zur Navigation springen

Bredstedt : Fünf Tage lang Selbstvertrauen tanken

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

50 Schüler der Gemeinschaftsschule Bredstedt absolvierten unter fachkundiger Anleitung sehr erfolgreich einen Schwimmlehrgang. Er fand im Rahmen einer Projektwoche statt.

Die Erkenntnis ist nicht neu, lässt aber immer wieder aufhorchen: Nach einer Studie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kann etwa jeder zweite Viertklässler nicht richtig schwimmen. Um ein Zeichen gegen diesen Trend zu setzen, fand in der Gemeinschaftsschule Bredstedt für 50 Schüler der fünften bis siebten Klassen eine Projektwoche im städtischen Erlebnisbad statt.

In drei Gruppen nahm ein vierköpfiges Team von Sportpädagogen – mit dabei waren Isgard Weiß, Britta Petersen-Feddersen, Karin Wöst und Jürgen Tummoßeit – die Jugend-Schwimmabzeichen Bronze und Silber ab. Einige Schüler hatten bislang keine Gelegenheit gefunden, ihr „Seepferdchen“ zu machen. Diese Qualifikation erwarben sie bei dieser Gelegenheit gleich mit.

„Schwimmen konnten zwar alle, nur einige eben nicht sicher genug. Etwa zehn hatten noch nicht einmal ihr ‚Seepferdchen‘ in der Tasche. Je nach Ausbildungsstand haben alle ihr Abzeichen mit Bravour bestanden“, fasste das Lehrer-Quartett die fünf Tage intensiver Arbeit zusammen. Gerade bei denjenigen, die unsicher waren, sei zu beobachten gewesen, wie sie sich am ersten Tag noch sehr vorsichtig und langsam an das 24 Grad warme Nass im beheizten Freibad herangetastet hätten, berichtete Petersen-Feddersen. Doch von Tag zu Tag seien sie freier und sicherer geworden. Auch die anfangs beobachteten motorischen Schwächen schienen nach einer Weile wie weggeblasen.

„Bei einigen Schülern wurde deutlich, dass ihnen das Zusammenspiel der Beine und Arme Schwierigkeiten bereitete. Durch spielerische Gewöhnung an das Wasser bekamen sie dann aber immer mehr Vertrauen – insbesondere zu sich selbst“, so die Pädagogin. Kontinuierlich und ohne Druck konnten die Jungen und Mädchen so an die Leistungsabnahmen herangeführt werden. Sichtlich Spaß hätten alle gehabt, sagten sie.

„Die Kinder haben sich zunehmend gegenseitig motiviert.“ Jeder habe jedem geholfen, und man habe sich gegenseitig angespornt, so Karin Wöst. Schnell entwickelte sich ein Gemeinschaftsgefühl, und der Ruf „Das schaffst Du“ sei mehr als einmal zu hören gewesen. Zwischendurch gab es immer wieder ausreichend Pausen, und auch die Theorie kam nicht zu kurz. Schließlich gehört die Beherrschung der Bade-Regeln in die Bewertung der Leistungsabnahmen mit hinein. Sehr gut hätten sich auch die Schüler mit Migrationshintergrund in die Gruppen eingefügt. Die meisten von ihnen waren relativ sichere Schwimmer. Defizite konnten ausgeglichen werden.

„Ich habe mein Seepferdchen und Bronze gemacht“, erzählte Tom-Luca aus der fünften Klasse nicht ohne Stolz. Bisher sei er im Wasser sehr zurückhaltend gewesen, räumt er ein. Doch nun habe er keine Scheu mehr, und auch der Sprung vom Beckenrand oder Tauchen sei kein Problem. „Ich werde jetzt öfter schwimmen gehen“, lautet Tom-Lucas guter Vorsatz. Wenn das jeder mitgenommen haben sollte, „dann hat sich die Projektwoche doppelt gelohnt“, so Wöst. Denn statt zu Hause vor dem Computer zu hocken, profitiere hier jeder von gesunder Bewegung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen