zur Navigation springen

Kein Zukauf von Mineraldünger : Für alles gibt es Regeln – auch für Gülle

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bauern dürfen auch in Nordfriesland nur mit einer Genehmigung bereits vor dem 1. Februar mit der Ausbringung von Gülle beginnen. In der kalten Jahreszeit fallen die Nährstoffverluste nach Angaben der Kreisbauernverbände niedriger aus.

Die Kreisbauernverbands-Vorsitzenden Wolfgang Stapelfeldt (Südtondern) und Hans Friedrichsen (Husum-Eiderstedt) appellieren an ihre Berufskollegen im Hinblick auf das reguläre Ausbringen von Gülle, das vom 1. Februar an erlaubt ist, auf ihre „Verkehrssicherungspflicht“ bei entsprechender Wetterlage zu achten.

Da Nährstoffe in der Gülle im zeitigen Frühjahr besser für Pflanzen verfügbar sind als im späten Herbst, haben Landwirte die Möglichkeit, die Sperrfrist bis 31. Januar freiwillig um 14 Tage vorzuverlegen. Das heißt, sie müssen im Herbst früher mit der Gülleausbringung aufhören und dürfen dafür bereits vom 16. Januar an mit dieser Arbeit beginnen. Hierfür muss eine Genehmigung vorliegen.

Natürlich gilt auch in diesem Sonderfall das Kriterium, dass Gülle nicht ausgebracht werden darf, wenn die Schneedecke höher als fünf Zentimeter, der Boden wassergesättigt oder durchgängig gefroren ist. Beim zuletzt genannten Punkt kann die Situation nur vor Ort auf der jeweiligen Fläche entschieden werden. So sind zum Beispiel frische Maulwurfshügel oder Fahrspuren bei der Ausbringung Hinweise, dass der Boden nicht durchgängig gefroren ist. Eine pauschale Aussage sei auch aufgrund unterschiedlicher Bodentypen wie Marsch, Geest und anmoorigen Flächen nicht möglich, erklären Stapelfeldt und Friedrichsen.

Im Übrigen verweisen die Bauern-Chefs darauf, dass es sich bei der Gülle um einen „wertvollen Dünger“ handelt. Jedes Kilogramm Stickstoff aus Gülle spare den teuren Zukauf von Mineraldünger. Stapelfeldt und Friedrichsen weiter: „Außerdem entspricht dies auch gerade dem Kreislauf in allen landwirtschaftlichen Betrieben mit Tierhaltung. Es werden Tiere gehalten, die naturgemäß Kot und Harn ausscheiden, der wiederum als Dünger auf den Feldern eingesetzt und als Pflanzennährstoff zur Verfügung steht. Die Futterpflanzen werden dann wieder an die Tiere verfüttert und der Kreislauf schließt sich.“

Zudem besteht nach ihren Aussagen in der kälteren Jahreszeit eine geringere Gefahr der Auswaschung von Nährstoffen, sofern die Gülle auf ebenerdigen Flächen mit einem Abstand zu Gewässern ausgebracht wird. „Der Stickstoff der Gülle liegt nämlich zunächst in Ammoniumform vor, der sich bei kälteren Temperaturen weniger verflüchtigt als bei Wärme. Sobald die Gülle den Boden benetzt, wird das Ammonium dort fixiert und kann nicht abgeschwemmt werden. Erst bei höheren Temperaturen wird der Ammoniumstickstoff im Boden zu Nitratstickstoff umgewandelt. Das heißt, die Gülleausbringung in dieser Jahreszeit trägt mit dazu bei, die Nährstoffverluste zu minimieren.“

zur Startseite

von
erstellt am 30.Jan.2014 | 16:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen