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Geburtstagsfest für einen Komponisten : Fünf Melodien einer Landschaft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Orgelwerke und Grafiken standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung zum 350. Geburtstag des einstigen Husumer Kantors Nikolaus Bruhns in St. Marien.

Unter der Überschrift „Melodie einer Landschaft“ wurde in der St. Marienkirche der 350. Geburtstag des einstigen Kantors der Husumer Stadtkirche Nikolaus Bruhns gewürdigt.

Gleich zwei Kunstprojekte waren hierfür „in Auftrag“ gegeben worden. So wurde in allen Schulen der Storm-Stadt von den Lions-Clubs Husum und Husum-Goesharde zu einem Gestaltungswettbewerb aufgerufen. Kinder und Jugendliche sollten ein Bildnis des Musikgenies Bruhns aufs Papier bringen. Dabei war Fantasie gefragt, denn von dem Komponisten existiert kein Bildnis. Doch Schülerinnen und Schüler der Theodor-Storm- und der Ferdinand-Tönnies-Schule sowie die „Kunstkinder“ der Volkshochschule nahmen die Herausforderung an. Gleichzeitig bekamen Zehntklässler des Theodor-Storm-Gymnasiums die Aufgabe, Bruhns Präludium e-moll unter die Lupe zu nehmen. „Dabei mussten die Schüler der Musikprofilstufe wie Musikwissenschaftler ans Werk gehen“, erläuterte ihr Lehrer Jan Hahn.

Außerdem beteiligten sich die Husumer Nachrichten an dem Festakt zu Ehren des Komponisten – gemeinsam mit Friedel Anderson, Otto Beckmann, Falko Behrendt, Manuel Knortz und Hans-Ruprecht Leiß. Die fünf renommierten Künstler haben eine Grafikmappe „Melodie einer Landschaft“ gestaltet. Das Projekt stellte HN-Redakteur Rüdiger Otto von Brocken vor.

Während der Geburtstagsfeier im Husumer Gotteshaus hatten die mehr als 100 Besucher die Möglichkeit, ihre besonderen Arbeiten sowie die Werke der Schüler zu begutachten. „Wir bekommen offensichtlich große Konkurrenz“, lobte Otto Beckmann nach einem ersten Blick auf die Bilder des Nachwuchses.

Während der Festveranstaltung ging Musiklehrer Jan Hahn auf den Lebenslauf des Ausnahmekünstlers Nikolaus Bruhns ein. So hatte sich der gebürtige Schwabstedter mit 24 Jahren auf die vakant gewordene Stelle als Kantor in St. Marien beworben und sein musikalisches Können mit einem Probespiel an der Orgel unter Beweis gestellt. Mit 16 Jahren war der talentierte Nordfriese bei dem dänisch-deutschen Organisten und Komponisten des Barock, Dieterich Buxtehude (um 1637 bis 1707), in die Lehre gegangen. Schon mit 31 Jahren verstarb Bruhns.

Doch er wird unvergessen bleiben, denn sogar in der „unendlichen Weite“ des Alls ist sein Name verewigt worden. So trägt der Asteroid 5127 seinen Namen.

Für die Künstler war es eine besondere Herausforderung, seine Musik in einem Kunstwerk einzufangen. „Wenn ich den Wind vernehme, fällt mir Orgelmusik ein“, beschrieb Hans-Ruprecht Leiß die Gedanken zu seinem Werk. Falko Behrendt verriet, dass er viele Jahre benötigt hätte, um einen Zugang zur Natur des Nordens zu bekommen. „Die Struktur der Landschaft hat für mich etwas von Notenblättern.“ Das konnte Friedel Anderson nachvollziehen – ihm ginge es genauso: „Aber auf meinen Bildern kann man das erkennen“, scherzte er mit dem Künstlerkollegen.

Für den zehnjährigen Milan Naurath sollte es eine ganz besondere Veranstaltung werden. Er gehörte zu den drei Gewinnern des Gestaltungswettbewerbes.

Natürlich durfte auch Musik von Nikolaus Bruhns nicht fehlen. Der Kantor von St. Marien, Kai Krakenberg, spielte drei Präludien seines Vorgängers in diesem Amt. Und Uscha Töös-Stipanits von der Kreismusikschule Nordfriesland trug Stücke für Violine aus der Barockzeit vor.

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