobte den Mut, ein solch notwendiges Angebot zu schaffen - "es ist wirklich niederschwellig, schließlich bin ich hier mit dem Rollstuhl hoch gekommen".
Öffnungszeiten

Nun hofft das Team um Peter Hansen, der sich unter anderem bei Vermieter Claus Müller für die günstigen Konditionen bedankte, dass auch viele Spender die 120 Quadratmeter großen Verkaufsräume betreten. Öffnungszeiten: montags bis freitags jeweils von 9 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 13 Uhr.

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